Mit dem Caterpillar Kettenbagger 352F baut Hoffmann Mineral das Mineral Kieselerde ab

Josef Gruber (stehend rechts), Zeppelin Gebietsverkaufsleiter im Ruhestand, hat zusammen mit seinem Nachfolger Daniel Bauer (stehend links), Zeppelin Verkaufsrepräsentant, und Ronald Duchow (stehend Mitte), Zeppelin Einsatztechniker, das Ladegerät an Dr. Karlheinz Schmidt (auf der Kette), von der Geschäftsleitung verantwortlich für Produktion und Technik bei Hoffmann Mineral, und Michael Graf, Maschinist (in der Kabine), übergeben. - Bild: Caterpillar/Zeppelin

Die Firmengruppe Hoffmann Mineral gewinnt im Jahresdurchschnitt bis zu 55.000 Tonnen Kieselerde, ein Gemisch aus Kieselsäure und Kaolinit – ein Vorkommen, das es in dieser Form sonst nirgendwo gibt. Dafür müssen rund eine Millionen Kubikmeter Material bewegt werden. Kieselerde verleiht Gummi oder Lacken als Füllstoff besondere Eigenschaften, wird aber auch als Polier- oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Den Abbau des heimischen Rohstoffs übernimmt der Cat Kettenbagger 352F L.

Dumper mit Sleipner

Um die Baumaschine zu ihrem Einsatzort zu bringen, mussten enge Waldwege passiert werden. Das Unternehmen setzte dazu einen seiner Dumper mit einem Sleipner ein. „Caterpillar hatte früher einmal die Generalvertretung dafür“, erinnert sich Josef Gruber, Zeppelin Gebietsverkaufsleiter im Ruhestand. Den neuen Bagger hat er nun mit Daniel Bauer, seinem Nachfolger im Baumaschinenvertrieb von der Niederlassung München, an Hoffmann Mineral übergeben. „Es handelt sich bei dem Cat 352F L um den meistverkauften Bagger in dieser Größenklasse“, betont Daniel Bauer. Um ihre Arbeit aufnehmen zu können, musste die 53 Tonnen schwere Baumaschine erst vom Tieflader von der Straße zum Abbaugebiet versetzt werden. Für den Transport kam der Sleipner zum Einsatz. Dieser besteht aus Rädern und einer Rampe auf Achsen. „Wir können den Caterpillar Kettenbagger damit schneller zu einem anderen Einsatzort befördern, ansonsten bräuchten wir deutlich länger, wenn er auf seinen Laufwerken fahren würde“, erklärt Stefan Schmid, Teamleiter Tagebau von Hoffmann Mineral. Das Laufwerk der Baumaschine wird auf eine schräge Rampe gefahren, die auf einer kräftigen Radachse steht. Dann stützt sich der Bagger mit Ausleger und Löffel auf der Ladefläche eines Dumpers ab und hebt sein Laufwerk dadurch ganz vom Boden ab. Nur noch auf der radgeführten Rampe stehend lässt sich der Bagger per Dumper schnell und einfach zum gewünschten Einsatzort transportieren.

Exemplarischer Transport mit einem Sleipner

Quelle: SLEIPNER/YouTube

Abbaustätte wird rekultiviert

Der Sleipner ist im Fall von Hoffmann Mineral immer wieder im Spiel, wenn das Ladegerät seine Ladestelle wechseln muss. „Wir sind relativ variabel von den Abbaustellen“, führt Dr. Karlheinz Schmidt aus, von der Geschäftsleitung verantwortlich für Produktion und Technik. Das Unternehmen unterhält derzeit die Abbaustätten Eichwald eins und zwei. Eichwald drei ist bereits ausgebeutet. Das heißt, die Abbaustätte wird verfüllt und rekultiviert und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Typisch für die aktiven Abbaustätten: Sie sind zum einen gerade mal im Schnitt bis zu drei Hektar groß, sind trichterförmig angelegt und gehen bis zu 60 Meter in die Tiefe. Außerdem treten die Vorkommen nicht flächig, sondern punktuell auf.

Die Kieselerde mit den Farbnuancen gelb bis weiß verlädt der neue Cat 352F L auf Dumper. Baggerfahrer Michael Graf, einer von 19 Mitarbeitern im Tagebau, muss schon beim Abbau ein genaues Auge haben, mit welchem Material er den rund drei Kubikmeter großen Löffel füllt. „Schon hier beginnt das Aussortieren der Kieselerde. Die Maschine muss darum sehr feinfühlig agieren“, so Schmidt. Außerdem sollte sie eine möglichst geringe Bodenbelastung aufweisen, um nicht einzusacken – aus diesem Grund wurde ein langes Laufwerk mit breiten Bodenplatten gewählt. Die knickgelenkten Muldenkipper befördern den Rohstoff dann auf eine rund sieben Hektar große Haldenfläche auf einem Feld bei Rennertshofen, auf dem derzeit die abgebaute Kieselerde bis zur Weiterverarbeitung zwischengelagert wird.

Maschine trennt Rohstoff

Die Cat Raupe D6T LGP beim Abraum
Zunächst wird der Abraum zwischengelagert. Eine neue Cat Raupe D6T LGP mit ihrem Sechs- Wege-Schild verteilt ihn dann. - Bild: Caterpillar/Zeppelin

Später wird die Kieselerde auf dem Betriebsgelände in Neuburg für den weltweiten Export veredelt, indem Feinanteile vom übrigen Gestein und Sand getrennt werden. Gerade einmal ein Drittel kann das Unternehmen aus Neuburg verarbeiten. Für die Füllstoffe von Gummi und Lacken werden nur Feinanteile mit einer Korngröße unter einem Hundertstel Millimeter verwendet. Um an die verwertbare Kieselerde zu kommen, müssen verschiedene Schichten Abraum vom Kettenbagger des Baumaschinen-Giganten Zeppelin abgetragen und später wieder von ihm eingebaut werden. „Wir müssen eine riesige Kubatur bewegen. Zum Abschluss wird dann von dem Bagger wieder Humus aufgetragen“, erläutert Schmidt. Der Abraum wird erst einmal zwischengelagert. Die Caterpillar Raupe D6T LGP mit ihrem Sechs-Wege-Schild verteilt ihn anschließend. Dazu wird ein Gefälle angelegt, damit das Wasser abfließen kann. Verwenden die Mineral-Profis den Abraum für die Verfüllung der Abbaustätten, setzt der Dozer seinen Drei-Zahn-Ripper ein, um das Material für den Rückbau zu lockern.

Abbau von Kieselerde

Die Abbaumethodik war früher anders: Einst erfolgte der Abbau unter Tage. Erst ging es mit Hacke und Handkarren zur Sache, indem ein senkrechter Schacht angelegt und ein Stollen waagrecht und schräg vorgetrieben wurde. Später wurde auf Presslufthammer, Loren und ein schienengeführtes Transportsystem umgestellt. Doch die Ausbeute war nicht wirtschaftlich. Man stellte auf das System Bagger und knickgelenkte Muldenkipper um, welche viel mehr Masse bewegen. Heute sind die Vorkommen von Ton- und Sandschichten überdeckt. Diese müssen erst einmal freigelegt werden. Bevor damit der Cat Bagger beginnen kann, muss die Fläche erst geologisch vorsondiert und dann durch Bohrungen genauer untersucht werden. Die im Durchmesser etwa 15 Zentimeter weiten und maximal 120 Meter tiefen Bohrlöcher werden in einem Raster von 50 mal 50 Metern mit Bohrgeräten abgeteuft. Die eingesetzten drei Bohrgeräte wurden extra für die Kieselerde-Erkundung konstruiert – auch hier stellt ein breites Kettenfahrwerk die optimale Gewichtsverteilung sicher, um Flurschäden zu vermeiden.

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