Wie sich dieses Aufgabenfeld durch den Einsatz der digitalen Plattform iConn ökonomisch gestalten lässt, beweist Wille in Delmenhorst.

iConn von Gardner Denver hilft dabei, die diffizilen Schwachstellen in der Druckluftversorgung, den Energieverlust durch Leckagen, vorzubeugen. - Bild: CompAir

Da Unternehmen im Gegensatz zur Stromversorgung die Druckluft selbst erzeugen, sind sie für deren dauerhafte und sichere Verfügbarkeit selbst verantwortlich. Und so hat sich zwangsläufig durch die Digitalisierung der Produktionsabläufe ein grundlegender Wandel im Aufgabenfeld der Wartung vollzogen. Mit iConn hat Gardner Denver eine cloudbasierte Plattform entwickelt, die den Blick auf, beziehungsweise in den Kompressor und seine Leistungsdaten ermöglicht – virtuell vom Rechner oder vom iPad aus. iConn gehört bei neuen CompAir-Kompressoren zur Standardausstattung, kann aber auch nachträglich als Retrofit-Lösung in bestehende Kompressoranlagen und auch Fremdfabrikaten integriert werden.

Vorausschauende Instandhaltung der Druckluftanlage

iConn bietet in der Basisversion kostenfreie Smart Maintenance
Mit iConn in der Basisversion ist Smart Maintenance bei der Überwachung von Kompressoren ohne Investitionskosten realisierbar. - Bild: Gardner Denver

Wer sich mit der Instandhaltung von Kompressoren beschäftigt, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass die Wartungskosten – über den Produktlebenszyklus gerechnet – ähnlich hoch sind wie die Anschaffungskosten. Aus diesen Gründen wechselten viele Druckluft-Anwender in der Vergangenheit ihre Service-Strategie „Teileaustausch bei Bedarf“ zur „vorbeugenden Instandhaltung“ und tauschten nun Verschleißteile, bevor sie ausfielen. Damit erhöhen sie ohne Zweifel die Verfügbarkeit der Druckluftstation, bewegen sich aber stets in einem Dilemma: Zu wenig Wartung kann zu teuren Ausfällen, Stillstand der Produktion und zu höheren Energiekosten führen. Zu früher Service hingegen treibt die Kosten unnötig nach oben, unter anderem durch die Vorratshaltung teurer Teile.

Druckluftstation bei Wille

Wie sich dieses Aufgabenfeld durch den Einsatz der digitalen Plattform iConn besonders wirtschaftlich gestalten lässt, beweist die Wille GmbH in Delmenhorst. Als eines der führenden Druckluftserviceunternehmen in Norddeutschland werden seit April 2018 bei über 20 Kunden die CompAir-Kompressoren durch iConn überwacht. Michael Kaiser, Technische Leitung und Kompressoren-Verkauf bei Wille: „iConn hilft uns bei der Serviceverwaltung und steigert so die Effektivität der Bearbeitung unserer Kunden. Warnungen und vorausschauende Analysen erlauben eine bessere Planung auch der Ersatzteilverfügbarkeit.“ Alle möglichen Fehler in der Maschine werden frühzeitig erkannt und intelligent auf dem Monitor des Bedieners angezeigt.

Energieverluste im Druckluftsystem eindämmen

Bei Wille geht man mit Hilfe von iConn auch eine der problematischsten Seiten der Druckluftversorgung an, den Energieverlust durch Leckagen. Ein Thema, das in diesen Tagen durch die Aktivitäten des Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA wieder aktuell ist. Prof. Alexander Sauer, Bereichsleiter Ressourceneffiziente Produktion stellte fest, dass sich die Energiekosten für die Druckluftversorgung um bis zu 30 Prozent senken lassen. Das sind über 5 Terawattstunden Strom, die jährlich eingespart werden könnten, wenn die rund 60.000 Druckluftanlagen, die in Deutschland arbeiten, die Effizienzpotentiale besser ausschöpfen würden. Bei Wille sieht man dies pragmatisch. Michael Kaiser: „Stellen wir bei der Überprüfung der Daten Ausreißer bei der Leistungsabnahme fest, die nicht mit dem normalen Verbrauchsszenarien der Kompressoren übereinstimmen, so können wir reagieren und nach dem Fehler, zum Beispiel Leckagen suchen. Ein typisches Beispiel in der letzten Zeit war ein fehlerhaftes Magnetventil, über das viel teure Luft verloren ging.“

Smart Maintenance mit iConn konfigurieren

iConn ist die Einsteigerlösung, die einen detaillierten und regelmäßigen Überblick über die Betriebsstunden gibt. Unregelmäßigkeiten und Wartungshinweise werden dem Anwender in Echtzeit selbsttätig gemeldet. Mit dem iConn Universal Modus kann es in jedes Fremdfarbrikat nachgerüstet werden und dieses auch überwachen. Dabei kann man wählen, ob die Meldungen als E-Mail auf den Rechner der Wartungszentrale oder als SMS auf das Smartphone des aktuell Verantwortlichen gesendet werden. In jedem Fall steht die Störmeldung unmittelbar nach ihrem Eintritt zur Verfügung. Gehen die autorisierten Personen über die webbasierte iConn-Seite auf die gespeicherten Daten, so lässt sich der Lebenszyklus eines jeden Kompressors effektiv verfolgen.

Mit weiteren Features ergänzt, wird das System zu iConn HD und ermöglicht eine vorausschauende Wartungsplanung mit einem Frühwarnsystem für Maschinenstörungen. Damit realisiert der Anwender eine vorausschauende, bedarfsgerechte Werterhaltung (Predictive Maintenance), die dem Ziel „Wartung genau dann, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls steigt“ entspricht. Eine webbasierte Fernüberwachung mit Dashboard-Steuerung ist zusätzlich verfügbar. Bei diesem digitalisierten Service sind sowohl die vorausschauende Wartungsplanung als auch die Wartung und eine periodische Energieanalyse eingeschlossen, um den Druckluftanwender komplett zu entlasten.

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