Doppel-Axialkolben-Hydraulikmotor
Der Doppel-Axialkolben-Hydraulikmotor HMV 105 D bietet für höhere Maximaldrehzahlen und ein größeres Wandlungsverhältnis von Ölvolumenstrom in Drehbewegung als herkömmliche Schrägscheibentriebwerke. Dabei sind zwei Schrägscheibenmotoren kolbenseitig „face to face“ konstruiert. Somit wird nur eine Schrägscheibe zur Verstellung des Verdrängungsvolumens der zwei Motoren benötigt, und es wird eine Kompensation der inneren Triebwerkskräfte derart erreicht, dass nur eine Triebwelle und nur zwei (statt vier) Lager für die beiden Triebwerke benötigt werden. Bild: Linde Hydraulics

Die Anforderungen hinsichtlich Geräuschemissionen sind anwendungsspezifisch und hängen vom Antriebssystem und seinen Einsatzbedingungen ab. Während beispielsweise bei Kunststoffmaschinen sehr strenge Anforderungen gelten, spielt die Geräuschentwicklung bei einer Winde auf einem Containerschiff oder bei einem Bagger eine eher untergeordnete Rolle. „Gleichwohl ist das Geräuschverhalten eine wesentliche Eigenschaft, die in den letzten Jahren stetig verbessert wurde und signifikante Fortschritte erreicht hat“, sagt Haack. „Wir arbeiten unter anderem mit Hilfe modernster Simulations- und Berechnungstools kontinuierlich an der weiteren Verbesserung“, erklärt er.

Bei mobilen Arbeitsmaschinen entstehen die Geräusche direkt im Triebwerk, das heißt beim Umsteuern der Kolben und vor allem durch Druckanstiege. Neben aktiven Dämpfungsmaßnahmen im Gesamtsystem werden deshalb bei Linde am sogenannten Steuerboden Dämpfungsschlitze im Zehntel- und Hundertstel-Millimeter-Bereich eingearbeitet, um die Druckspitzen und Pulsationsschwingungen zu verringern. „Für die Berechnung der Geräuschentstehung und deren Dämpfung nutzen wir CFD-Simulationstechniken, weil man hier mit klassischen Verfahren nicht mehr weiter kommt“, betont Dr. Appel. Bei der Geräuschreduzierung kommen die Anforderungen vor allem von den Anwendern, sagt er, nicht so sehr seitens Normen. „Wir haben Kunden, die Mobilbagger herstellen, welche gern im städtischen Bereich eingesetzt werden. Da ist der Lärmpegel ein wichtiges Thema.“ Beim Thema Dieselemissionen sind die Abgasnormen hingegen streng. „Da hat die Gesetzgebung zur Emissionsreduzierung die Welt der Mobilhydraulik grundlegend verändert. Höhere Drehzahlen und Drücke bei kleinerer Dimensionierung und besserem Wirkungsgrad sind hierbei zentrale Themen“, ergänzt Tirre.