Bleifreie Aluminiumlegierungen rücken durch die aktualisierte RoHS-Richtlinie stärker in den Fokus. Eural Gnutti sieht darin die Bestätigung seiner industriellen Entwicklungsstrategie.
RoHS verschärft Grenzwerte, deshalb werden bleifreie Aluminiumlegierungen wichtiger.Eural Gnutti)
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Summary:
Eural Gnutti aus Rovato verweist auf die aktualisierte RoHS-Richtlinie vom 12. Dezember 2025. Bis zum 12. Juni 2027 läuft die letzte Ausnahme für Aluminiumlegierungen mit mehr als 0,4 % Blei aus. Das Unternehmen sieht seine bleifreien Aluminiumlösungen als Beitrag zu Regulierung, Zerspanbarkeit und Dekarbonisierung.
Mit der Veröffentlichung der aktualisierten RoHS-Richtlinie
2011/65/EU am 12. Dezember 2025 hat die Europäische Union den Ausstieg aus Blei
als Legierungsbestandteil in elektrischen und elektronischen Anwendungen
formell bestätigt. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, läuft bis zum 12. Juni
2027 die letzte Ausnahmeregelung für Aluminiumlegierungen zur mechanischen
Bearbeitung mit einem Bleigehalt von mehr als 0,4 Gewichtsprozent aus.
Damit wird die zulässige Konzentration endgültig auf 0,1 %
begrenzt. Die Maßnahme betrifft nach Angaben des Unternehmens nicht nur
Aluminium, sondern auch weitere metallische Werkstoffe. Bisher zulässige
Grenzwerte für Stahl mit 0,35 % und Kupferlegierungen mit bis zu 4 % Blei
entfallen.
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Für die europäische Metallindustrie bedeutet die
Aktualisierung einen tiefen regulatorischen Einschnitt. Gleichzeitig bestätigt
sie aus Sicht von Eural Gnutti eine Industriestrategie, die bereits vor einiger
Zeit auf den Übergang zu bleifreien Aluminiumlegierungen ausgerichtet wurde.
Warum Blei in Legierungen lange eine Rolle spielte
Blei wurde in Eisen- und Nichteisenlegierungen traditionell
eingesetzt, um die Bearbeitbarkeit zu verbessern. Als niedrigschmelzendes
Element kann es die Zerspanbarkeit optimieren, die Reibung zwischen Werkstoff
und Werkzeug reduzieren und dadurch zur längeren Werkzeuglebensdauer beitragen.
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Der regulatorische Druck nimmt jedoch zu. Die
REACH-Verordnung stuft Blei als besonders besorgniserregenden Stoff ein. Bei
einem Anteil von über 0,1 % gilt es laut Mitteilung als hochgiftig, mit
erheblichen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Auf dieser Grundlage wurde im Rahmen der RoHS-Richtlinie
geprüft, ob ein Ersatz technisch und wirtschaftlich machbar ist. Bewertet
wurden dabei neben Gesundheits- und Umweltaspekten auch technologische
Auswirkungen sowie die Verfügbarkeit geeigneter Alternativen am Markt.
Eural Gnutti sieht seine Lead-Free-Strategie bestätigt
Eural Gnutti, Hersteller von gezogenen Stangen aus
Aluminiumlegierungen für die mechanische Bearbeitung sowie Anbieter
extrudierter Stangen und Profile, hat nach eigenen Angaben frühzeitig einen
Forschungs- und Entwicklungsprozess für bleifreie Aluminiumlegierungen
eingeleitet.
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Eural Gnutti produziert gezogene Stangen sowie stranggepresste Stangen und Profile für Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Elektro- und Elektronikindustrie sowie Verteidigung.Eural Gnutti)
Die Überarbeitung der RoHS-Ausnahmen wurde durch eine
europaweite technisch-wissenschaftliche Studie, Paket 22, begleitet. An dieser
waren laut Mitteilung neben Eural Gnutti auch weitere Branchenakteure
beteiligt, darunter die European Aluminium Association und Verwender von
Halbzeugen. Das Unternehmen verweist auf sein Projekt Lead Free. Daraus
sind drei komplementäre Aluminiumlegierungen entstanden, die auch auf einem
hohen Anteil an recyceltem Aluminium basieren. Ziel ist eine höhere
Ressourceneffizienz bei zugleich hoher Verarbeitbarkeit.
Welche bleifreien Aluminiumlegierungen Eural Gnutti
entwickelt hat
Die Legierung 6026LF war laut Unternehmen die erste
Legierung dieser neuen Generation. Sie zeichnet sich durch mechanische
Eigenschaften, Zerspanbarkeit und Kompatibilität mit Oberflächenbehandlungen
aus, insbesondere mit der Eloxierung.
Die Legierung 2033, wurde für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung entwickelt.Eural Gnutti)
Die zweite Legierung, 2033, wurde für die
Hochgeschwindigkeitsbearbeitung entwickelt. Durch feine und gleichmäßige Späne
soll sie einen kontinuierlichen Prozessablauf und hohe Produktivität auf
automatischen Drehmaschinen und CNC-Maschinen ermöglichen. Sie wird zudem als
natürliche Alternative zur Legierung 2011 beschrieben.
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Die jüngste Entwicklung ist die Legierung 2077. Sie wurde
für Anwendungen konzipiert, die höhere mechanische Eigenschaften erfordern.
Nach Unternehmensangaben liegt sie mit ihren Werten über der Legierung 2024 und
nahe an 7075. Die Kombination aus hohen mechanischen Eigenschaften und
Bearbeitungsverhalten soll enge Toleranzen und bessere Oberflächenqualitäten
ermöglichen.
Damit erweitert sich laut Mitteilung der Anwendungsbereich
von Aluminium. Bei gleicher mechanischer Funktion weist Aluminium eine Dichte
von rund 2,7 g/cm³ auf, verglichen mit etwa 7,8 g/cm³ bei Stahl und 8,9 g/cm³
bei Kupfer.
Warum Aluminium auch für Dekarbonisierung relevant ist
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Über die Einhaltung regulatorischer Vorgaben hinaus
positioniert Eural Gnutti Aluminium als strategischen Werkstoff für
Dekarbonisierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Genannt werden
Eigenschaften wie Leichtigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Leitfähigkeit und
einfache Verarbeitbarkeit.
Hinzu kommt die Recyclingfähigkeit des Materials. Sie kann
laut Mitteilung dazu beitragen, Energieverbrauch und ökologischen Fußabdruck
über den Lebenszyklus hinweg zu reduzieren. In einem europäischen Umfeld, das
auf Emissionsminderung und Ressourceneffizienz ausgerichtet ist, sieht das
Unternehmen Aluminium daher als Werkstoff im Einklang mit den Prinzipien der
ökologischen Wende.
„Die Aktualisierung der RoHS-Richtlinie ist die logische
Formalisierung eines bereits seit Langem eingeschlagenen technischen und
industriellen Weges“, erklärt Giorgio Di Betta, Vertriebsleiter bei Eural
Gnutti. „Im Rahmen der europäischen Konsultation haben wir konkrete
industrielle Belege vorgelegt und damit gezeigt, dass bleifreie Legierungen,
insbesondere diejenigen, die in den Labors von Eural entwickelt wurden, bereits
weltweit verfügbar sind und weit verbreitet eingesetzt werden. Sie entsprechen den
Anforderungen der Feinmechanik und stellen technisch zuverlässige sowie
ökologisch nachhaltige Alternativen dar“, schließt er. „Unsere Beteiligung als
qualifizierte technische Ansprechpartner bestätigt die Solidität der im Laufe
der Jahre geleisteten Arbeit und stärkt den Willen des Unternehmens,
entschlossen den Weg einer Entwicklung im Zeichen verantwortungsvoller
Innovation fortzusetzen.“
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Eural Gnutti wurde 1968 in Rovato gegründet und ist auf
Halbzeuge aus Aluminiumlegierungen spezialisiert. Das Unternehmen produziert
gezogene Stangen sowie stranggepresste Stangen und Profile für Branchen wie
Maschinenbau, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Elektro- und
Elektronikindustrie sowie Verteidigung. Mit den Produktionsstandorten Pontevico und Rovato verfügt
Eural Gnutti laut Mitteilung über eine Gesamtfläche von 355.000 m², davon
70.000 m² überdacht. Das Unternehmen beschäftigt 404 Mitarbeitende und erzielte
2024 einen Umsatz von 244 Millionen EUR. Direktniederlassungen bestehen über
Eural USA Inc. und Eural Deutschland GmbH.
FAQ zu bleifreien Aluminiumlegierungen
• Was bedeutet RoHS für bleifreie Aluminiumlegierungen? –
Die aktualisierte RoHS-Richtlinie begrenzt den Bleigehalt in relevanten
Aluminiumlegierungen ab dem 12. Juni 2027 endgültig auf 0,1 %.
• Warum werden bleifreie Aluminiumlegierungen wichtiger? –
Der regulatorische Druck steigt, weil Blei als besonders besorgniserregender
Stoff gilt und Gesundheits- sowie Umweltrisiken mit sich bringt.
• Welche bleifreien Aluminiumlegierungen nennt Eural Gnutti?
– Das Unternehmen nennt die Legierungen 6026LF, 2033 und 2077 als Lösungen für
unterschiedliche Anforderungen in der mechanischen Bearbeitung.
• Welche Rolle spielen bleifreie Aluminiumlegierungen in der
Zerspanung? – Sie sollen hohe Verarbeitbarkeit, gute Spanbildung,
Prozessstabilität und geeignete mechanische Eigenschaften verbinden.
• Warum sind bleifreie Aluminiumlegierungen für die
Industrie relevant? – Sie verbinden regulatorische Konformität mit
Ressourceneffizienz, Recyclingfähigkeit und Potenzialen für industrielle
Dekarbonisierung.