| von Susanne Bader

 

Auf bis zu 8 Rädern, 4 Raupenketten oder gar Stelzen bahnen sich die über 20 Tonnen schweren und 8 Meter langen Forstmaschinen eine Schneise durch den Wald. Mit 70 Zentimetern Bodenfreiheit und einer beweglichen „Wespentaille“ zwischen den beiden angetriebenen Plattformen kommen sie praktisch in jedem Gelände zurecht. An ihren circa 12 Meter langen Auslegern ist das Multifunktionswerkzeug zum Fällen und Bearbeiten von Bäumen mit Greifern, Sägen und Walzen befestigt. Von 300 Litern Hydrauliköl getrieben ist die Abholzung ausgewachsener Bäume für den tonnenschweren Harvester-Kopf ein Kinderspiel. Der Greifer packt den Stamm wie ein Mikado-Stäbchen, sägt ihn ab, schiebt ihn mit seinen Walzen durch die Entastungsmesser, zerlegt ihn in Teilstücke und schichtet ihn säuberlich für den Transport auf. Und dies in wenigen Minuten.

 

Holzernte

Harvester ist der Fachterminus für die gewaltigen Forstmaschinen, die ein Zugvermögen von 20 Tonnen haben und bei Bedarf ihren neu angelegten Forstpfad gleich mit frisch gefällten Baustämmen befestigen. Hierzulande wird man diese Ungetüme nur selten zu Gesicht bekommen. Ihre Einsatzgebiete sind die großen Wälder Nordeuropas und Amerikas. Dort werden sie auch gebaut - von einer Handvoll Firmen, die sich den Weltmarkt teilen. Die Unternehmen, darunter John Deere, Ponsse, Logset oder Rottne, haben ihren Firmensitz in den USA, Schweden und Finnland. Neben den Harvestern in verschiedenen Größen bauen sie auch 20 Tonnen schwere Forwarder oder Rückezüge mit einer gleich großen Nutzlast, die das Holz aus dem Wald abtransportieren.

Technik der weltweit größten Forstfahrzeuge

Die Technik der Forstfahrzeuge ist weitgehend perfektioniert. Auch ihrer Größe sind natürliche Grenzen gesetzt, da ihr Einsatzgebiet eher schmale Waldbewirtschaftungswege sind. Derzeit liegt der Fokus der Hersteller auf eher verbrauchs- und schadstoffärmeren Motoren – bislang treiben schwere Diesel mit 200 bis 300 kW die Maschinen an. Ein höherer Bedienerkomfort und alternative Antrieb haben ebenfalls Prioriät bei neuen Modellen. Mit dem Logset 12H GTE Hybrid hat sogar die Hybridtechnologie ihren Einzug in die Branche gefunden. Sein Elektro-Diesel-Hybridmotor leistet bis zu 375 kW und entwickelt ein Drehmoment von 2.000 Nm. Damit ist er nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch leistungsstärker als die meisten Konkurrenten. Trotz der Bemühungen der Hersteller sehen Umweltschützer die Monster dennoch kritisch. Denn beladen und mit einem Gesamtgewicht von immerhin gut 40 Tonnen verdichteten sie den Waldboden - mit erheblichen Folgeschäden.

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