IEW setzt beim Vakuumlöten auf eine präzise abgestimmte Hochvakuumlösung von Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions. Das Ergebnis sind saubere Prozesse, stabile Druckverhältnisse sowie geringer Energie- und Wartungsaufwand.
Vakuumkomponenten von Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions in einer großen Vakuumlötanlage VVBM200 von IEW.IEW induktive Erwärmungsanlagen GmbH)
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Summary: IEW entwickelt in Österreich Vakuumlötanlagen für
industrielle Anwendungen und setzt dabei auf Vakuumtechnik von Pfeiffer
Vacuum+Fab Solutions. Die Anlagen arbeiten seit der 2016 gestarteten
Entwicklung mit stabilen Hochvakuumbedingungen, geringem Energieverbrauch und
reduziertem Wartungsaufwand. Das stärkt die Prozessqualität vor allem in der
Werkzeugtechnik, aber auch in Prüftechnik, Forschung und Medizintechnik.
Beim Verbinden von Hartmetallen,
Diamanten oder Keramik stoßen konventionelle Lötverfahren schnell an ihre
Grenzen. Nur unter Hochvakuumbedingungen lassen sich saubere, oxidfreie
Lötstellen und konstante Ergebnisse erzielen. Genau hier setzt das Vakuumlötverfahren
des Unternehmens IEW an: Die Anlagen arbeiten mit präzise abgestimmter
Vakuumtechnik von Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions und ermöglichen stabile
Prozesse bei minimalem Energieverbrauch sowie geringem Wartungsaufwand. Für die Entwicklung einer neuen
Generation von Vakuumlötanlagen benötigte IEW eine zuverlässige
Hochvakuumlösung, die sowohl technisch robust als auch wirtschaftlich effizient
ist. Gemeinsam mit Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions wurde ein Anlagenkonzept entwickelt,
das aus einer Kombination von Turbomolekular-Vakuumpumpe und Vorpumpe besteht.
Damit wird ein Endvakuum von bis zu 8×10⁻⁶ hPa (mbar) gewährleistet. Dadurch
entstehen reproduzierbare Lötverbindungen selbst bei temperaturempfindlichen
Materialien, weil unter diesen nahezu gasfreien Bedingungen Oxidation
verhindert, die Wärmeübertragung präzise kontrolliert und die Bauteile mit der
Lötlegierung besonders gleichmäßig verbunden werden. Gleichzeitig reduzieren
die ölfreien Vakuumpumpen den Wartungsaufwand und verhindern Verunreinigungen
im Prozessraum – ein entscheidender Faktor für die hohe Qualität der
gefertigten Bauteile.
Hervorgegangen aus einer
Diplomarbeit zum Thema Induktionserwärmung, wurde das Unternehmen 1996 von
Dipl.-Ing. Martin Schweikhart als Ingenieurbüro Schweikhart gegründet. Bereits
ein Jahr später erfolgte die Umbenennung in iew induktive Erwärmungsanlagen
GmbH. Mit rund 20 Mitarbeitern beliefert iew heute Kunden weltweit. Neben individuell
konfigurierbaren Induktionserwärmungsanlagen machen die Vakuumlötanlagen von
iew einen stetig wachsenden Anteil des Umsatzes aus. Das Unternehmen ist
weltweit der einzige Anbieter, der beide Technologien aus einer Hand liefert –
ein Vorteil für viele Kunden, die beide Verfahren für ihren Produktionsprozess
benötigen.
Die Systeme werden unter anderem
beim Löten von Hochleistungsdiamantwerkzeugen, beim Schrumpfen, Glühen und
Härten von Metallen sowie in der Prüftechnik und Forschung eingesetzt. Im
Geschäftsfeld Vakuumlöten entfallen rund 80 Prozent der Anwendungen auf die
Werkzeugtechnik. Auch Hersteller von Messtastern sowie Unternehmen aus der
Medizintechnik zeigen großes Interesse an der Löttechnologie.
Vakuumlöten unter optimalen
Bedingungen
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Der Vakuumlötprozess beginnt mit
der Vorbereitung der zu verbindenden Bauteile, die je nach Anwendung aus
Hartmetall, polykristallinem Diamant oder Keramik bestehen können. Nach dem
Auftragen der Lötpaste werden die Werkstücke in einer Quarzglas-Vakuumkammer
positioniert. Anschließend wird die Kammer evakuiert, bis ein Druck von etwa
5×10⁻⁴ hPa (mbar) erreicht ist. Dadurch werden Sauerstoff, Stickstoff und
Feuchtigkeit aus dem Prozessraum entfernt – entscheidend, um Oxidation und
Verunreinigungen an den Lötstellen zu verhindern.
Vakuumlösungen von Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions in einer kleinen Vakuumlötanlage VVBM150 von IEW.IEW induktive Erwärmungsanlagen GmbH)
Während des Lötvorgangs
übernehmen Infrarotstrahler die präzise Erwärmung der Bauteile. Zunächst werden
sie homogen vorgeheizt, damit keine Spannungen im Material entstehen. Sobald
die Löttemperatur erreicht ist, senken die eingesetzten Vakuumpumpen den Druck
weiter auf etwa 5×10⁻⁵ hPa (mbar). Dieses Hochvakuumniveau minimiert die
Wärmeleitung durch Restgase und sorgt für ein gleichmäßiges Aufschmelzen der
Lötlegierung bei typischerweise rund 700-900 °C.
Nach Abschluss des Lötprozesses
wird das Vakuumniveau weiter erhöht – auf etwa 8 bis 9×10⁻⁶ hPa (mbar). In
dieser nahezu gasfreien Umgebung können die Werkstücke kontrolliert abkühlen,
ohne dass Sauerstoff oder Stickstoff mit der Oberfläche reagieren. Erst wenn
die Temperatur auf etwa 150 °C abgesunken ist, wird Umgebungsluft langsam
wieder eingelassen, um einen schonenden Druckausgleich zu gewährleisten.
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Das Zusammenspiel aus präziser
Temperaturregelung und stabilen Hochvakuumbedingungen garantiert
reproduzierbare Ergebnisse, dichte und saubere Lötverbindungen sowie eine
konstant hohe Produktqualität. Die robusten Anlagen sind für den industriellen
Dauerbetrieb ausgelegt und überzeugen durch lange Lebensdauer und minimale
Wartungsanforderungen.
Vakuumgelötetes Werkzeug zur Holzbearbeitung mit PKD-Besatz.IEW Induktive Erwärmungsanlagen GmbH)
Anlagenkonzept für stabile Druckverhältnisse
Im Jahr 2016 begann iew mit der
Entwicklung erster Prototypen für Vakuumlötanlagen, die später in zwei
Ausführungen verfügbar sein sollten – eine kompakte Variante für kleinere
Losgrößen und eine größere Anlage für den industriellen Serienbetrieb. Ziel war
es, eine zuverlässige und ressourcenschonende Alternative zu herkömmlichen
Systemen zu schaffen, die häufig mit Öldiffusionspumpen arbeiteten. Beim
Hochfahren musste das Öl erst auf Betriebstemperatur gebracht werden, und im
Prozess bestand stets die Gefahr, dass Öldämpfe in die Vakuumkammer gelangten
und empfindliche Oberflächen kontaminierten. Zudem waren Wartung und Reinigung
entsprechend aufwendig.
Als Antwort auf diese Probleme
entstand mit Unterstützung von Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions eine kompakte
Hochvakuumlösung, die ohne Diffusionspumpen auskommt und deutlich effizienter
arbeitet. Die gemeinsam realisierte Systemarchitektur kombiniert Turbomolekular-Vakuumpumpen
mit trockenen oder ölgeschmierten Vorvakuumpumpen – je nach Prozessanforderung.
Diese Kombination sorgt für stabile Druckverhältnisse bis in den Bereich von
8×10⁻⁶ hPa (mbar) und ermöglicht damit sauberes, reproduzierbares Löten bei gleichzeitig
geringem Energie- und Wartungsaufwand.
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In der kleineren Anlagenvariante
werden eine HiPace Turbopumpe und eine ölfreie Scroll-Vakuumpumpe der HiScroll
Serie eingesetzt, ergänzt durch präzise Vakuummessgeräte, Staubabscheider und
robuste Ventile. Für höhere Durchsätze nutzt die größere Anlage eine HiPace
Turbopumpe in Verbindung mit einer ölgeschmierten DuoVane
Drehschieber-Vakuumpumpe. Alle Komponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt
und für den Betrieb unter dauerhaft wechselnden thermischen Belastungen mit
gelegentlichem Schmutzanfall ausgelegt – eine Voraussetzung für die hohe
Prozessstabilität im täglichen Einsatz.
Simon
Riefling, verantwortlich für den internationalen Vertrieb bei iew, hebt hervor:
„Wir haben uns im Jahr 2018 für die Vakuumlösungen von Pfeiffer Vacuum+Fab
Solutions entschieden, weil das Unternehmen für beste Qualität und
hervorragenden Service steht. Als deutscher Hersteller mit ausgeprägter
High-Tech-Kompetenz ist Pfeiffer Marktführer, dessen Produkte wir immer wieder
an Universitäten, Hochschulen und in renommierten Unternehmen sehen. Für uns
verkörpert Pfeiffer maximale Zuverlässigkeit, daher setzen wir ihre
Vakuumpumpen in unseren Vakuumlötanlagen ein, denn wir möchten für unsere
Kunden die bestmögliche Qualität sicherstellen.“ Die verbauten Vakuumlösungen
zeichnen sich durch einfache Wartung und lange Lebensdauer aus. Die Turbopumpen
sind zum Beispiel für eine wartungsfreie Laufzeit von bis zu fünf Jahren
ausgelegt.
Wofür wird das Vakuumlötverfahren von iew eingesetzt? - Die Systeme werden unter anderem beim Löten von Hochleistungsdiamantwerkzeugen, beim Schrumpfen, Glühen und Härten von Metallen sowie in der Prüftechnik und Forschung eingesetzt.
Welche Materialien können im Prozess verbunden werden? - Je nach Anwendung können Hartmetall, polykristalliner Diamant oder Keramik verarbeitet werden.
Welche Vakuumwerte werden in den Anlagen erreicht? - Das Anlagenkonzept gewährleistet ein Endvakuum von bis zu 8×10⁻⁶ hPa (mbar). Während des Prozesses werden unter anderem etwa 5×10⁻⁴ hPa (mbar) und 5×10⁻⁵ hPa (mbar) erreicht.
Welche Vorteile bietet die Lösung gegenüber herkömmlichen Systemen? - Sie ermöglicht sauberes und reproduzierbares Löten, verhindert Oxidation und Verunreinigungen und arbeitet mit geringem Energie- und Wartungsaufwand.
Wie sind die beiden Anlagenvarianten ausgestattet? - Die kleinere Variante arbeitet mit einer HiPace Turbopumpe und einer ölfreien Scroll-Vakuumpumpe der HiScroll Serie. Die größere Anlage nutzt eine HiPace Turbopumpe in Verbindung mit einer ölgeschmierten DuoVane Drehschieber-Vakuumpumpe.