Der ultimative Härtetest für Drehgeber-Lagerpakete
Inkrementale und absolute Drehgeber müssen weltweit unter unterschiedlichsten Bedingungen bestehen. Wachendorff Automation setzt deshalb auf umfassende Validierungsstrategien – mit einem Prüfregime, das insbesondere die Lagerpakete an ihre Grenzen bringt.
Baugruppen und fertige Produkte werden Langzeittests unterzogen, die den weiten Einsatzbereich der Geräte ermöglichen.Wachendorff Automation)
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Bei jedem Prüfling werden permanent die Temperatur und die Vibration direkt am Lagerpaket gemessen.Wachendorff Automation)
Als Hersteller von inkrementalen und absoluten Drehgebern,
die weltweit und in vielen unterschiedlichen Anwendungen zuverlässig arbeiten,
legt Wachendorff Automation größten Wert auf die entwicklungsbegleitende
Validierung der einzelnen Bauteile.
Da nicht in allen Fällen bekannt ist, in welchen Anwendungen
die Drehgeber und Messsysteme eingesetzt werden, werden so viele
Umweltsimulationen wie möglich durchgeführt. Damit erhält Wachendorff die Gewissheit,
dass die Drehgeber auch in sehr anspruchsvollen Anwendungen präzise und
zuverlässig über viele Jahre laufen.
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Für jede neue Produktfamilie gibt es eine umfangreiche
Verifizierungs- und Validierungsstrategie, die bereits bei den Lieferanten und
den Bauteilen beginnt. Baugruppen und fertige Produkte werden Langzeittests
unterzogen, die den weiten Einsatzbereich der produzierten Geräte ermöglichen.
Hier verlässt sich das Unternehmen nicht auf die Angaben der Zulieferer,
sondern führt in eigenen Prüflaboren umfangreiche zusätzliche Tests durch. Dabei
geht es unter anderem um Temperaturschwankungen und Temperaturfestigkeit nach
oben und unten in der Halt-Kammer, Vibrations- und Schockbeständigkeit in
speziellen Shakern, Tests zur Bestätigung der IP- Schutzart und EMV-Prüfungen.
Simulation von Umweltbedingungen beugt Maschinenstillstände vor.Wachendorff Automation)
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Ein Herzstück eines Drehgebers und damit im Fokus vieler
Tests und Qualifikationen sind die Kugellager und das damit verbundene
Lagerpaket. Die Dimensionierung sowie die Qualifizierung dieser Komponenten
sind entscheidend für die Qualität und Langlebigkeit eines Drehgebers und damit
als eine der Kernkompetenzen des Automatisierers zu verstehen. Wenn man wie
Wachendorff fünf Jahre Garantie auf seine Drehgeber gibt, genügt es nicht, sich
auf Angaben von Lieferanten und auf mathematische Berechnungen alleine zu
verlassen. Nicht umsonst nimmt Wachendorff für sich in Anspruch, die
robustesten Drehgeber anzubieten, die die höchsten radialen und axialen
Lagerlasten vertragen und damit in Anwendungen eingesetzt werden, die höchsten Ansprüchen
entsprechen.
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Wer jemals mit der Auswahl und mit der Qualifizierung von
Kugellagern beschäftigt war, weiß, dass nachdem man den richtigen Hersteller
freigegeben hat, man nur recht triviale Angaben bezüglich der Haltbarkeit bekommt.
Jeder qualitativ hochwertige Hersteller liefert eine entsprechende Qualität, in
die man als Kunde nur eingeschränkt eingreifen kann. Mit einer Überprüfung der
Prozesssicherheit, der Qualitätssicherung und Endprüfung erhält man ein gutes
Produkt, welches jetzt eindesigned werden kann.
Lebensdauer und theoretische Lagerlasten
Das Modell WDGA58F von Wachendorff ist der weltweit kompakteste Profinet-/EtherCat- Absolutwert-Drehgeber mit Bushaube.Wachendorff Automation)
Es gibt standardisierte Formeln, insbesondere in der DIN ISO
281, mit denen man die Lebensdauer und die theoretischen Lagerlasten berechnen
kann. Diese sind jahrzehntelang bewährt aber trotzdem nur bedingt zuverlässig.
Es gibt einige Parameter, die in den Berechnungen nur eingeschränkt
berücksichtigt werden, aber in der Realität eine große Rolle spielen, zum
Beispiel Temperaturschwankungen, dynamische Belastungen oder Toleranzen in der
Montage, um nur einige zu nennen. Bei der Entwicklung der Serie von Absolutwert
Drehgebern mit Industrial-Ethernet-Schnittstellen wie Profinet und EtherCat
bestand die Herausforderung darin, hierfür den kompaktesten Drehgeber der Welt
zu entwickeln, der jedoch bei aller Kompaktheit genügend Lagerlasten ‚verträgt‘,
um in industriellen Anwendungen und etwa bei mobilen Arbeitsmaschinen über
viele Jahre störungsfrei im Feld zu bestehen.
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In diesem Beispiel werden die Lager bei der maximalen
Drehzahl von 8.000 min-1 mit den maximal zulässigen
Lasten – der Drehgeber WDAG58F mit axial 50 N,
radial 60 N – beaufschlagt. Für diesen Zweck
wurde bei Wachendorff der bestehende Lagerpaketprüfplatz
ergänzt und automatisiert, damit die berechnete
Lebensdauer der Lagerpakete, die in den Flansch der Drehgeber montiert
(geklebt) sind, verifiziert werden können. Der Prüfplatz ist vollständig
eingehaust, damit die während des Prüfvorgangs
entstehenden Geräusche gedämmt
werden und Mitarbeitende bei einem eventuellen Defekt nicht gefährdet werden.
Drehgeber für die Windkraft
Damit eine Windanlage optimal geregelt werden kann, muss die
aktuelle Position der Rotorblätter gemessen werden. Durch die ideale Drehung
der Rotorblätter zum Wind wird die strukturelle Belastung der Rotorblattmechanik
reduziert. Die korrekte Einstellung der Blattwinkelposition wird mit der
Pitch-Motor-Steuerungen erzielt. Neben der Messung direkt am Motor muss zur
Blattwinkelüberwachung direkt am Rotorblatt gemessen werden. Hierfür kann der
SSI-Absolut-Drehgeber WDGA eingesetzt werden, der präzise und verlässliche
Messungen liefert.
Um die maximale Windenergie abzugreifen, müssen Windräder
auch bestmöglich zur Windrichtung ausgerichtet werden. Azimut-Motoren sorgen
für die Drehung der Gondel des Windrades und richten sie somit optimal aus.
Durch die Drehgeber wird eine genaue Positionierung der Gondel möglich.
Anforderungen an solche Drehgeber sind unter anderem hohe Präzision und
Robustheit. Wachendorff bietet mit der WDGA-Serie eine große Auswahl an hochwertigen
Absolutwertgebern mit verschiedenen Schnittstellen.
Prüfung mit radialen und axialen Lasten
Die Lasten werden über Pneumatik-Zylinder auf die
Prüflingswellen aufgebracht. Jeder Pneumatik-Zylinder wird dabei über einen
separaten Druckregler gesteuert beziehungsweise eingestellt. Die aus dem
eingestellten Druck resultierende Kraft wird bei der Inbetriebnahme mit einem
Druckkraftsensor verifiziert.
Der Lagerpaket-Prüfplatz bietet grundsätzlich die
Möglichkeit gleichzeitig radiale und axiale Lasten auf die Prüflingswelle
aufzubringen. Für die Lebensdauerberechnung ist die radiale Kraft maßgeblich.
In der Berechnung wird die axiale Last erst ab einem gewissen Verhältnis zur
radialen Kraft berücksichtigt, ansonsten wird sie mit dem Wert ‚0‘ angenommen.
Diese Bedingung trifft in unserem Beispiel zu und reduziert den Test auf eine
rein radiale Belastung.
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Schnittmodell des absoluten Drehgebers WDGA58B Industrial Ethernet von Wachendorff Automation. Welle und Lagerpaket, auf die externen Kräfte wirken, werden besonders beansprucht und daher vor der Freigabe für die Serie intensiv getestet.Wachendorff Automation)
Fünf Prüflinge gleichzeitig
Es können fünf Prüflinge gleichzeitig verifiziert werden.
Das gibt zum einen eine statistisch höhere Wahrscheinlichkeit, einen Defekt zu
erkennen und dadurch eine stabilere Aussage bei dem Testergebnis zu geben und
zum anderen die Möglichkeit, vergleichende Tests durchzuführen.
Verifizierung in rund drei Monaten
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Auswertung und Überwachung in LabView.Wachendorff Automation)
Der Antrieb der Prüflinge erfolgt über einen Elektromotor,
der durch eine Übersetzung und ein Zahnriemensystem die gewünschte Drehzahl
erzeugt. Die Drehzahl und die Anzahl der Umdrehungen werden von einem Drehgeber
gemessen. Die Auswertung und Überwachung erfolgt über eine bei Wachendorff geschriebene
Anwendung, basierend auf dem grafischen Programmiersystem LabView von National Instruments.
Das Akronym steht für ‚Laboratory Virtual Instrumentation Engineering
Workbench‘.
Der Lagerpaket-Prüfplatz ist mit fünf Stationen ausgestattet, sodass zeitgleich bis zu fünf Prüflinge getestet werden können. Aufgrund der Geräuschentwicklung und langen Prüfdauer ist der Prüfplatz sehr gut vom restlichen Prüflabor abgeschirmt. Ein Test dauert zwischen 12 und 14 Wochen.Wachendorff Automation)
Die Anwendung liefert eine Anzeige der aktuell erfassten
Messwerte (Temperatur, Drehzahl, Vibration, Last, Anzahl Umdrehungen) sowie
einen Verlauf der Messwerte über die letzten 24 Stunden. Weiterhin wird zusätzlich
eine Referenzmessung vom Start des Testlaufs angezeigt. Somit können Änderungen
der Messwerte sofort sehr gut erkannt werden.
Auswertung und Analyse
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Zusätzlich zu der Anzeige werden alle Messwerte in
eine Datei geschrieben, die die Auswertung und Analyse zum Beispiel in Excel
oder anderen Programmen ermöglicht. In Abhängigkeit der gewählten Drehzahl und
der errechneten Lebensdauer bei 100 %
angenommener Lagerlast dauert die Verifizierung eines Lagerpaketes ungefähr 12 bis 15 Wochen. In unserem oben genannten
Beispiel für den Industrial-Ethernet-Drehgeber
bestanden die Prüflinge
den Test nach 13 Wochen erfolgreich – für
Wachendorff daher ein überaus
beruhigendes Gefühl, die objektive Bestätigung zu bekommen, die richtige Wahl
getroffen zu haben!
Quelle:
Wachendorff Automation GmbH & Co. KG
FAQ zu Drehgebern und Lagerpaket-Tests
Warum stehen Lagerpakete bei Drehgebern im Fokus? –
Kugellager und Lagerpakete sind entscheidend für Lebensdauer, Belastbarkeit und
Gesamtqualität eines Drehgebers.
Welche Norm dient zur Berechnung der Lagerlebensdauer von
Drehgebern? – Die Lebensdauer wird unter anderem nach DIN ISO 281 berechnet,
die standardisierte Formeln für Lagerlasten und Laufzeiten definiert.
Wie lange dauert die Verifizierung eines
Drehgeber-Lagerpakets? – Je nach Drehzahl und angenommener Lagerlast beträgt
die Testdauer etwa 12 bis 15 Wochen.
Welche Lasten werden im Härtetest für Drehgeber angesetzt? –
Im beschriebenen Beispiel werden bei 8 000 min⁻¹ axiale
Lasten von 50 N und radiale Lasten von 60 N aufgebracht.