Stauff Hydrauliksysteme global

Hydraulik noch verständlicher und beherrschbarer machen

Stauff Deutschland steht vor dem nächsten Entwicklungsschritt: Jörg Sturm übernimmt die Sprecherrolle, Helmut Ahrens geht in den Ruhestand.

Jörg Sturm, Sprecher der Geschäftsleitung Stauff Deutschland, (li.) und Helmut Ahrens, sein Vorgänger (re.).

Summary: Jörg Sturm ist seit dem 1. April 2026 Sprecher der Geschäftsführung von Stauff Deutschland; Helmut Ahrens geht Ende Juni in den Ruhestand. Im Gespräch geht es um Hydrauliksysteme, Qualität, Kundennähe, internationale Märkte und die Rolle von „Made by Stauff“. Auswirkungen zeigen sich vor allem in der Weiterentwicklung vom Komponentenlieferanten zum Systempartner entlang des gesamten Leitungssystems.

Stauff ist in den letzten Jahren teilweise gegen den konjunkturellen Trend gewachsen und schaut auch jetzt positiv in die Zukunft. Worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen? 

Helmut Ahrens: „Stauff verfolgt über konjunkturelle Schwankungen hinweg eine klare Strategie: Unsere Kunden sollen sich voll und ganz auf das hydraulische Leitungssystem verlassen können. Deshalb haben wir beispielsweise zu keinem Zeitpunkt unsere Produktqualität infrage gestellt, wohl wissend, dass wir dadurch einen gewissen Teil der internationalen Märkte unter Umständen nicht erreichen können. Die Zuverlässigkeit des Hydrauliksystems wird auch in Zukunft Priorität haben. Wir führen Gespräche, analysieren Anwendungen und schaffen mit unserer Expertise Rahmenbedingungen, unter denen schon in der Konstruktionsphase die richtigen Entscheidungen für das gesamte System getroffen werden können. Unsere Kunden vertrauen darauf, durch die Zusammenarbeit mit uns Fehler zu vermeiden, die immer mit hohen Folgekosten verbunden sind. Daher betrachten wir auch Themen wie Ölreinheit, Filtration oder Überwachung nicht als Zusatz, sondern als integralen Bestandteil unseres Qualitätsverständnisses.“

Jörg Sturm: „Die Anforderungen an hydraulische Systeme werden immer individueller und richten sich immer stärker an konkreten Anwendungen aus. Auch vor diesem Hintergrund ist unsere Kundennähe ein wichtiger Faktor. Standardisierung bleibt wichtig, doch oftmals ist die Fähigkeit zur kundenspezifischen Lösung entscheidend für die Zusammenarbeit. Wir beobachten in allen Anwendungsbranchen eine Fokusverschiebung von der Einzelkomponente zum Gesamtsystem. Effizienz, Sicherheit und Verfügbarkeit entstehen heute nicht mehr isoliert, sondern systemisch. Diese Entwicklung hat Stauff bereits vor über zehn Jahren vorausschauend berücksichtigt und sich mit Stauff Line als Systempartner entlang des gesamten Leitungssystems positioniert. Diesen erfolgreichen Weg werden wir weiterverfolgen. Schließlich investieren wir in smarte Komponenten, Condition-Monitoring-Lösungen und Technologien, aber auch in digitale Services, Schulungen und Wissensangebote für unsere Kunden, damit Anlagen zuverlässig und ressourcenschonend betrieben werden können. Unser Ziel ist es, Hydraulik noch verständlicher und beherrschbarer zu machen." 

Stauff setzt auf eine starke Wertschöpfungskette im eigenen Haus, ist aber nie mit „Made in Germany“ aufgetreten. Herr Sturm, was wird in Zukunft wichtiger sein: die Marke Stauff oder der Herkunftsbegriff?

Jörg Sturm: „Ich bevorzuge ‚Made by Stauff‘!“ Wir sind im Kern ein Familienunternehmen mit deutschen Wurzeln. Unser hoher Qualitätsanspruch ist jedoch in unserer DNA verankert und nicht an die deutschen Standorte gebunden. So ist Stauff Deutschland beispielsweise bei der technologischen Weiterentwicklung unserer Produkte nach wie vor Taktgeber für die gesamte internationale Unternehmensgruppe. Wir dürfen unsere Produkte aber nicht ‚deutsch‘ denken und global verkaufen, sondern müssen von Anfang an global denken. Ich betrachte unsere internationalen Niederlassungen als Kunden, deren Anforderungen es ebenso zu berücksichtigen gilt wie die der OEM. Für die Zukunft sehe ich „Made by Stauff, made for the world“. In meiner Funktion als Sprecher von Stauff Deutschland verstehe ich mich in gewisser Weise als Moderator der internationalen Zusammenarbeit.

Helmut Ahrens: Bei Stauff fühlen sich die Mitarbeitenden auf allen Ebenen – von der Entwicklungsabteilung bis zur Produktion – für die Performance unserer Komponenten in der Anwendung verantwortlich, sei es im Passagierschiff oder in der Landmaschine, die auf dem Feld keinen Tropfen Öl verlieren darf. Dieses Bewusstsein ist nicht nur in Deutschland verankert, sondern wird in der gesamten internationalen Stauff Gruppe gelebt. Unseren Qualitätsanspruch muss übrigens auch jeder Subunternehmer und jeder Lieferant teilen. Wo Stauff draufsteht, muss immer Stauff Qualität drin sein, egal, wer das Produkt wo produziert hat.

Was ist Ihre Strategie für die internationale Weiterentwicklung?

Jörg Sturm: Ich denke, wir sollten so fortfahren wie bisher, nämlich in kleinen, gut durchdachten Schritten organisch wachsen. So haben wir jüngst beispielsweise unsere Präsenz im Mittleren Osten und Nordafrika durch entsprechende Niederlassungen gestärkt. In Indien erweitern wir derzeit unsere Produktions- und Entwicklungskapazitäten, da wir dort sowohl Fachkompetenz als auch Dynamik am Markt erkennen. In anderen Regionen ist es wiederum ratsam, erst einmal von Deutschland aus ein Basisgeschäft aufzubauen, das mittelfristig einen eigenen Standort rechtfertigt. In den nächsten zwanzig Jahren sehe ich zudem weiter wachsendes Potential in Afrika. Egal, welchen Markt oder welche Region wir uns vornehmen: Die Marke Stauff steht neben der Produktqualität und der Kundennähe immer auch für eine hohe Liefertreue. Diese muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein. Dafür ist eine sukzessive Weiterentwicklung der richtige Weg. 

Herr Ahrens, Sie waren fast 25 Jahre in verschiedenen Führungspositionen im In- und Ausland für die Stauff Gruppe tätig. Was begeistert Sie an Stauff als Arbeitgeber?

 Helmut Ahrens: Ein wichtiger Punkt war für mich immer die unternehmerische Stabilität, weil Stauff im Kern ein familiengeführtes Unternehmen ist. Diese Stabilität gibt den Mitarbeitenden viel Gestaltungsspielraum und gleichzeitig starken Rückhalt. So konnten wir uns über die Jahre immer breiter und krisenfester aufstellen, das Fundament sichern und dadurch wieder neue Freiräume schaffen. Dieser Mechanismus hat in den letzten Jahrzehnten hervorragend funktioniert und uns dorthin geführt, wo wir heute stehen. 

Herr Sturm, wie haben Sie Stauff in Ihrem ersten halben Jahr erlebt?

 Jörg Sturm: Ich kann Herrn Ahrens nur bestätigen. Hier gibt es ein großes Vertrauen in die Menschen und ihre Kompetenz, und zwar nicht nur auf Geschäftsführerebene, sondern auf allen Ebenen der Organisationsstruktur. Verglichen mit meinen Erfahrungen in großen Konzernen sind die Wege hier kurz, Entscheidungen werden schneller getroffen und die Dinge nicht komplizierter gemacht als sie sein müssen. Das ist anspruchsvoll, aber ich habe schon jetzt das Gefühl, genau dort zu sein, wo ich sein sollte.

FAQ zu Stauff Hydrauliksysteme

• Was bedeutet Stauff Hydrauliksysteme in der neuen Strategie? – Stauff richtet den Fokus stärker auf das gesamte hydraulische Leitungssystem und nicht nur auf einzelne Komponenten.

• Warum sind Stauff Hydrauliksysteme international relevant? – Das Unternehmen denkt Produkte laut Jörg Sturm von Anfang an global und berücksichtigt Anforderungen internationaler Niederlassungen und OEM.

• Welche Rolle spielen smarte Komponenten bei Stauff Hydrauliksysteme? – Stauff investiert in smarte Komponenten, Condition-Monitoring-Lösungen, digitale Services, Schulungen und Wissensangebote.

• Wie will Stauff Hydrauliksysteme weltweit weiterentwickeln? – Das Unternehmen setzt auf organisches Wachstum in kleinen, gut durchdachten Schritten und stärkt gezielt Regionen wie den Mittleren Osten, Nordafrika und Indien.

• Warum ist Qualität bei Stauff Hydrauliksysteme zentral? – Die Zuverlässigkeit des Hydrauliksystems hat Priorität; Ölreinheit, Filtration und Überwachung gelten als Teil des Qualitätsverständnisses.