Lohnt sich die Elektrifizierung mobiler Maschinen?
Die Elektrifizierung trägt durch reduzierte CO2-Emissionen zur Nachhaltigkeit der Branche bei. Die Digitalisierung ermöglicht es OEMs, die Bauweise und Leistung ihrer mobilen Maschinen, deren Batteriekapazität im Vergleich zum Energiegehalt von Dieselkraftstoff begrenzt ist, zu optimieren.
Nils HenrikssonNilsHenrikssonNils HenrikssonMobile Center of Excellence Manager, Parker Hannifin
Veröffentlicht
Mobile Maschinen mit Dieselmotoren, die Hydraulikpumpen antreiben, gibt es in ihrer Grundform seit Jahrzehnten. Der Übergang zur Elektrifizierung ist für viele OEMs eine Herausforderung.Parker Hannifin)
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Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt legen strengere
Emissionsstandards für schwere Nutzfahrzeuge fest, um die globalen
Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. EURO VI ist derzeit der höchste behördliche
Standard, den viele Länder bereits erfüllen. Da fossile Brennstoffe die Hauptquelle
schädlicher Emissionen darstellen, suchen OEMs nach anderen Brennstoffquellen, um
die Einhaltung der steigenden Emissionsstandards zu gewährleisten. Einige
Alternativen erfordern nur minimale Maschinenmodifikationen, während andere
eine vollständige Neukonstruktion nötig machen. Dieselersatzstoffe wie
hydriertes Pflanzenöl (HVO100) können mit Dieselkraftstoff vermischt werden, um
Emissionen zu reduzieren, ohne dass die Maschine in irgendeiner Weise
modifiziert werden muss. Andererseits ermöglichen Lithium-Ionen-Akkus eine
vollständige Abkehr von fossilen Brennstoffen mit nahezu null Emissionen.
Lithium-Ionen-Akkus nehmen allerdings viel Platz in einer Maschine ein und
müssen regelmäßig aufgeladen werden. Wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen
bieten die Vorteile der Elektrifizierung mit einer höheren Energiedichte als
Lithium-Ionen-Akkus. Wasserstoff-Brennstoffzellen bieten zwar eine kompaktere
Lösung als Lithium-Ionen-Akkus für den Antrieb größerer Maschinen, aber die Speicherung
und Verteilung großer Mengen an Wasserstoff ist mit Herausforderungen verbunden.
Modulare Elektrifizierungslösungen
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Die mobilen GVI-Wechselrichter haben einen Betriebsbereich von 200 bis 800 V.Parker Hannifin)
Parker Hannifin bietet modulare Elektrifizierungslösungen,
um Energiealternativen für Kunden zu realisieren. Die GVI-Produktreihe der
globalen Fahrzeugwechselrichter und die GVM-Produktpalette der globalen
Fahrzeugmotoren sind für diese Lösungen von zentraler Bedeutung: Die mobilen
GVI-Wechselrichter haben einen Betriebsbereich von 200 bis 800 V, wobei die drei Modelle
Amperewerte von 360, 180 beziehungsweise 108 A
liefern können. Als kritische Komponente für die Sicherheit elektrifizierter mobiler Maschinen erfüllen
GVI-Wechselrichter sowohl EN ISO13849 als auch ISO26262.
GVM-Motoren bieten ein Spitzendrehmoment von 1.430 Nm, eine Spitzenleistung von 409 kW und eine Spitzendrehzahl von 9.500 U/min.Parker Hannifin)
Ebenso die mobilen
GVM-Motoren sind Permanentmagnet-Wechselstrommotoren (PMAC) mit einem
Betriebsbereich, der auf die GVI-Wechselrichter abgestimmt ist. GVM-Motoren
bieten ein Spitzendrehmoment von 1.430 Nm, eine Spitzenleistung von 409 kW und eine Spitzendrehzahl von
9.500 U/min.
Energieverluste erkennen
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Mobile Maschinen verbrauchen Energie, wobei jedoch nur ein
kleiner Teil dieser Energie in nützliche Arbeit umgewandelt wird. Es ist
wichtig zu wissen, wie viel Energie während des Maschinenbetriebs für welchen
Zweck verbraucht wird. Ingenieure verwenden Energiekarten, um den
Energieverbrauch in den einzelnen Phasen eines Arbeitszyklus zu analysieren.
Dieser Prozess ermöglicht es ihnen, Energieverluste zu erkennen und ihr Design
im Hinblick auf die Energieeffizienz zu optimieren. Möglichkeiten zur
Energierückgewinnung können ebenfalls untersucht werden, um die Batterielebensdauer
in elektrischen mobilen Maschinen zu maximieren. Das Herzstück einer digitalen
Lösung ist das mobile Steuerungssystem, das eine modellbasierte
Funktionsumgebung verwendet, um eine Vielzahl von diskreten Sensoren zu verbinden
und so funktionale Sicherheit zu gewährleisten. Der Ausgang dieser Steuerungen
ist mit intelligenten Geräten verbunden, die elektromechanische Systeme der
Maschine mit optimaler Energienutzung und innerhalb sicherer Grenzen antreiben.
Parker bietet Produkte, die einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung mobiler
Maschinen leisten: Die mobilen VA-Ventile der nächsten Generation sorgen für
geringere Druckverluste als herkömmliche Load-Sensing-Ventile, wodurch Energie
gespart wird.
Intelligente Softwarefunktionen ermöglichen eine verbesserte
Produktivität, während die individuelle Dosierung ebenfalls zur Steigerung der
Effizienz beiträgt. Studien haben gezeigt, dass intelligente Ventile mit
individueller Dosierung im Vergleich zu herkömmlichen Load-Sensing-Ventilen bei
gleicher Maschinenproduktivität den Pumpendruck um 11 % und den Energieverbrauch um 8,4 % senken. Außerdem die in fünf
verschiedenen Modellen erhältlichen mobilen, hydraulischen
Verstellpumpen P1M decken einen Hubvolumenbereich von 28 bis 85 cm³ ab. Die
leistungsstarke elektronische Hubvolumenregelung liefert genau die Leistung,
die Sie benötigen.
Gemeinsam optimieren Elektrifizierung und Digitalisierung
das Zusammenspiel von elektromechanischer und hydraulischer Systemauslegung.
Dies bedeutet, dass die für die Hydraulikfunktion benötigte Leistung genau zum
richtigen Zeitpunkt bereitgestellt wird. Durch die zurückgewonnene Energie wird
die Batterie wieder aufgeladen, was ihre Lebensdauer vor dem Aufladen
verlängert. Jede Komponente einer elektrifizierten, mobilen Arbeitsmaschinenlösung
erfüllt eine eigene Funktion. Ihre Leistungen können optimiert werden, indem
sie zu einem einheitlichen, auf Zusammenarbeit ausgelegten System kombiniert
werden. Eine konfigurierte ePump-Lösung ist beispielsweise ein hocheffizientes
System, das einen Wechselrichter, einen Motor und eine Hydraulikpumpe enthält.
Die ePump bietet ein höchst dynamisches Ansprechverhalten über einen weiten
Bereich der Drehzahl- und Drehmomentregelung. Konstrukteure können die
Leistungsdichte über den gesamten Arbeitszyklus sowie die Flüssigkeitskühlung
im gesamten System optimieren.
Softwaretools können zudem Systemdesigns mit einem flexiblen
Maschinenlayout vereinfachen. So ist es beispielsweise effizienter, Energie
elektrisch anstatt hydraulisch zu übertragen. Es kann also von Vorteil sein,
einen separaten Elektromotor für jede Achse einer mobilen Maschine zu nutzen,
anstatt einen Motor mit beiden Achsen zu verbinden. Sobald die Maschine in Betrieb
genommen wurde, verwenden die Steuerungen Sensorinformationen über Temperatur,
Druck und Durchfluss in den Hydraulikkreisen und im elektrischen System, um optimierte
Ausgänge zur Steuerung der Elektromotoren zu generieren. Anders ausgedrückt, ermöglicht
die Digitalisierung dem elektromechanischen System, die Hydraulik so energieeffizient
wie möglich zu betreiben.
Mobile Maschinen mit Dieselmotoren, die
Hydraulikpumpen antreiben, gibt es in ihrer Grundform seit Jahrzehnten. Der
Übergang zur Elektrifizierung ist für viele OEMs jedoch Neuland. Daher verfügen
sie nicht über die fundierten Kenntnisse zu den Komponenten oder die Ressourcen,
die für diese Umstellung nötig sind. Aus diesem Grund benötigen OEMs Partner,
die das erforderliche Know-how bereitstellen und die Markteinführung
elektrifizierter Modelle ihrer mobilen Maschinen beschleunigen. Parker
beschäftigt sich bereits seit 100 Jahren mit Hydrauliksystemen und hat im Laufe
dieser Zeit tiefe Einblicke in das funktionale Design mobiler Maschinen
gewonnen. Die Produktpalette wird ergänzt durch die Expertise bei der
Entwicklung von Systemen, die als eine Einheit funktionieren, um die gewünschte
Einschaltdauer von Maschinen in vielen verschiedenen Anwendungen zu erreichen.
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FAQ zur Elektrifizierung mobiler Maschinen
Warum gewinnt die Elektrifizierung mobiler Maschinen an
Bedeutung? – Verschärfte Emissionsstandards wie EURO VI erhöhen den Druck auf
OEMs, Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu entwickeln.
Welche Energiealternativen stehen zur Verfügung? – Neben
HVO100 kommen Lithium-Ionen-Akkus und wasserstoffbasierte Brennstoffzellen
infrage, jeweils mit spezifischen Vor- und Nachteilen.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der
Elektrifizierung mobiler Maschinen? – Digitale Steuerungen, Energiekarten und
intelligente Komponenten optimieren Energieeinsatz, Sicherheit und
Systemeffizienz.
Welche Lösungen bietet Parker für die Elektrifizierung
mobiler Maschinen? – Modulare Systeme aus GVI-Wechselrichtern, GVM-Motoren,
ePump-Lösungen sowie digitale Ventil- und Pumpentechnologien.