CO₂-Klimakompressoren sicher abdichten
Elastomerdichtung hält über 100 bar stand
CO₂-Klimakompressoren stellen Dichtungen vor hohe Anforderungen. Freudenberg Sealing Technologies hat dafür eine elastomerbasierte Busbar-Abdichtung entwickelt.
Kompressor mit Busbars.
Freudenberg Sealing Technologies)
Summary:
Freudenberg Sealing Technologies hat eine neue Dichtungslösung für Busbars in Fahrzeug-Klimakompressoren vorgestellt. Das System hält Prüfdrücken von über 100 bar stand und richtet sich vor allem an CO₂-Kompressoren mit R744. Es soll Glasdichtungen ersetzen, Kosten senken und zugleich hohe Anforderungen an Druck, Medienbeständigkeit und Kriechstromfestigkeit erfüllen.
Freudenberg
Sealing Technologies hat ein neuartiges Dichtungssystem für die
Busbar-Abdichtung in Fahrzeug-Klimakompressoren entwickelt. Die Lösung auf
Elastomerbasis hält Prüfdrücken von über 100 bar in der Dichtheitsprüfung stand
und bietet eine kosteneffiziente Alternative zu herkömmlichen Glasdichtungen.
Konzipiert für CO₂-Kompressoren
(R744), eignet sie sich auch für andere Kältemittel.
Die
europäische Regulierung fluorierter Treibhausgase treibt den Wandel in der
Automobilindustrie voran: Die bislang vorwiegend eingesetzten fluorhaltigen
Kältemittel R134a und R1234yf werden schrittweise durch Alternativen ersetzt.
Als besonders zukunftsfähig gelten die natürlichen Kältemittel R744 (CO₂) und R290 (Propan). Allerdings
bringt der Einsatz von CO₂ für
Kältemittelkompressoren erhebliche technische Herausforderungen mit sich: Die
Betriebsdrücke in CO₂-Klimakompressoren
liegen um ein Vielfaches höher, als es herkömmliche Kältemittel im Verdichter erfordern.
Winzige
Moleküle, enormer Druck
Eine der
zentralen Aufgaben in diesem Umfeld ist die zuverlässige Abdichtung der
elektrischen Durchführungen – der sogenannten Busbars oder auch Pins – im
Kompressorgehäuse. Die winzigen CO₂-Moleküle
können durch Permeation in das Elastomermaterial eindringen. Kommt es dann zu
einem schnellen Druckabfall, dehnen sich die eingeschlossenen Gasmoleküle
schlagartig aus und können die Dichtung von innen heraus zerstören – ein
Phänomen, das als explosive Dekompression bekannt ist. Zusätzlich müssen die
Dichtungen höchsten mechanischen Anforderungen gerecht werden.
Material
und Design aus einer Hand
Freudenberg
Sealing Technologies begegnet diesen Herausforderungen mit einem neuen
Dichtungssystem unter Verwendung verschiedenster Materialien. Das Unternehmen
nutzt dabei seine tiefgreifende Werkstoffkompetenz: Für die Anwendung in CO₂-Kompressoren wurden eigens
Materialien entwickelt, die der explosiven Dekompression widerstehen und eine
hohe Medienbeständigkeit gegenüber den gängigen Kältemitteln aufweisen. Es kommen
ferner Elastomervarianten zum Einsatz, die eine hohe Kriechstromfestigkeit
(CTI) bieten und so den Überschlag von Kriechströmen an der Busbar-Durchführung
zuverlässig verhindern.
Die
Dichtkontur ist das Ergebnis eines integrierten Entwicklungsansatzes, der Herstellbarkeit,
Bauteilauslegung und funktionale Sicherheit präzise aufeinander abstimmt. Diese
Gratwanderung beherrscht Freudenberg Sealing Technologies über die gesamte
Wertschöpfungskette hinweg: von der Entwicklung und Verarbeitung
anspruchsvoller Werkstoffe bis zur Auslegung der passenden
Dichtungskonstruktion. In der Dichtheitsprüfung hat das Dichtungssystem
Prüfdrücke von über 100 bar zuverlässig bestanden.
„Die
Umstellung der Kältemittel stellt Hersteller von Klimakompressoren vor völlig
neue Anforderungen an die Abdichtung. Wir bieten ihnen nicht nur eine
technische Lösung für diese Herausforderung, sondern eine echte
Entwicklungspartnerschaft – von der Werkstoffauswahl bis zur serienreifen
Dichtkontur“, sagt Christian Jaschke, Product Manager bei Freudenberg Sealing
Technologies.
Günstiger
als Glas und flexibler
Gegenüber
den bislang oftmals verbreiteten Glasdichtungen bietet die neue Lösung mehrere
Vorteile: Die Kosten pro abgedichtetem Busbar/Pin können – je nach spezifischem
Anwendungsfall – um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Bei typischerweise drei
Busbars pro Kompressor ergibt sich ein erhebliches Einsparpotenzial. Durch die
kompakte Bauweise trägt die Lösung zudem zur Bauraumoptimierung bei. Dies ist
ein entscheidender Faktor in der dicht gepackten Kompressorumgebung.
Als
Entwicklungspartner stimmt Freudenberg Sealing Technologies Werkstoff,
Dichtkontur und Geometrie individuell auf die Anforderungen des jeweiligen
Kompressorherstellers ab – bei hoher Verfügbarkeit und kurzen
Entwicklungszyklen. Die Basis dafür bildet ein breites Werkstoffportfolio, das
einen Temperaturbereich von –40 °C bis über 200 °C abdeckt und eine hohe
Medienbeständigkeit gegenüber unterschiedlichsten Kältemitteln bietet.
Von der
Entwicklung in die Anwendung
Das
Interesse der Industrie ist groß: Freudenberg Sealing Technologies befindet
sich mit mehreren Fahrzeug-Kompressorherstellern in konkreten Entwicklungsprojekten.
Erste Prototypen wurden bereits validiert. Die Technologie ist nicht auf CO₂-Kältemittelkompressoren beschränkt,
sondern lässt sich auf weitere Hochdruckanwendungen mit unterschiedlichen
Medien übertragen – ein Vorteil, der sich aus den umfangreichen Erkenntnissen
bei der Abdichtung des besonders anspruchsvollen Kältemittels R744 ergibt.
FAQ zu CO₂-Klimakompressoren
• Was ist die neue Dichtungslösung für CO₂-Klimakompressoren? – Es handelt sich um eine elastomerbasierte Busbar-Abdichtung von Freudenberg Sealing Technologies für Fahrzeug-Klimakompressoren.
• Warum stellen CO₂-Klimakompressoren hohe Anforderungen an Dichtungen? – CO₂-Kompressoren arbeiten mit deutlich höheren Betriebsdrücken; zudem können CO₂-Moleküle in Elastomere eindringen und explosive Dekompression verursachen.
• Welche Vorteile bietet die Dichtung für CO₂-Klimakompressoren gegenüber Glasdichtungen? – Laut Freudenberg können die Kosten pro abgedichtetem Busbar oder Pin je nach Anwendung um bis zu 30 % sinken.
• Für welche Kältemittel eignet sich die Dichtungslösung für CO₂-Klimakompressoren? – Die Lösung ist für R744, also CO₂, konzipiert und eignet sich laut Unternehmen auch für andere Kältemittel.
• Wie weit ist die Dichtungslösung für CO₂-Klimakompressoren entwickelt? – Freudenberg befindet sich mit mehreren Fahrzeug-Kompressorherstellern in Entwicklungsprojekten; erste Prototypen wurden bereits validiert.
Erstellt mit Material von FST