Klaus Deventer, Bild: F.O.S. Filtertechnik

Klaus Deventer leitet den technischen Service im Bereich Entstaubungstechnik bei F.O.S. Filtertechnik. Das Unternehmen bietet ein umfassendes Serviceangebot an – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Bild: F.O.S. Filtertechnik

Herr Deventer, zahlen Anlagenbetreiber heute zu viel für die Filtertechnik im laufenden Betrieb?

In vielen Fällen trifft das sicherlich zu. Denn Betreiber von Kraftwerken, Müllverbrennungs- oder Chemieanlagen nutzen oftmals sehr hochwertige, und damit auch teure, Filterschläuche in ihren Entstaubungsanlagen. Wenn diese Schläuche irgendwann so verdreckt sind, dass die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht ist, werden sie klassischerweise ausgetauscht. Dabei kommen nicht nur die Kosten für neue Filterschläuche auf die Anlagenbetreiber zu, sondern auch die Ausgaben für die aufwendige Entsorgung der alten Materialien und natürlich die Ein- und Ausbaukosten. Bei einem Austausch müssen Betreiber zudem in der Regel die Anlage vom Netz nehmen.

Und das ist bei einer Reinigung anders?

Beim F.O.S. On-Line Cleaning verbleiben die Filterschläuche in der Anlage. Ist die so groß, dass es mehrere Filterkammern gibt, kann eine Kammer gereinigt werden, während die Filtration in den anderen weiterläuft. Die Filterschläuche können während des Prozesses in den Stützkörben verbleiben, was eine De- und Remontage überflüssig macht. Bei einer Reinigung sparen die Anlagenbetreiber nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern auch bis zu 80 Prozent der Kosten, die für einen Komplettaustausch anfallen. Das kommt auch der Umwelt zugute, weil weniger hergestellt und verbraucht wird.

Wie funktioniert eine solche Reinigung genau?

Für unser Druckluftabreinigungssystem haben wir qualitatives Equipment entwickelt, mit dem wir verschmutzte Filterschläuche jeden Durchmessers säubern können. Mittels Druckluft reinigen wir die Schläuche ohne jede Beschädigung. Der so abgereinigte Oberflächen- und Tiefenstaub verbleibt dabei im Kreislauf der Anlage und kann darum unkompliziert weiterverarbeitet werden. Nach der Tiefenreinigung bringen die alten Schläuche 85 bis 95 Prozent der Leistung von neuen Filtern. Sie sind also so gut wie neu und können im Regelfall – je nach Qualität des textilen Materials und der Nutzung der Anlage – mindestens noch einmal für die gleiche Standzeit genutzt werden.

Neben der Filterschlauchreinigung achten wir auch auf die Peripherie der Anlage. Sitzen alle Schrauben fest, gibt es vielleicht irgendwo eine Leckage?

Klaus Deventer, F.O.S. Filtertechnik

Sie sagen „mindestens“. Kann der Vorgang auch wiederholt werden?

Ja, eine Reinigung ist mehrmals möglich. Die Standzeiten der Filter verlängern sich dann dementsprechend nach hinten. Dabei kommt es aber auf die Qualität der eingesetzten Schläuche an.

Gilt das für alle Arten von Filteranlagen?

Grundsätzlich eignet sich das Verfahren für jede Filteranlage und alle Arten von Filterschläuchen – egal, ob Absaug- oder Produktionsanlage, ob selbstreinigend oder nicht. Weil F.O.S. sich ebenfalls auf den Anlagenbau fokussiert hat, finden wir auch in ungewöhnlichen Fällen eine Lösung.

Gibt es Filterschläuche, bei denen sich eine Reinigung nicht lohnt?

Bei jedem neuen Auftrag prüfen wir das Material zunächst in unserem Labor. Dazu lassen wir uns vom Anlagenbetreiber ein verschmutztes Muster zusenden, das wir umfänglich auf Gewicht, Luftdurchsatz, Reißfestigkeit und weitere Faktoren untersuchen. So stellen wir sicher, dass sich die verschmutzten Schläuche für eine Reinigung eignen. Im Einzelfall stoßen wir während dieses Prozesses und unserer Probereinigung auf Schläuche, die ihre Leistungsgrenze erreicht haben. Da ist ein Austausch dann das einzig Sinnvolle.

Gilt das nur für Schläuche oder auch für ganze Anlagen?

Wenn eine Filteranlage sehr klein ist, die Filterschläuche vergleichsweise günstig sind und wir eine weite Anreise haben, dann kann es sein, dass eine Reinigung bei uns im Werk die preiswerteste Lösung darstellt. Die Betreiber großer Filteranlagen hingegen profitieren, wenn sie unsere Reinigungsleistung präventiv zu vorher festgelegten Zeitintervallen durchführen. Es ist außerdem grundsätzlich sinnvoll, einen Reinigungstermin zu vereinbaren, wenn ein Anstieg des Differenzdrucks festgestellt wird und das Problem nicht intern behoben werden kann.

Wenn der Labortest erfolgreich war, wie geht die Reinigung vor Ort vonstatten?

Beim Kunden überprüfen wir zunächst noch einmal einige der Laborwerte anhand eines aktuellen Musters vor Ort. Schließlich liegen zwischen dem Test im Labor und dem Besuch vor Ort im Regelfall einige Wochen – da kann sich im laufenden Betrieb vieles verändert haben. Wir passen dann unser Equipment an die Bedingungen vor Ort an. So erzielen wir das bestmögliche Ergebnis.

Passiert noch mehr vor Ort?

Nebenbei achten wir auf die Peripherie der Anlage. Wir bekommen während der Reinigung viele Anlagenteile zu Gesicht, die im Arbeitsalltag verborgen bleiben. Sitzen alle Schrauben fest, gibt es vielleicht irgendwo eine Leckage? Das ist ein weiterer großer Vorteil, den wir als externe Spezialisten mitbringen: Wir haben oft einen anderen Blick auf die Dinge vor Ort als die internen Mitarbeiter und sehen darum leichter, wo es hakt oder zukünftig Probleme mit der Anlage geben könnte. In Absprache mit den Kunden führen wir als Anlagenbauer Reparaturen durch oder bringen gleich einen Servicetechniker mit, der sich um die Instandhaltung der Filteranlage kümmert, während wir reinigen. Es kommt ganz darauf an, was der Kunde möchte: Wir können ihm ein komplettes Rundum-Sorglos-Paket schnüren. hei

 

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