Neues Brennstoffzellensystem: Bosch startet Bus-Test in Madrid
Ein neues Brennstoffzellensystem von Bosch geht erstmals im Bussegment in den Praxistest. In Madrid startet ein mehrwöchiger Linienbetrieb mit einem Fahrzeug des Herstellers Irizar.
Redaktion FLUIDRedaktionFLUID
Das neue Brennstoffzellensystem von Bosch kommt in Irizar-Testbus zum Einsatz. Alsa, der Betreiber des Busses, plant einen mehrwöchigen Testbetrieb im städtischen Nahverkehr von Madrid.Bosch
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Summary: Bosch startet gemeinsam mit Irizar und der Busgesellschaft Alsa einen Testbetrieb eines Brennstoffzellensystems im öffentlichen Nahverkehr von Madrid. Zum Einsatz kommt das Fuel Cell Power Module FCPM C190 mit einer Dauerleistung von 190 kW. Der Praxistest soll die Alltagstauglichkeit der Wasserstofftechnologie für den Personenverkehr unter realen Bedingungen belegen.
Der Druck auf den städtischen Nahverkehr in Europa wächst: Angesichts verpflichtender EU-Vorgaben, die CO2-Emissionen von Stadtbussen bis 2030 um 90 % zu senken, suchen Verkehrsbetriebe nach zuverlässigen, emissionsfreien Lösungen. Dazu startet jetzt ein erster Testbetrieb in Madrid: Ausgerüstet mit einem Brennstoffzellen-Antriebssystem (Fuel Cell Power Module, kurz: FCPM) von Bosch befördert ein Bus von Irizar nun mehrere Wochen lang Passagiere durch die spanische Hauptstadt. Das Fahrzeug wird insbesondere auf Strecken fahren, auf denen es mit seiner hohen Reichweite seine Vorteile voll ausspielen kann. Betreiber ist die spanische Busgesellschaft Alsa.
„Die Brennstoffzelle ist die perfekte Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb – auch im Busbetrieb“, sagt Thomas Pauer, Mitglied des Sektorvorstands Bosch Mobility und Vorsitzender des Bosch-Bereichsvorstands Power Solutions. „Die Brennstoffzelle bietet sich insbesondere für Busse an, die täglich längere Strecken fahren und unterwegs kaum die Möglichkeit haben, zu laden. Mit dem Testbetrieb können wir eindrucksvoll zeigen, dass die Brennstoffzellentechnik von Bosch bereit für den anspruchsvollen Serieneinsatz im Personenverkehr ist.“
In den vergangenen Wochen hat das Testfahrzeug bereits umfassende Erprobungen sowie die nötige Homologation durchlaufen. Nun soll der alltägliche Realbetrieb die Robustheit und die Stärken des Brennstoffzellenantriebs bestätigen. Im Testbus kommt das Brennstoffzellensystem FCPM C190 von Bosch zum Einsatz. Das kompakte System basiert auf einem horizontalen Doppelstack und bietet eine Dauerleistung von 190 kW. Mit dem verfügbaren H2-Tankvolumen sind Reichweiten von über 1.000 km möglich, bei Tankzeiten von nur zehn bis 15 Minuten. Damit kann der Bus auch im Überlandverkehr eingesetzt werden. Neben dem FCPM C190 bietet Bosch mit dem FCPM C300 auch ein System für schwere Reisebusse und Lkw an. Ergänzt wird das Portfolio durch das FCPM C100, das mit 100 kW Dauerleistung und einer flachen Bauform die richtige Lösung für städtische Busse ist.
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EU-Regelungen treiben Erneuerung im Bussegment
Busbetreiber und städtische Verkehrsbetriebe setzen aufgrund EU-Vorgaben zunehmend auf Alternativen zum Dieselantrieb. Neben den Regelungen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten erfordern zusätzlich die Regelungen zum Klimaschutz umweltfreundlichere Antriebskonzepte. So müssen die CO2-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse bis 2030 um 90 % gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 sinken, für alle anderen Bustypen gilt dies von 2040 an. Hier können Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antriebssystem, welche die EU als „Zero-Emission“-Fahrzeuge anerkennt, einen wichtigen Beitrag leisten. 2025 wurden laut dem europäischen Fahrzeugherstellerverband ACEA in der EU gut 38.000 Busse neu zugelassen.
Bosch-Technik entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette
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Bosch engagiert sich stark für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und entwickelt technische Lösungen für die Erzeugung, Infrastruktur und Anwendung von Wasserstoff. So verkündete das Unternehmen 2025 den Markteintritt seines Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks zur Produktion von Wasserstoff. Darüber hinaus arbeitet Bosch an der Technik für Wasserstoffmotoren und bietet entsprechende Komponenten für die Saugrohr- und Direkteinblasung an. Für die Entwicklung der mobilen Brennstoffzelle wurde ein Entwicklerteam von Bosch Ende 2025 mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ausgezeichnet.
Quelle: Robert Bosch GmbH, bearbeitet von: Sabine Königl
FAQ Brennstoffzellensystem von Bosch
Welches Brennstoffzellensystem testet Bosch in Madrid? Zum Einsatz kommt das Fuel Cell Power Module FCPM C190 mit 190 kW Dauerleistung.
Welche Reichweite ermöglicht das Brennstoffzellensystem? Mit dem verfügbaren Wasserstofftank sind Reichweiten von über 1.000 km möglich.
Warum ist das Brennstoffzellensystem für Busse interessant? Es eignet sich insbesondere für Fahrzeuge mit langen täglichen Einsatzzeiten und kurzen Tankstopps.
Wer betreibt den Testbus mit dem Brennstoffzellensystem? Der mehrwöchige Praxistest erfolgt mit einem Irizar-Bus, der von der spanischen Busgesellschaft Alsa betrieben wird.
Welche weiteren Brennstoffzellensysteme bietet Bosch an? Zum Portfolio gehören außerdem das FCPM C300 für schwere Reisebusse und Lkw sowie das FCPM C100 für Stadtbusse.