Formstutzen - Bild: Stauff

Formstutzen können im Handumdrehen über einen Bajonettverschluss ausgetauscht werden. Bild: Stauff

Umformende Systeme sind die „Königsklasse“ der Rohrverbindungssysteme, denn sie bieten ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit und werden auch in Bereichen eingesetzt, in denen üblicherweise das Schweißen oder Bördeln von Rohren als sicherste Verbindungstechnik betrachtet wird. Ihre Entwicklung erfordert die Berücksichtigung komplexer technischer Parameter, aber auch fundierte Kenntnisse der Arbeitsabläufe in unterschiedlichen Anwendungen. Diese Anforderungen erfüllt das mittlerweile flächendeckend verfügbare Umformsystem, mit dem Stauff sein eigenes Rohrverbindungsprogramm Stauff Connect weiter ausbaut.

Einfache und fehlerfreie Montage

Stauff Form im Serieneinsatz - Bild: Stauff
Stauff Form im Serieneinsatz, hier im Tube Technology Center eines australischen Rohrleitungsbau- und Serviceunternehmens. Bild: Stauff

Besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf die letzten, manuell ausgeführten Montageschritte des Umformsystems im Verschraubungskörper gelegt. Ulrich Stefan König, Global Chief Research & Development Officer der Stauff-Gruppe: „Der Monteur zieht die Überwurfmutter mit einem geeigneten Gabelschlüssel bis zum Punkt des deutlich spürbaren Kraftanstiegs an und schließt die Montage mit einer weiteren Drehung um 15° bis 20° über diesen Punkt hinaus ab. Ein deutlich spürbarer Drehmomentanstieg signalisiert das Montageende. Der kurze, definierte Montageweg nach dem Erreichen des Festpunktes ermöglicht eine quasi intuitive Montage bei geringem Platzbedarf. Das heißt: Über- oder Untermontagen sind nahezu ausgeschlossen. Spezielle Werkzeuge, wie zum Beispiel ein Drehmomentschlüssel, sind für die Endmontage nicht erforderlich.“ Selbstverständlich können die Rohrverbindungen für Wartungszwecke beliebig oft gelöst und ohne schädliches Aufweiten des 24°-Innenkonus erneut montiert werden. Stauff Form steht für Stahl- und Edelstahlrohre mit Abmessungen von 6 x 1,5 mm bis 42 x 4 mm (Leichte Baureihe) und 6 x 1,5 mm bis 38 x 6 mm (Schwere Baureihe) zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil: Für sämtliche Rohrwerkstoffe kommen identische Montagewerkzeuge, also Klemmbacken und Formstutzen, zum Einsatz. In Verbindung mit den Stauff-Connect-Komponenten wird eine Druckbeständigkeit bis 500 beziehungsweise 800 bar (in Abhängigkeit von der Materialgüte und der Wandstärke des eingesetzten Werkstoffs, der Baureihe, Ausführung und Baugröße des Verschraubungskörpers sowie unter Berücksichtigung diverser Faktoren zur Druckreduzierung) erreicht. Das System ist universell einsetzbar, wodurch für den Anwender die doppelte Lagerhaltung ähnlicher Komponenten mit entsprechend hoher Verwechslungsgefahr entfällt. Außerdem können die Material- und Logistikkosten deutlich gesenkt werden.

So funktioniert‘s

Einfache Montage
An das Ende eines nahtlos kaltgezogenen Präzisionsstahlrohres oder Edelstahlrohres wird in einer elektro-hydraulisch betriebenen Maschine eine Kontur angeformt. Auch Parameter für abweichende Werkstoffe können herstellerseitig ermittelt und bei Bedarf in der Maschine hinterlegt werden. Auf das Rohrende wird dann der Stauff-Formring mit fest verbundener und somit unverlierbarer Elastomerdichtung aufgeschoben. In Kombination mit einem herkömmlichen Verschraubungskörper mit 24°-Innenkonus und einer Überwurfmutter entsprechend ISO 8434-1 entsteht eine formschlüssige Verbindung, die am einzig möglichen Leckagepfad sicher, dauerhaft und wartungsfrei abdichtet. Die Dichtwirkung wird vom Systemdruck der Hydraulikanlage unterstützt, sodass das neue Rohrumformsystem bestens für Hochdruck-Anwendungen geeignet ist. Die Formringe sind – ebenso wie sämtliche Bauteile der Produktreihe Stauff Connect – standardmäßig mit einer hochwertigen Zink/Nickel-Oberfläche ausgeführt. So wird ein Korrosionsschutz erreicht, der weit über die bisher marktüblichen Standards hinausgeht.

Umformmaschine mit eingebauten Vorteilen

Die Rohrumformmaschine ist nicht nur kompakt, sondern auch geräuscharm, was zum innerbetrieblichen Arbeits- und Umweltschutz beiträgt. Sie lässt sich über ein Touchpad mit Klartextanzeige einfach und sogar mit Arbeitshandschuhen zu bedienen. Ein Austausch der Formstutzen, zum Beispiel beim Wechseln des Rohrdurchmessers oder der Rohrwandstärke, ist buchstäblich im Handumdrehen über einen Bajonettverschluss erledigt.

Umformmaschine - Bild: Stauff
Die Umformmaschine ist über einen Touchscreen mit Klartextanzeige leicht zu bedienen. Bild: Stauff

Vorteile

Endmontage im Verschraubungskörper
Die Montage erfolgt durch Anzug der Überwurfmutter bis zum Punkt des deutlich spürbaren Kraftanstiegs und wird mit einer weiteren Drehung um etwa 15° bis 20° über diesen Punkt hinaus abgeschlossen. Für den Anwender ergeben sich aus der einfachen Variante der Montage zahlreiche Vorteile:

  • Deutlich geringere Anzugsdrehmomente und kurze Montagewege (nach Erreichen des Festpunktes)
  • deutlich spürbarer Drehmomentanstieg, der das Montageende signalisiert
  • maximale Sicherheit gegen Übermontagen
  • keine zeit- und kostenintensiven Qualifikationen der ausführenden Mitarbeiter erforderlich.

Mit Stauff Form realisierte Rohrverbindungen können beliebig oft gelöst und ohne Verschleiß erneut montiert werden, da ein schädliches Aufweiten des 24°-Innenkonus des Verschraubungskörpers technisch ausgeschlossen werden kann.

Mit Stauff Form bietet das Unternehmen nun das komplette Technologie-Portfolio von Verbindungssystemen aus einer (Hersteller-)Hand an. Schon jetzt verzeichnen die internationalen Niederlassungen Anfragen aus besonders anspruchsvollen Anwenderbranchen, in denen Sicherheit und Reproduzierbarkeit unter besonders herausfordernden Bedingungen gewährleistet sein müssen. Dazu gehören u.a. die Schiff- und Offshore-Branche, die Kran- und Hebetechnik sowie die Stahlindustrie. Auch Anwender aus den Bereichen Nutz- und Sonderfahrzeugbau, Baumaschinen, Werkzeugmaschinen und Spritzgussanlagen zeigen bereits großes Interesse. fa