Die Impulsdruckprüfung hydraulischer Komponenten steht zunehmend auch unter Effizienzgesichtspunkten im Fokus. Die Ingenieurgemeinschaft IgH zeigt dafür ein verdrängergesteuertes Prüfstandskonzept.
Prüfstand mit Schutzumhausung.Ingenieurgemeinschaft IgH)
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Summary: Die Ingenieurgemeinschaft IgH GmbH aus Essen hat am
19.03.2026 ein Konzept für eine energieeffiziente Impulsdruckprüfung
vorgestellt. Der Prüfstand arbeitet mit verdrängergesteuerter Hydraulik im
geschlossenen Kreislauf und nutzt gespeicherte Energie für den nächsten Zyklus
weiter. Das senkt laut Unternehmen den Leistungs- und Kühlbedarf deutlich und
bleibt zugleich innerhalb der Anforderungen der ISO 6605.
Die Impulsdruckprüfung ist ein
etabliertes Verfahren zur Bewertung und Prüfung der Dauerfestigkeit
hydraulischer Komponenten. In Entwicklung und Qualitätssicherung werden
Bauteile dabei mit zyklischen Druckprofilen beaufschlagt, häufig auf Grundlage
von ISO 6605. Typischerweise erfolgen diese Prüfungen mit Druckniveaus oberhalb
des späteren Betriebsdrucks (meist dem 1,33 bis 1,5 fachen Betriebsdruck), mit
Zyklusfrequenzen zwischen 0,5 und 1,3Hz über mehrere Millionen Lastwechsel.
In der Praxis galt der hohe
Energiebedarf solcher Prüfstände lange als gegeben. Bei vielen konventionellen
Systemen wird permanent Druck erzeugt und das gewünschte Druckprofil über einen
ventilgesteuerten Druckübersetzer eingestellt. Das funktioniert, hat aber einen
klaren Nachteil: Ein großer Teil der eingesetzten Energie wird dabei durch die
Drosselverluste an den Ventilen in Wärme umgewandelt und muss anschließend aufwendig
über Kühlkreisläufe abgeführt werden. Entsprechend hoch sind Anschlussleistung,
Kühlbedarf und die Gesamtbetriebskosten. Gerade vor dem Hintergrund
steigender Energiekosten und dem Nachhaltigkeitsgedanken muss man sich die
Frage stellen, ob dieses Prinzip noch zeitgemäß ist.
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Ein Prinzipschaltplan für das Prüfkonzept.Ingenieurgemeinschaft IgH)
Ein neuer Ansatz:
Bereitgestellte Energie besser nutzen
Der von IgH Ingenieuren
entwickelte Impulsdruckprüfstand setzt genau an diesem Punkt an. Statt die
hydraulische Energie im System über Drosselverluste zu vernichten, arbeitet die
Anlage mit einer verdrängergesteuerten Architektur in einem geschlossenen
hydraulischen Kreislauf. Der wesentliche Unterschied liegt
im Umgang mit der im Prüfvolumen gespeicherten Energie. Wird ein kompressibles
Volumen unter Druck gesetzt, wird potenzielle Energie im System gespeichert. In
klassischen Prüfständen wird diese Energie beim Druckabbau im Wesentlichen in
Wärme umgewandelt. Beim verdrängergesteuerten Konzept wird sie dagegen
kontrolliert zurückgeführt und für den nächsten Kompressionszyklus mit genutzt.
Hier liegt der entscheidende
Vorteil: Die Energie muss nicht in jedem Takt vollständig neu aufgebracht
werden, sondern bleibt weitgehend im Kreislauf. Technisch realisiert wird das
unter anderem über eine hochdynamische Axialkolbenpumpe mit verstellbarer
Schrägscheibe, einem Druckübersetzer mit Gegenzylinder und ein Schwungrad als
temporärer Energiespeicher. Dieser geschlossene Aufbau reduziert Verluste und
senkt den Leistungsbedarf deutlich.
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Messbarer
Effizienzgewinn in der Praxis
Dass dieser Ansatz nicht nur
theoretisch interessant ist, zeigt sich beim Blick auf typische
Prüfbedingungen. Bei einem Druckpuls von 100 MPa und einem Prüfvolumen von 1
Liter liegt die benötigte installierte Leistung eines konventionellen,
ventilgesteuerten Prüfstands im Bereich von rund 30 kW.
Das verdrängergesteuerte System kommt unter vergleichbaren Bedingungen mit
deutlich weniger Leistung aus. Nach Angaben von IgH sind Einsparungen von
bis zu 70 Prozent möglich. Gleichzeitig sinkt auch der Kühlbedarf erheblich,
was die Gesamtbilanz zusätzlich verbessert.
Für Betreiber ist das aus mehreren Gründen relevant. Zum einen reduzieren sich
die direkten Energiekosten. Zum anderen fallen auch die Anforderungen an
Kühlung und Infrastruktur geringer aus. Über die Lebensdauer einer Anlage kann
das einen spürbaren Unterschied bei den Gesamtkosten machen.
Ein häufiger Einwand bei
energieoptimierten hydraulischen Systemen lautet, dass sie bei der Dynamik
Kompromisse machen müssen. Gerade bei der Impulsdruckprüfung ist das jedoch ein
zentraler Punkt. Die Druckanstiege und Druckabfälle müssen innerhalb definierter
Toleranzen ablaufen, da die Anforderungen der ISO 6605 an Rampenzeit und
Toleranzgrenzen nur wenig Spielraum lassen.
Nach Angaben von IgH wird die
erforderliche Dynamik durch das Zusammenspiel aus schnell reagierendem
Stellsystem und digitaler Regelung erreicht. Die Axialkolbenpumpe kann in
wenigen Millisekunden auf Sollwertänderungen reagieren, gleichzeitig sorgt eine
adaptive Regelung für die automatische Anpassung an die jeweilige
Systemsteifigkeit. Dadurch lassen sich unterschiedliche Prüflingsvolumina und
Bauteilcharakteristiken testen, ohne dass manuelle Reglereinstellungen
erforderlich sind.
Auch die Sollwertvorgabe erfolgt
nicht starr, sondern wird innerhalb der zulässigen Toleranzgrenzen optimiert.
Das hilft dabei, den Prüfstand mechanisch schonend zu betreiben und trotzdem
reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. In der Praxis zeigt sich, dass sowohl
die Genauigkeit des Druckprofils als auch die Reproduzierbarkeit vergleichbar
zu konventionellen Systemen sind, aber bei deutlich geringerem Energieeinsatz.
Technische Daten
und typische Anwendungen
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Der aktuelle Impulsdruckprüfstand
ist für Drücke bis 1.200 bar ausgelegt. Prüfvolumina bis 1 Liter und
Zyklusfrequenzen bis 1 Hz sind möglich. Die Anlage ist für mehrere Millionen
Lastwechsel konzipiert und erfüllt die Anforderungen der ISO 6605. Eingesetzt werden kann ein
solches System überall dort, wo hydraulische Komponenten unter zyklischer
Hochdruckbelastung geprüft werden müssen. Dazu gehören beispielsweise
Hydraulikschläuche, Rohr- und Verschraubungssysteme, Ventile oder andere
Komponenten im Maschinen- und Anlagenbau. Auch in zukünftigen Anwendungen, etwa
im Wasserstoffumfeld, nimmt der Bedarf an zuverlässigen
Hochdruck-Dauerfestigkeitsprüfungen weiter zu.
3D Darstellung eines Prüfstands mit Schutzumhausung.Ingenieurgemeinschaft IgH)
Modulares Konzept
Ein weiterer Aspekt der
Entwicklung ist der modulare Aufbau des Systems, bestehend aus der
hochdynamischen Versorgung, dem symmetrischen Druckübersetzer und der digitalen
Regelung. Das erleichtert nicht nur Wartung und Anpassung, sondern schafft auch
eine gute Grundlage dafür, das Konzept auf andere Anwendungsbereiche zu übertragen,
ohne die zugrunde liegende Regelungs- und Energierückgewinnungslogik zu
verändern. Damit wird aus einem Einzelprüfstand ein reproduzierbares
Produktkonzept, das vielfältig einsetzbar ist.
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Fazit
Die Entwicklung zeigt, dass sich
hohe Dynamik und ein deutlich geringerer Energieeinsatz nicht ausschließen
müssen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Systemarchitektur: Wird die
im Prüfprozess bereitgestellte Energie möglichst im Kreislauf genutzt, sinkt
der Bedarf an Antriebsleistung und Kühlung erheblich. Für Betreiber bedeutet das vor
allem eines: geringere laufende Kosten bei gleichzeitig hoher technischer
Leistungsfähigkeit. Genau das macht verdrängergesteuerte Prüfstände zu einem
interessanten Ansatz für zukünftige Hochdruck-Prüfanwendungen.
Quelle: Axxeron
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FAQ: Impulsdruckprüfung
Was ist das Ziel der
energieeffizienten Impulsdruckprüfung? – Ziel ist es, den Energiebedarf, den
Kühlaufwand und die Betriebskosten von Prüfständen zu senken.
Wie funktioniert die Impulsdruckprüfung bei IgH? – Das System arbeitet
verdrängergesteuert in einem geschlossenen hydraulischen Kreislauf und führt
gespeicherte Energie in den nächsten Zyklus zurück.
Welche Vorteile bietet diese Impulsdruckprüfung? – Laut IgH sind Einsparungen
von bis zu 70 % möglich, zugleich sinkt der Kühlbedarf deutlich.
Für welche Anwendungen ist die Impulsdruckprüfung ausgelegt? – Sie eignet
sich für hydraulische Komponenten wie Schläuche, Rohr- und
Verschraubungssysteme sowie Ventile.
Welche Norm erfüllt die Impulsdruckprüfung? – Der Prüfstand erfüllt die
Anforderungen der ISO 6605.