Was die Entwicklung der Branche angeht, sehen die Hersteller unterschiedliche Dynamiken. Einig sind sich Dr. Haack von Rexroth und Dr. Appel von Linde darüber, dass die Branche aktuell vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehe. Das habe nichts mit dem Stand der Technik zu tun, sondern mit dem starken Wettbewerb der Abnehmer untereinander. Beispielsweise stehe die Baumaschinen-Branche vor einer enormen Konsolidierungsphase. „Hydraulische Antriebssysteme sind besonders stark in Maschinen und Fahrzeugen zur Rohstoffgewinnung, -transport und -verarbeitung integriert. Und gerade diese Gebiete zeigen nachhaltig eine eher schwache Konjunktur mit Aussicht auf weitere Marktbereinigungen“, sagt Haack.

Janfried A. Tirre sieht Wachstumsmärkte in den USA und Russland sowie in Schwellenländern wie China und Indien. Insbesondere habe dort die Landwirtschaft und die Baubranche Bedarf an moderner Technik. Zum Beispiel werde künftig die hydrostatische Fahrantriebstechnik die bisher standardmäßig eingesetzten Antriebstechnologien verdrängen. Durch die Verfügbarkeit von moderner Fertigungstechnologien verkürzt sich nach Tirres Worten vor allem „die Lernkurve bei der Herstellung von Standard-Hydraulikaggregaten drastisch. Das heißt, die früheren Kernkompetenzen und das Know-how eines Herstellers werden heute durch den Fortschritt in den Herstellungsverfahren breiter nach außen getragen. Der Bereich Hochdruckhydraulik bildet hier allerdings eine Grenze, die durch umfangreiches Wissen und Erfahrung manifestiert ist“, so Tirre.

Dem Kunden anwendungsspezifische Lösungen zu liefern, ist für die Hydraulikbranche durchaus eine Herausforderung, behauptet Manfred Mager. „Weil der Kunde nur noch für das bezahlen will, was er tatsächlich braucht und der Wettbewerb ein harter Preiskampf geworden ist, berät Parker Hannifin die Kunden im eigenen Mobile Systems Center zielgerichtet und produktbereichsübergreifend“, berichtet Mager. Das mache insofern Sinn, weil Kundenanforderungen mit speziellen Ausstattungsvarianten für spezielle Anwendungen zu den Stärken des Unternehmens gehörten. Die Kunden werden vom Produkttest bis zur Inbetriebnahme betreut. Auf der Bauma 2016 konnte sich der Besucher von dem umfassenden technologieübergreifenden Portfolio Parkers überzeugen und viele Innovationen wie beispielsweise den neuen Torqmotor TGK für höhere Drehmomente entdecken. wk