Modulare Fabriken, mobile Robotik und steigende Energiepreise verändern die Automatisierung grundlegend. In immer mehr Fällen tut sich dadurch eine Alternative zu klassischen Druckluftsystemen auf: elektrische Vakuum-Erzeugung, die neue Freiheitsgrade eröffnet. Sie ermöglicht autarke Greiflösungen, reduziert Energieverluste und integriert sich nahtlos in digitale Fertigungsumgebungen.
Elektrische Vakuum-Erzeuger, wie die Compact-Pump GCPi von Schmalz, lassen sich ideal in der Vakuum-Automation sowie in der mobilen Robotik mit autonomen Transportsystemen (AGV) und Robotern (AMR) einsetzen.J. Schmalz GmbH)
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Schmalz beschreibt, wie elektrische Vakuum-Erzeugung in industriellen Anwendungen mobile Robotik, Cobots und modulare Fabriken unterstützt. Die Systeme erzeugen Unterdruck direkt am Einsatzort, arbeiten ohne zentrale Druckluft und lassen sich digital über IO-Link einbinden. Auswirkungen zeigen sich laut Unternehmensangaben bei Energieeffizienz, Fabrikplanung, Prozesssicherheit und druckluftarmen Produktionskonzepten.
Produktionsverantwortliche stehen
vor einer doppelten Aufgabe: Sie wollen ihre Werke flexibel aufstellen und
zugleich Energie sparen. Dafür planen sie modulare Fertigungszellen, setzen auf
autonome mobile Roboter (AMR) und prüfen Konzepte für druckluftarme Bereiche.
Gleichzeitig stoßen sie auf eine gewachsene Infrastruktur. Druckluftleitungen
verlaufen fix durch die Halle. Jede neue Anlage verlangt Anschlüsse, jede
Layoutänderung verursacht Aufwand. Vakuumtechnik übernimmt in diesem
Umfeld eine zentrale Funktion. Sie greift, hält und bewegt Werkstücke in der
Elektronikfertigung, in Logistikprozessen oder in der Automobilindustrie.
Klassisch erzeugen Ejektoren das Vakuum mit Druckluft. Diese Technologie ist
etabliert und bildet weiterhin das Rückgrat vieler Anlagen. Doch neue
Produktionskonzepte verlangen nach zusätzlichen Systemen.
Vakuum folgt dem Fahrzeug, nicht
der Infrastruktur
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Elektrische Vakuum-Erzeugung bietet als Ergänzung zu klassischen Druckluftsystemen neue Möglichkeiten und integriert sich nahtlos in digitale Fertigungsumgebungen.J. Schmalz GmbH)
Vor allem die mobile Robotik benötigt
flexible Lösungen. AMR und fahrerlose Transportsysteme (FTS, auch Automated
Guided Vehicle, AGV) bewegen sich frei durch das Werk. Sie können keine
stationären Medienanschlüsse mitführen. Kollaborative Roboter (Cobots) folgen
ebenfalls einem anderen Prinzip als klassische Industrieroboter. Sie sind
leicht, flexibel einsetzbar und wechseln ihren Arbeitsplatz. Die Stärken von
externer Druckluft liegen aber woanders. Michael Pojtinger, Leiter
Geschäftsentwicklungsprozess Vakuum-Automation (Komponenten) bei Schmalz in
Glatten, formuliert es nüchtern: „Die Fabrik wird modular, aber die Druckluft ist
für feste Installationen gemacht.“
Elektrische Vakuum-Erzeuger setzen
genau hier an. Sie arbeiten ohne zentrale Druckluft, ein Stromanschluss genügt.
Damit treibt ein integrierter Elektromotor eine Pumpe oder ein Gebläse an. Das
System baut den erforderlichen Unterdruck direkt am Einsatzort auf. Die Energie
stammt aus dem Stromnetz oder aus der Fahrzeugbatterie des Roboters. Das Vakuum
entsteht unmittelbar am End-of-Arm-Tooling (EOAT). Damit wird die Greifeinheit
zu einem autarken System und funktioniert unabhängig von stationären
Anschlusspunkten.
Für AMR- und AGV-Anwendungen eröffnen
sich dadurch neue Spielräume. Die Roboter bewegen sich ohne
Schlauchverbindungen durch die Produktion und benötigen keine feste
Medienversorgung. Auch bei Cobots wirkt sich dieser Ansatz aus. Da sie häufig
in wechselnden Umgebungen arbeiten, zählt jede eingesparte Schnittstelle.
Elektrische Vakuum-Erzeuger kommen ohne externe Luftaufbereitung aus und vereinfachen
dadurch Integration und Inbetriebnahme.
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Flexible Fabrikplanung ohne
Druckluftnetz
Immer mehr Unternehmen stellen eine
grundsätzliche Frage: Wo ist Druckluft nicht mehr zwingend erforderlich? In
einzelnen Produktionsbereichen, teilweise sogar im gesamten Werk, prüfen sie
Konzepte, die bewusst ohne dieses Medium auskommen – um Energie noch
effizienter zu nutzen, Kosten zu senken und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Elektrische Vakuum-Erzeuger
übernehmen in solchen Szenarien eine Schlüsselrolle. Sie generieren den
erforderlichen Unterdruck direkt am Einsatzort und benötigen keine zentrale
Druckluft-Infrastruktur. „Das Handling bleibt kraftvoll und prozesssicher, auch
wenn das Leitungsnetz entfällt“, bringt es Michael Pojtinger auf den Punkt. Vorteile
zeigen sich auch in der Fabrikplanung, denn Produktionszellen lassen sich unkompliziert
versetzen, wenn Druckluftleitungen nicht neu verlegt werden müssen. Strom steht
in der Regel flächendeckend zur Verfügung. Das reduziert Planungsaufwand und
Stillstandszeiten bei Umbauten.
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„Elektrische Vakuum-Erzeuger sparen,
abhängig von Anwendung und Lastfall, bis zu 95 Prozent Energie gegenüber
druckluftbetriebenen Ejektoren ein“, betont Michael Pojtinger. „Die
tatsächliche Ersparnis hängt von Taktzahl, Lastprofil und Betriebsdauer ab.“ Der
technische Hintergrund: Druckluft wird zentral erzeugt, aufbereitet und über
Leitungen verteilt. Jeder dieser Schritte verursacht Verluste. Elektrische
Systeme wandeln Strom direkt am Einsatzort effizient in Unterdruck um. Anwender
verringern dadurch ihre Betriebskosten und entlasten gleichzeitig die zentrale
Infrastruktur. Elektrische Vakuum-Erzeuger reduzieren CO₂-Emissionen und damit
den Product Carbon Footprint (PCF), sofern der Strommix dies zulässt.
Praxisbeispiel: Elektrisches End-of-Line-Handling
Bizerba, Spezialist für Waagen & Verpackungssysteme,
realisierte für einen spanischen Lebensmittelverarbeiter eine smarte
Kommissionierlösung mit einer rein elektrischen Vakuum-Erzeugung direkt am
Roboterarm. In der Anwendung nehmen zwei Cobots mit Schmalz Greifern folierte
Fleischpackungen auf und legen sie mit bis zu 96 Picks pro Minute in
Transportkisten. Die elektrische Unterdruckversorgung erfolgt über die
elektrische Compact-Pump GCPi in Kombination mit elektrischen Kompaktventilen.
Diese dezentral am Greifer montierte Lösung liefert den
benötigten Unterdruck schnell, effizient und ohne zentrale Druckluftquelle. Sie
ist ebenso leistungsfähig wie pneumatische Systeme, verbraucht aber deutlich
weniger Energie und senkt so die Betriebskosten. Die digitale Anbindung über
IO-Link ermöglicht zudem die Überwachung relevanter Prozessparameter und eine
vorausschauende Wartung. Die elektrische Vakuum-Erzeugung steigert die
Produktivität, reduziert den Personalbedarf und verbessert die Prozesssicherheit
der automatisierten Kommissionierung beim Fleischverarbeiter deutlich. (Bild: J.Schmalz GmbH)
Digitale Integration als
Bestandteil der Systemarchitektur
Schmalz entwickelt elektrische
Vakuum-Erzeuger als Bestandteil einer modular aufgebauten Systemarchitektur.
Das Portfolio reicht von kompakten Vakuum-Pumpen für Cobots und
End-of-Arm-Anwendungen bis zu elektrischen Hochleistungspumpen und
Vakuum-Gebläsen für stationäre Prozesse. Damit deckt das Unternehmen
unterschiedliche Leistungsbereiche ab und bietet zugleich Komponenten für die
gesamte Vakuum-Kette, vom Sauggreifer bis zur Sensorik.
Die elektrischen Vakuum-Erzeuger
erfassen Prozesszustände und stellen diese digital bereit. Über IO-Link
integrieren sie sich in vernetzte Produktionsumgebungen. Anwender überwachen
damit den Prozess und können Parameter einfach anpassen. „Die Vakuum-Komponente
wird zu einem datenliefernden Feldgerät. Das schafft Voraussetzungen für
Condition Monitoring und zustandsorientierte Wartung“, macht Michael Pojtinger klar.
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Ausblick: Vakuum-Erzeugung im
Wandel
Michael Pojtinger, Leiter Geschäftsentwicklungsprozess Vakuum-Automation (Komponenten) bei Schmalz.J. Schmalz GmbH)
Automatisierung setzt auf
dynamische, vernetzte und modulare Strukturen. Elektrische Vakuum-Erzeugung
fügt sich in dieses Bild ein. Schmalz hat entsprechende Lösungen im Markt
etabliert und entwickelt das Portfolio entlang wachsender Anforderungen stetig weiter.
Infrastrukturunabhängige Vakuum-Komponenten
ersetzen nicht pauschal bestehende pneumatische Systeme. Sie erweitern das
Spektrum. Dort, wo Druckluft zur Einschränkung wird, eröffnen sie neue
Freiheitsgrade. „Produktionsverantwortliche können diese zusätzliche Option
nutzen, um Automatisierung konsequent an Mobilität, Flexibilität und digitaler
Transparenz auszurichten“, erklärt Michael Pojtinger.