Hydrauliktechnik steht nicht nur für Bagger, Pressen und schwere Maschinen. Auch im Alltag übernimmt sie zentrale Funktionen – vom Wertstoffhof bis zum barrierearmen Wohnen.
Georg KälbleGeorgKälble
Technisch „aufgeräumt“ und visuell reduziert: Bei Aufzügen mit direkt wirkendem Hydraulikantrieb und Zentralstempel (Hydraulikzylinder) sind keine optisch störenden Seile, Umlenkrollen oder Gegengewichte erforderlichLutz2)
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Summary:
Presto, Boecker, Lutz-Aufzüge und Wilkhahn zeigen, wie Hydrauliktechnik und Pneumatik im Alltag wirken. Beispiele reichen von Containerpressen über Schrägaufzüge und Anhängerkrane bis zu Aufzügen im Bestand. Die Anwendungen sparen Kraft, Zeit, Platz und unterstützen Sicherheit, Wartung und Bedienkomfort.
Hydraulik ist doch überall! Dieser Gedanke schießt Andreas Weber durch
den Kopf, als er auf dem Wertstoffhof Altpapier entsorgt. Er will mit seiner
Frau in eine seniorengerechte Wohnung umziehen und macht im Eigenheim zunächst
„Klar Schiff!“, bevor der Umzug ansteht.
Herr Weber steht vor der mobilen Containerpresse „Megapress“ von
Presto. Das Interesse des pensionierten Ingenieurs daran ist geweckt. Die mit
dem Lagercontainer fest verbundene Presse dient dem Verdichten sperriger,
voluminöser Materialien von Möbeln bis hin zu XXL-Kartonagen. Über die mit 1,12
m niedrige und die 2,03 m breite sowie 1,83 m hohe Einfüllöffnung ist die
Presse mit einem Fassungsvermögen von bis zu 28 m³ aus ergonomischer Sicht
leicht befüllbar. Entleert wird die 6 t schwere, transportable Presse über das
mechanische Pendeldach.
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Altpapier und Kartonagen platzsparend verdichten - die Containerpresse „Megapress“ arbeitet mit einer Presskraft von 500 kN/m2. Der Pressvorgang wird dabei über mehrere Hydraulikzylinder gesteuert.Presto)
Aus
Sicherheitsgründen darf angeliefertes Material nur von geschultem Personal des
Werkstoffhofes über die Frontklappe in die Containerpresse eingefüllt werden.
Liegt ausreichend Material vor, startet der Pressvorgang. Die Presskraft
beträgt 500 kN/m2, die Taktzeit 60 Sekunden. Die Frontklappe wird
über zwei parallel arbeitende Hydraulikzylinder bis zu einer bestimmten
Position geschlossen. Dann beginnt die Pressplatte mit dem Verdichten des
Materials. Die Drehbewegung der Platte wird durch zwei Hydraulikzylinder
erzeugt. Diese sind mit der Welle der Pressplatte verbunden, jedoch
unterschiedlich positioniert. Durch separates Ansteuern der beiden Zylinder
kommt es zur Drehbewegung der Pressplatte. Hat die Pressplatte die untere
Position erreicht, wird die Frontklappe komplett geschlossen. Das im Container
verarbeitete Material kommt dabei nicht in Berührung mit der Hydraulikanlage,
die aus Hydraulikpumpe, -tank, Belüftungs- und Druckfiltern sowie diversen
Ventilen und Sensoren besteht.
Vom
Schreibtisch aus Strom sparen und …
Füllgewichte
steigern? Für Unternehmen, die mehrere Verdichter an unterschiedlichen
Standorten betreiben, hat Presto die „Presto-web“ Plattform mit den Systemen
„Pres-to-go“, „Pres-to-Link“ und „Pres-to-lock“ sowie die „Pres-to-web“-App
entwickelt. Sie ist bei Neuprodukten Standard und bei bestehenden Aggregaten
nachrüstbar. Über diese Werkzeuge kann der Bediener vom Rechner aus unter
anderem neben prüfen, wie die eingesetzten Verpresser konfiguriert sind, welche
Materialien momentan verarbeitet werden, Füllstände ermitteln oder kann
maschinenbezogene Daten auswerten, um damit die vorausschauende Instandhaltung
der Verdichter zu unterstützen. Zudem lässt sich über die „Presto-web“
Plattform die Fahrzeugplanung zum Entleeren der Verdichter zeitgenau planen.
Dadurch werden CO2-Emissionen und Frachtkosten reduziert.
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Kraft-
und zeitsparende „Fassadenkletterer“
Umzugsgut vom Möbelwagen direkt in die Wohnung – der Schrägaufzug „Avario HD26“ macht es möglich.Böcker)
Das
Ehepaar Weber hat eine seniorengerechte Wohnung in der City gefunden. Umzüge in
Stadtzentren haben aufgrund beengter Platzverhältnisse oft ihre Tücken. Und bei
Transporten über mehrere Stockwerke hinweg sind sie eine große körperliche
Belastung für das eingesetzte Personal. Daher setzt das Umzugsunternehmen den
kompakt gebauten und leicht manövrierbaren Schrägaufzug Typ „Avario“ von
Boecker ein. Das Konzept dieses Schrägaufzuges gibt es seit 60 Jahren.
Aggregate dieser Art waren zunächst als Bauaufzüge mit Knickstück gedacht, um
Dachdeckern den sicheren Transport von Dachziegeln über Traufe und Dachfirst
hinweg zu ermöglichen.
Hydraulik
übernimmt viele Aufgaben
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Gleich mehrere Funktionen des „Avario“ werden hydraulisch unterstützt.
Da ist zunächst der hydraulische Rangierantrieb, mit dem der Aufzug selbst auf
beengtem Raum schnell und einfach in die richtige Position gebracht wird. Dieser
Antrieb basiert auf einer mechanischen Verbindung zwischen dem Hydraulikmotor
und den Rädern des Anhängerfahrgestells. Wird der Rangierantrieb eingelegt,
entsteht ein form- und kraftschlüssiger Kontakt zwischen dem Hydromotor und den
Felgen des Aufzugs. Dadurch kann die vom Hydraulikmotor erzeugte Drehbewegung
direkt auf die Räder übertragen werden. Die Steuerung erfolgt über zwei Hebel,
mit denen sich der Aufzug hydraulisch bewegen und präzise rangieren lässt.
Neben dem Rangierantrieb wird der Aufrichtwinkel der Aufzugschiene
mittels eines doppelt wirkenden Hydraulikzylinders verstellt. Die Veränderung
der Teleskoplänge des Schienenpakets sowie das Bewegen des Transportschlittens
erfolgen jeweils über eine hydraulisch angetriebene Winde. Während die
Teleskopwinde für das Aus- und Einfahren der Schienen verantwortlich ist, dient
die Lastwinde dem Antrieb des Schlittens entlang der Schiene.
Beim Schrägaufzug „Avario“ von Boecker wird unter anderem der Rangierantrieb hydraulisch unterstützt,Böcker)
Das Bedienen des Aufzuges erfolgt elektrohydraulisch. Wahlweise
über einen Kabel-Hängetaster, eine fest am Kopfstück montierte Bedieneinheit
oder optional über eine Funkfernbedienung. Dabei basiert das System auf einer
sensorgestützten Positionsüberwachung entlang der Aufzugsschiene. Im unteren
und oberen Auslaufbereich der Schiene sind Sensoren installiert. Sie erfassen
die Position des Fahrschlittens. Nähern sich Aufzug oder Fahrschlitten einer
Endlage, wird automatisch die Schrittgeschwindigkeit reduziert. So bremst der
Aufzug kontrolliert ab und kommt anschließend sanft zum Stillstand.
Die Schrittfahrt wird wahlweise über den Kabel-Hängetaster, die
fest installierte Bedieneinheit am Kopfstück oder über eine Funkfernbedienung
ausgelöst. Zudem verfügt die Anlage über eine Selbsthaltefunktion. Wird der
Bedientaster für eine längere Zeit betätigt, fährt der Aufzug selbstständig bis
zur nächsten Endlage, ohne dass der Taster dauerhaft gedrückt gehalten werden
muss.
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Mit der transportablen Bedieneinheit lassen sich Schrägaufzüge ortsunabhängig steuern.Böcker)
Sicherheit ist das A und O
Beim Absenken des Aufzugs ist ein 2-Meter-Sicherheitsstopp
vorgesehen. Er dient dem Schutz von Personen, die sich unterhalb der Pritsche
aufhalten könnten. Der Aufzug hält automatisch in dieser Höhe an und kann erst
anschließend von der unteren Bodenstation aus wieder in Bewegung gesetzt und
vollständig nach unten gefahren werden. Das Gerät darf nur von speziell
geschultem Personal bedient und instandgehalten werden.
Leichtgewicht mit starkem „Arm“ ...
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Für
Umzüge und andere Aufgaben im gewerblichen Bereich bietet sich der „AHK 36X“
von Boecker an. Dieser Anhängerkran ist seit März 2026 auf dem Markt. Dank des
modernen Mastsystems erreicht der Kran beachtliche Ausfahrlängen von 34-36
Metern und kann Lasten bis 1.500 kg (optional 2.400 kg) heben. Dies alles bei
einem zulässigen Gesamtgewicht von nur 3,5 t. Der „AHK 36X“ ist neben dem
klassischen Benzin- oder Dieselmotor ist der Anhängerkran auch als reiner
Elektrokran erhältlich.
…
und vielseitigem Hydrauliksystem
Der Anhängerkran „AHK 36X“ hat eine beachtliche Ausfahrlänge von 36 Metern und hebt Lasten bis zu 1,5 t.Böcker)
Beim
Anhängerkran „AHK 36X“ werden alle Kranfunktionen durch eine komplett
hydraulische Antriebstechnik gesteuert. Es beginnt beim Abstützen, dem
Nivellieren des Fahrgestells, das von vier doppeltwirkenden Hydraulikzylindern
übernommen wird. Diese sorgen selbst auf unebenem Untergrund für einen stabilen
Stand.
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Der Drehantrieb des Krans wird hydraulisch über einen Ölmotor
gesteuert, der in einer Kugeldrehverbindung montiert ist und eine präzise
Rotation des Kran-Oberwagens ermöglicht. Das Teleskopsystem, das sowohl im
Hauptmast als auch im Ausleger demselben Prinzip folgt, wird durch das
Zusammenspiel von Teleskopzylindern, Stahlseilen und Flyerketten realisiert.
Letztere sind hochfeste, robuste Stahl-Gelenkketten, die speziell auf hohe
Zugkräfte bei hebenden Anwendungen ausgelegt sind. Zusätzlich wird der Aufrichtwinkel
des Hauptmastes und des Auslegers über doppeltwirkende Hydraulikzylinder
feinjustiert. Damit lässt sich der Kran flexibel an unterschiedliche
Einsatzsituationen anpassen.
Herzstück des „AHK 36X“ ist die Winde, die ebenfalls hydraulisch
angetrieben wird. Im Einzelstrangbetrieb kann sie bei einer Seilgeschwindigkeit
von 65 Metern/Minute Lasten von bis zu 1,5 Tonnen heben. Damit sei laut
Hersteller sowohl die Effizienz als auch Sicherheit bei Hebevorgängen
gewährleistet. Alle hydraulischen Aktoren werden beim „AHK 36X“ über eine
zentrale Hydraulik-Verstellpumpe versorgt, die über einen 18 kW Benzinmotor
betrieben wird. Über die Pumpe wird ein maximaler Druck von 300 bar und einen
Volumenstrom von 61 l/Minute erzeugt. Damit ist eine gleichmäßige, kraftvolle
Versorgung aller Kranfunktionen sichergestellt.
Ohne Normen geht es nicht
Bei
der Entwicklung des „AHK 36X“ hatten die Konstrukteure von Boecker unter
anderem die EMV-Richtlinie 2014/30/EU im Blick, die ein Begrenzen der
Störaussendungen an Aggregaten in der Umgebung sowie die Störfestigkeit der
Maschine selbst gewährleistet. Zum Normenkanon gehören unter anderem auch die
Lärmrichtlinie 2000/14/EU sowie die allgegenwärtige EG-Maschinenrichtlinie
2006/42/EG.
Gesundes Sitzen dank moderner Pneumatik
Zentrales Element moderner Bürostühle ist das Prinzip der Gasdruckfeder. Es basiert auf
der Kompression von Gas und ermöglicht neben der angenehmen Federung eine
kontrollierte Hub- und Senkbewegung.
Die Gasdruckfeder besteht aus einem Zylinder, in dem sich ein
Kolben mit einer Kolbenstange bewegt. Der Zylinder ist unter hohem Druck mit Stickstoff gefüllt. Das Edelgas ist
reaktionsträge und sorgt für die nötige Federkraft. Im Inneren befindet sich
zudem etwas Öl zur Endlagendämpfung und zum Schmieren der Dichtungen.
Die Steuerung erfolgt über ein Ventil am oberen Ende des
Zylinders. Es wird durch den Hebel unter dem Sitz betätigt.
Wenn der Hebel gezogen und der Sitz entlastet wird, drückt das
komprimierte Gas den Kolben nach oben.Der Stuhl fährt aus. Wird der Hebel
während des Sitzens gedrückt, überwindet das Körpergewicht den Gasdruck. Das
Gas wird weiter komprimiert. Der Kolben sinkt ab. Wird der Hebel losgelassen,
schließt das Ventil. Da Gas komprimierbar ist, bleibt die eingestellte Höhe
fixiert, bietet aber dennoch einen gewissen Federweg.
Bei den Trimension-Bürostühlen von Wilkhahn profitiert der Nutzer
zudem von einer dreidimensional in alle Richtung beweglichen Kinematik, die
ähnlich dem menschlichen Bewegungsapparat aus zwei unabhängig arbeitenden
Kniegelenken und zwei Hüftgelenken nachempfunden ist. Dabei bleibt der Nutzer
stets im Gleichgewicht und wird in jeder Lage sicher vom Stuhl geführt und
gehalten. Auf diese Weise führt der Nutzer intuitiv hocheffektive,
dreidimensionale Bewegungen während der sitzenden Tätigkeit aus. Diese Art des
Sitzens wirkt unter anderem präventiv gegen Verspannungen und
Rückenbeschwerden.
Hydraulik für seniorengerechtes Wohnen im Bestand
Wer
seniorengerecht wohnen will, für den spielt das Thema „Aufzug“ eine wichtige
Rolle. Zum Glück lassen sich Aufzüge auch in Altbauten nachträglich einbauen. So rüstete das Unternehmen Lutz-Aufzüge ein Bestandsgebäude im
Hamburger Stadtteil Alsterdorf mit einem Aufzug aus. Projekte dieser Art seien
typischerweise durch begrenzte Platzverhältnisse und hohe gestalterische
Anforderungen geprägt, so André Szelagowski, Vertriebsleiter bei Lutz-Aufzüge.
Als zusätzliche Herausforderung erwies sich das architektonisch anspruchsvolle,
oval geformte Treppenhaus.
Umzüge sind stets eine Herausforderung. Dank moderner Hydrauliktechnik wird das Umzugspersonal entlastet und Zeit eingespart.Lutz-Aufzüge)
Ganz bewusst entschied sich das Lutz-Team bei dem Aufzug für einen
direkt wirkenden Hydraulikantrieb mit Zentralstempel
(Hydraulikzylinder). Denn bei dieser Bauweise sind keine Seile, Umlenkrollen
oder Gegengewichte erforderlich. So bleibt der Schacht technisch „aufgeräumt“
und visuell reduziert. Dies ist ein wesentlicher Aspekt bei einem vollständig
einsehbaren, runden Aufzugssystem. Hinzu kommt, dass der Hydraulikantrieb
eine sehr kompakte Bauweise mit wenigen Komponenten ermöglicht – ein
großer Vorteil bei engen oder geometrisch anspruchsvollen Einbausituationen.
Gerade bei Panorama- bzw. Glasaufzügen, bei denen die Technik möglichst
unsichtbar bleiben soll, spielt dieser Aspekt eine zentrale Rolle.
Im Fallbeispiel übernimmt der Hydraulikantrieb über den zentral
angeordneten Stempel ausschließlich das Heben und Senken der Kabine. Alle
weiteren Funktionen – wie Steuerung, Türantriebe, Beleuchtung – würden durch
separate elektronische Systeme realisiert, erklärt André Szelagowski und geht
weiter ins Detail. Bei der Anlage handele es sich um einen direkt hydraulischen
Aufzug mit einem zentral angeordneten, zweifach teleskopierten Stempel. Dieser
ist im Rahmen einer Erdbohrung von rund 6,5 Metern Tiefe in ein Schutzrohr
eingebracht. Die Aufzugsanlage ist in ein rund ausgeführtes
Schachtgerüst mit Streckmetallverkleidung integriert und zeichnet sich
durch eine vollständig verglaste, gebogene Kabine aus. Ergänzt wird das
architektonische Konzept durch ebenfalls gebogene, vollverglaste Türen. Der
Türantrieb ist im unteren Bereich angeordnet.
Bei Planung und Umsetzung wurden besonders die EN 81-20/50
(Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen), EN 81-70
(Barrierefreiheit von Aufzügen) und die EN 81-73 (Verhalten von Aufzügen im
Brandfall) berücksichtigt. Diese Normen stellen sicher, dass technische und
nutzerspezifische Anforderungen erfüllt sind.
Laut Stefan Andres, Kundendienstchef bei Lutz-Aufzüge, konzentriert sich
der Wartungsaufwand eines Hydraulikantriebs im Wesentlichen auf das Hydraulikaggregat
sowie die zugehörigen Komponenten. Dazu zählen eine Sichtprobe auf mögliche
Undichtigkeiten an den Ventilen oder am Hydraulikschlauch, die Kontrolle der
elektrischen Zuleitungen zu den Ventilen auf Beschädigungen sowie das
Überprüfen des Ölstands im Aggregat. Darüber hinaus wird die Funktion der
Handpumpe geprüft, ebenso wie die Nachholeinrichtung in den einzelnen
Haltestellen. Die Nachholeinrichtung sorgt dafür, dass der Fahrkorb, wenn er etwas unterhalb der Bündigkeit steht, automatisch
korrigiert wird. In diesem Fall wird die Pumpe angesteuert, sodass die Kabine
kontrolliert nach oben nachfährt, bis die exakte Etagenhöhe wieder erreicht
ist. Durch diese klar strukturierten Wartungsarbeiten, so Stefan Andres, ließe
sich ein zuverlässiger und langlebiger Betrieb der Anlage sicherstellen.
Im Fall der Fälle gelassen bleiben ...
Laut Stefan Andreas hat ein
Stillstand der Aufzugsanlage in der Regel zwei Ursachen: Eine
Übergeschwindigkeit in Abwärtsrichtung oder eine elektrische Störung. Bei
Ersterem greift bei hydraulischen Aufzügen die Rohrbruchsicherung. Dabei
schließt das Rohrbuchventil automatisch, sodass kein Öl mehr durch die Leitung
strömen kann und die Kabine sofort zum Stillstand kommt. In diesem Zustand ist
eine Weiterfahrt nach unten nicht mehr möglich. Über eine am Hydraulikaggregat
integrierte Handpumpe kann jedoch Druck aufgebaut werden, sodass die Kabine
kontrolliert wieder nach oben bewegt werden kann.
Sollte eine elektrische Störung vorliegen – beispielsweise durch
Öffnen eines Sicherheitskontakts während der Fahrt oder einen Stromausfall –
wird die Anlage sofort gestoppt. Danach kann die Kabine über ein
Notablassventil am Hydraulikaggregat kontrolliert nach unten gefahren werden.
Alternativ ist auch eine Bewegung nach oben über die Handpumpe möglich. Sobald
die Kabine eine Haltestelle erreicht, zeigt die Steuerung dies über eine
Bündiganzeige – in der Regel eine rote LED-Leuchte - an, sodass die Türen geöffnet
und eingeschlossene Personen sicher befreit werden können.
Fazit: Hydraulische und pneumatische Anwendungen (siehe
Infokasten) gibt es im „ganz normalen Leben“ öfter als angenommen. Damit bieten
sich für Hersteller viele Gelegenheiten, neue Marktnischen mit passenden
Lösungsansätzen zu bedienen.
FAQ: Hydrauliktechnik im Alltag
Wo
kommt Hydrauliktechnik im Alltag zum Einsatz? – Hydrauliktechnik findet sich
unter anderem in Containerpressen, Schrägaufzügen, Anhängerkranen und
nachgerüsteten Aufzügen in Bestandsgebäuden.
Welche
Vorteile bietet Hydrauliktechnik bei Umzügen? – Sie unterstützt Rangieren,
Heben, Teleskopieren und kontrolliertes Bewegen von Lasten, wodurch Personal
entlastet und Zeit eingespart wird.
Warum
eignet sich Hydrauliktechnik für Aufzüge im Bestand? – Direkt wirkende
Hydraulikantriebe benötigen keine Seile, Umlenkrollen oder Gegengewichte und
ermöglichen eine kompakte, optisch reduzierte Bauweise.
Welche
Rolle spielt Hydrauliktechnik beim Anhängerkran AHK 36X? – Beim AHK 36X steuert
sie Abstützung, Nivellierung, Drehbewegung, Teleskopieren, Aufrichtwinkel und
Winde.
Wie
wird Hydrauliktechnik bei Containerpressen genutzt? – Hydraulikzylinder
schließen die Frontklappe und bewegen die Pressplatte, um sperrige Materialien
wie Kartonagen oder Möbel zu verdichten.