Rohre, Bild: © juergenproell, Fotolia

Das Unternehmen Albert Biebl Rohrbiegetechnik nutzt die Parflange-Bördeltechnologie von Parker Hannifin für die Großserienfertigung von O-Lok-Rohrverbindungen. Bild: © juergenproell, Fotolia

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet die Albert Biebl Rohrbiegetechnik mit Parker Hannifin. Parker stellte 2008 dem Albert Biebl-Team die neu entwickelte Parflange 50 Orbitalbördelmaschine für einen Feldtest zur Verfügung. Diese Maschine ist speziell für das orbitale Bördeln und Flanschen von Hochdruckrohrverbindungen, wie zum Beispiel O-Lok, entwickelt worden.

O-Lok Verschraubungen, Bild: Parker Hannifin
O-Lok Verschraubungen mit elastomerer O-Ring-Abdichtung können für metrische und zöllige Rohr- und Schlauchanschlüsse verwendet werden. Bild: Parker Hannifin

Durch das patentierte Parflange-Verfahren wird das Rohrende zunächst gebördelt und dann geflanscht. Das abschließende Rollen sorgt dafür, dass die Oberfläche glatt und eben wird und unterscheidet sich somit vom klassischen Aufstauchen durch axiales Einpressen eines Werkzeugs. Durch das orbitale Bördeln ist das gebördelte Rohrende fest mit der O-Lok-Stützhülse verbunden, sodass letztendlich eine robuste und vibrationsunempfindliche Verbindung entsteht.

O-Lok-Verschraubungen verfügen über eine stirnseitige elastomere O-Ring-Abdichtung und bestehen aus der Überwurfmutter, dem Verschraubungskörper, dem Trap Seal und der Hülse. Das Rohr wird mit dem eingangs erwähnten Parflange-System auf 90° geflanscht. Bei der Montage wird das elastomere Trap Seal in der Nut der Verschraubung unverlierbar verpresst, so dass eine leckagefreie Dichtung entsteht. O-Lok-Verschraubungen sind für eine große Bandbreite an Rohrwandstärken geeignet. Sie können für metrische und zöllige Rohr- und Schlauchanschlüsse verwendet werden.

Automatischer Prozess

Die hierfür eingesetzte Parflange 50 Bördelmaschine wird für die Großserienfertigung aller Größen der Triple-Lok-und O-Lok-Verschraubungen von Parker empfohlen. Die Maschine ist als Hochleistungs-WorkCenter konzipiert und ermöglicht durch ihr Design einen schnellen Werkzeugaustausch und einfache Bedienung ohne manuelle Einstellarbeiten. Spannen und Schmieren der Werkzeuge erfolgen bei diesem Modell automatisch. Die maximale Rohraufnahmekapazität beträgt 50 mm/2“ Rohraußendurchmesser. Der leistungsstarke Antrieb und der schnelle automatische Prozess ermöglichen kurze Zykluszeiten und damit eine effiziente Produktion.

Maschine für Großserienfertigung

Rohrende, Bild: Albert Biebl Rohrbiegetechnik
In der Parflange 50 Maschine wird durch das patentierte Parflange-Verfahren das Rohrende zunächst gebördelt und dann geflanscht. Bild: Albert Biebl Rohrbiegetechnik

An der Weiterentwicklung der Parflange 50 zur Parflange 50 PRO im Jahre 2014 hatte das Biebl-Team ebenfalls einen wichtigen Anteil. Im Gegensatz zur Basisversion ist die Parflange 50 PRO mit einen automatischen Hülsenzuführsystem ausgestattet. Diese Maschine ist dadurch für die Großserienfertigung von O-Lok-Verbindungen gleicher Abmessung gut geeignet. Der Feederaufsatz ermöglicht eine noch einfachere Bedienung: Das Rohr wird in die Maschine eingeführt und nach der erfolgten Rohrendenbearbeitung einfach entnommen. Zeitraubende Zwischenschritte wie das manuelle Einlegen von Kragenringen oder das manuelle Auslösen des Parflange-Bördelprozesses über einen Fußschalter, wie zum Beispiel bei den älteren Parflange 50 Vorgängermaschinen, entfallen.

Parflange 50 PRO-Maschine, Bild: Parker Hannifin
Die Parflange 50 PRO-Maschine ist für die Großserienfertigung von O-Lok-Verbindungen ausgelegt. Bild: Parker Hannifin

Das Hülsenzuführsystem wurde bei Biebl getestet. Ziel des Feldtests war es unter anderem Verbesserungspotenziale aufzudecken von denen auch andere Kundengruppen profitieren können. So konnte aus den Erfahrungen des Biebl-Teams heraus die Handhabung des Feeders und der automatischen Hülsenzuführung nochmals verbessert werden. Im Detail wurden unter anderem die Zuführschienen mit einer Öffnung versehen, um nicht mehr benötigte Krangenringe einfacher entnehmen zu können. Darüber hinaus wurde die Maschinenabdeckung modifiziert, um im Rahmen der Wartung einen einfacheren Zugang zum Maschineninnenraum zu haben.

„Mit dem Einsatz der Parflange 50 PRO-Maschine konnten wir die Produktivität bei der Vorbereitung gerader Rohre noch einmal deutlich steigern“, erklärt Firmenchef Albert Biebl. „Was uns mit einem gewissen Stolz erfüllt, ist die Tatsache, dass dank unserer Empfehlungen die Leistungsstärke der Parflange 50 PRO-Maschine weiter verbessert werden konnte“, ergänzt Juniorchef Florian Biebl.

„Bisher haben wir mit der Parflange 50 PRO-Maschine sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir sind sicher, dass zu den bereits mit diesem Aggregat produzierten 500.000 Bördelungen noch ein Vielfaches dazu kommt“, sagt Albert Biebl. hei

 

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Hintergrundinformationen

Florian Biebl (li.) und Albert Biebl (re.) von der Firma Albert Biebl Rohrbiegetechnik gaben Sven Zanft (Mitte) von Parker und seinem Team wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung der Parflange 50 zur Parflange 50 PRO-Maschine. Bild: Albert Biebl Rohrbiegetechnik

Das Unternehmen

Biebl Rohrbiegetechnik

Der Unternehmensgründer Albert Biebl startete 1985 seine unternehmerische Selbständigkeit. In einer Garage stellte er zunächst Kfz-Tuningteile her. Drei Jahre später gelang dann die Spezialisierung in die Rohrbiegetechnik. Albert Biebl erwarb die erste CNC-gesteuerte Rohrbiegemaschine. Die Spezialisierung auf das Biegen und die Rohrendenbearbeitung medienführender Rohre für Öl-, Schmier-und Kühlwasserleitungen schritt weiter fort. Heute produziert das Unternehmen auf 10.000 qm Hallenfläche vom Verteilerblock über Ölrücklaufleitungen bis hin zu Getriebeschmierleitungen komplexe, gebogene Rohrsysteme, die in Bau- und Landmaschinen sowie in Nutz- und Schienenfahrzeugen verbaut werden.