Steffen Haack, Bild: Bosch Rexroth

Als Leiter der Industrial Hydraulics ist Steffen Haack zuständig für die Industriehydraulik, Lineartechnik, Montagetechnik und Elektrik bei Rexroth. Bild: Bosch Rexroth

Welche Trends in der Hydraulik erkennt Rexroth?

Digitalisierung und Vernetzung sind die Trends im Maschinen- und Anlagenbau, die aus unserer Sicht derzeit am weitesten und intensivsten in die Zukunft wirken. Alle Technologien und Komponenten werden auf Sicht digital ansprechbar und sendefähig sein und dadurch die Performance und Einsatzmöglichkeiten von Maschinen und Anlagen deutlich verbessern. Das gilt natürlich auch für die Hydraulik, die Rexroth aktuell mit großer Geschwindigkeit elektronifiziert und digitalisiert. Dabei erweitern wir die einzigartigen physikalischen Vorteile der Hydraulik um all das, was einen elektromechanischen Antrieb auszeichnet. In Handhabung und Inbetriebnahme besteht kein Unterschied. Den darf es auch nicht geben, denn wir sehen ein abnehmendes Know-how bei den Anwendern von Hydraulik.

Wohin steuert der Markt zwischen Elektrik und Hydraulik?

Elektrik und Hydraulik wachsen immer enger zu hybriden Lösungen zusammen. Die Regelungstechnik ist elektrisch, nutzt aber beispielsweise stufenlos verstellbare und weitgehend verschleißfreie hydraulische Getriebefunktionen. Die Hydraulik ist dabei quasi unsichtbar. Konstrukteure setzen sie einfach als fertige Building Blocks in ihre Gesamtsysteme ein. Das ist schon Realität. So ermöglichen die autarken Achsen von Rexroth einfache Handhabung durch eigenen Fluidkreislauf.

Wo wirkt sich die Digitalisierung aus?

Überall dort, wo durch Datennutzung Mehrwert generiert werden kann. Das kann Produkte, Prozesse oder die Kommunikation betreffen. Selbst einfache, analog angesteuerte Ventile binden wir wirtschaftlich über IO-Link digital an. Aggregate, komplette Achsen und Module haben eigene Steuerungselektronik und die Software berücksichtigt automatisch alle Besonderheiten der Fluidtechnologie. Damit sind ganz neue Automationskonzepte möglich, beispielsweise in der Metallurgie oder bei Großpressen. Dort wechseln zunehmend Anlagenhersteller von zentralen Hydraulikaggregaten und Ventilsteuerung für mehrere Achsen auf einen dezentralen Ansatz. Sie synchronisieren intelligente hydraulische Einzelachsen über Software und vereinfachen ihre Konstruktion damit erheblich. Die neuen Konzepte sind modular, schneller in der Inbetriebnahme und flexibler in der Produktion.