Das globale Wachstum, das bislang auf linearer Ökonomie (take, make, dispose) basierte, steht auf der Kippe. Eine Lösung sehen die Fluidikexperten von Bürkert Fluid Control Systems in einer Vision, die Zusammenhänge systemisch betrachtet und regenerative Wirtschaft zum Leitbild macht.
Ragna SonderleittnerRagnaSonderleittner
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Georg Stawowy, CEO bei Bürkert Fluid Control Systems: „Wir sehen eine große Chance für werteorientierte mittelständische Unternehmen darin, mit einem klaren Leitbild gerade auch in Hinblick auf regeneratives Wirtschaften die Gesellschaft positiv zu beeinflussen.“Bürkert Fluid Control Systems)
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Nachdem Wohlstand über eine lange Periode nahezu überall auf
der Welt gewachsen ist, steht dieses Wachstum heute auf der Kippe. Bislang
basierte es auf linearer Ökonomie nach dem Prinzip ‚take, make, dispose‘. Dass
dieses Konzept an seine Grenzen stößt, lässt sich global auf verschiedenen
Ebenen beobachten, sowohl bei Ökologie, Ökonomie als auch in Gesellschaft und
Politik. Aber auch für Unternehmen wird das globale Phänomen ganz konkret
spürbar. Die Fluidikexperten von Bürkert beobachten unmittelbare Auswirkungen
auf allen vier Ebenen, zum Beispiel durch häufiger auftretendes Hochwasser im
nahegelegenen Kocher, steigende psychomentale Beanspruchung von Mitarbeitenden,
volatile Materialpreise, das Ausbildungsniveau von Azubis, die
Leistungsbereitschaft von Mitarbeitenden oder bei Exporthemmnissen von seltenen
Erden, Zöllen, dem Versuch der Regulation über Bürokratie und vielem mehr.
Vorreiter sind erstmal allein – doch nicht für immer
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Die Frage ist, wie ein deutsches Familienunternehmen auf
diese Situation reagieren kann und wie groß sein realistischer Einflussbereich
ist. Die Fluidikexperten begegnen den Herausforderungen mit der Vision der regenerativen
Wirtschaft, wohl wissend, dass sie alleine die Änderung nicht herbeiführt, wohl
aber im Gehen erster Schritte zur Inspiration für andere werden könne.
Regenerative Wirtschaft will nicht nur einen schädlichen Fußabdruck reduzieren,
sondern mit all ihrem Handeln positiv auf alles Leben auf der Erde einwirken.
Dabei ist Bürkert davon überzeugt, dass Wohlstand für alle wächst, wenn man
beginnt, Zusammenhänge systemisch zu betrachten und daraus Handlungen
abzuleiten.
Prof. Dr. Stephan Hankammer erklärte auf den Bürkert-Fachpressetagen eindrucksvoll die Notwendigkeit einer baldigen Transformation hin zu regerativen Modellen.Bürkert Fluid Control Systems
Praktisch setzt das Unternehmen seine Vision in gelebten
Werten um, die diese Vision stützen. Über Langfristigkeit, Vernetzung statt
Konkurrenzdenken sowie konkrete Verhaltensänderungen will es Schritte in diese
Richtung gehen. Langfristigkeit beispielsweise ist in Familienunternehmen, die
naturgemäß in Generationen denken, sehr stark verankert. Konkret bedeutet das,
dass das Unternehmen Gewinne nutzt, um gesellschaftlichen Wohlstand zu fördern
oder schrittweise umzusteigen vom Nachhaltigkeitsdenken hin zu regenerativem
Wirtschaften. Beide Ansätze müssen mit Bedacht umgesetzt werden, damit das
Unternehmen dabei nicht auf der Strecke bleibt. Darüber hinaus stehen Maßnahmen
im Fokus, die Mitarbeitenden psychologische Sicherheit bieten, Kunden bei der
Umsetzung von Konzepten zu regenerativem Wirtschaften unterstützen sowie lokale
Partnerschaften ebenso stärken wie agile Fraktale (Organisationseinheiten, die eigenständig
funktionieren, aber gleichzeitig Teil eines größeren Systems sind).
Georg Stawowy, CEO von Bürkert, weiß: „Es ist ein langer
Weg, auf dem wir unseren eigenen Beitrag stets realistisch einschätzen müssen.
Und wir brauchen ein klares Leitbild, zu dem hin wir uns auf dem Weg der kleinen
Schritte orientieren können. Dabei wollen wir, in aller Bescheidenheit,
versuchen, nicht nur unseren Beitrag zu leisten, sondern auch zum Wegweiser für
andere zu werden.“
Interdisziplinäres Team realisiert konkrete Schritte
Damit das keine reine Vision bleibt, haben die
Fluidikexperten ein globales, interdisziplinäres Team zusammengestellt, das auf
organisatorischer Ebene Strategien erarbeitet sowie Mitarbeitende zu regenerativem
Handeln befähigt und ermächtigt. Um zu gewährleisten, dass die Strategien und
Maßnahmen ganzheitlichen Anspruch genügen, hat sich das Team an den 17
Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientiert. Jedes
der zugehörigen 169 Unterziele wurde nach dem Konzept der doppelten Wesentlichkeit
bewertet und schließlich daraus neun Handlungsfelder für das Unternehmen
abgeleitet. Einer der Ansatzpunkte ist beispielsweise der Product Carbon
Footprint (PCF). In seiner gesamten Lebensphase hinterlässt jedes Produkt von
der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung einen CO₂-Fußabdruck. Die entsprechenden
Werte transparent zu machen, wird einerseits schon heute von manchen Kunden
gefordert und gibt andererseits konkrete Hinweise darauf, wo man den Hebel zur
Verbesserung des eigenen regenerativen Handelns ansetzen kann.
Andrea Häußermann, Program Manager Sustainability bei
Bürkert, ergänzt: „Nachhaltigkeit ist aber weit mehr als PCF oder CCF
(Corporate Carbon Footprint). Sie umfasst Ökonomie, Soziales, sowie Ökologie
und zwar nicht als drei nebeneinanderstehende Säulen, sondern
ineinandergreifend. Denn Wirtschaft ist ohne Gesellschaft nicht möglich und Gesellschaft
kann nur in einer gesunden Ökologie gut stattfinden. Daraus entsteht
Verantwortung. Vor diesem Hintergrund erarbeiten wir unsere Maßnahmen in einem
globalen, divers aufgestellten Team. Wichtig ist uns bei den Lösungen eine gute
Mischung aus Top down und Bottom up. Wir sind überzeugt, dass wir die Menschen
im Unternehmen in den Prozess des regenerativen Wirtschaftens mit hineinnehmen
müssen, denn sie machen Veränderungen.“
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Dr. Judith Richter (links) und Andrea Häußermann (rechts), Program Manager Sustainability bei Bürkert Fluid Control Systems.Bürkert Fluid Control Systems)
Konkrete erste Schritte
Viele der Mitarbeitenden der globalen Standorte und Büros
haben bereits ein intrinsisches Bedürfnis, die nachhaltige Wirksamkeit ihres
Unternehmens mitzugestalten. Dem wird durch die verschiedenen Maßnahmen nun
mehr Raum gegeben. Dadurch sind bereits unterschiedliche Projekte entstanden
wie zum Beispiel Biodiversitätsprojekte am Standort in Triembach in Frankreich
zur konkreten Gestaltung der Umwelt. In UK wurde die Weiternutzung von
Verpackungsmaterialien systematisch vorangetrieben. Der Standort Indien hat seine
komplette Gemeinschaftsmobilität elektrifiziert. Gleichzeitig wurden aus der
Strategie systematisch Dekarbonisierungsprojekte definiert, welche die großen
Emissionen an den verschiedenen Standorten substituieren sollen. Eine der
wirksamsten Maßnahmen, die derzeit angegangen werden kann, wurde ausfindig gemacht
und umgesetzt: eine weitere Elektrifizierung und Flexibilisierung der
Energieversorgung am Campus in Criesbach. Dr. Judith Richter, Program Manager
Sustainability bei Bürkert, ergänzt: „Natürlich müssen wir bei alldem die
Kosten im Blick haben und die Maßnahmen auch dahingehend in Bezug auf Effizienz
priorisieren. Außerdem ist zu bedenken, nicht alle Maßnahmen rechnen sich
kurzfristig. Wir haben zum Beispiel einen Gesamtplan entwickelt, der jährlich
für 3 500 Euro pro Tonne
dauerhaft dekarbonisiert. Das zahlt sich vermutlich erst langfristig, dann aber
auf den verschiedenen Ebenen aus. Denn schon heute beobachten wir zum Beispiel,
dass wir mit unseren Ansätzen zum regenerativen Wirtschaften
das Interesse verschiedener Kunden wecken. Diese sehen auch, dass wir mit den
Lösungen noch nicht fertig sind, schätzen aber, dass wir uns gemeinsam in die
gleiche Richtung auf den Weg machen wollen.“
Ansätze für regeneratives Wirtschaften findet sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen: auf der Komponenten-, der Applikations-, der Kundenprozess-Ebene und auf Industrie-Ebene.Bürkert Fluid Control Systems)
Komponenten-Ebene
Auf dieser Ebene regenerativ zu wirtschaften kann bedeuten,
mit Hilfe passender Komponenten den Einsatz von Energie zu optimieren.
Molkereibetriebe setzten beispielsweise in zahlreichen Anwendungen auf
Druckluft. Nutzt man in den drucklufterzeugenden Kompressoren die
Bürkert-Magnetventile mit Doppelspule und Kick-and-Drop-Technologie, lassen
sich – verglichen mit konventionellen Lösungen – bis zu 80 % Energie einsparen. Das
bedeutet auch eine Einsparung bei CO₂ und Abwärme und somit bei
energieintensiver Kühlung. Eine reduzierte Wärmeabgabe wirkt sich zudem positiv
auf die Lebensdauer von Komponenten aus.
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Kommen Sie zum Kongress Fabrikplanung!
Wie lassen sich Energieeffizienz, Digitalisierung und Wirtschaftlichkeit
heute schon smart vereinen? Welche Rolle spielen KI, Nachhaltigkeit und moderne
Planungsmethoden?
Antworten liefert der Fachkongress Fabrikplanung –
mit Keynotes, Best Practices und Einblicken in aktuelle Forschung. Im Fokus:
Kreislaufwirtschaft, KI, Greenfield & Brownfield sowie Europas industrielle
Wettbewerbsfähigkeit.
Der nächste Kongress Fabrikplanung findet am 2. und 3.
Dezember 2026 statt.
Betrachtet man Applikationen nicht punktuell auf
Komponenten-Ebene, sondern mit etwas Abstand, lassen sich oft Ansätze für
regeneratives Wirtschaften finden. Beim Wechsel zwischen Herstellung und
Reinigung lässt sich beispielsweise Ausschuss vermeiden, wenn der Medienwechsel
schnell und zuverlässig erkannt wird. Bei der Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG
ließ sich bei der Produktion hochwertiger Shampoos mit dem Durchflussmesser
FLOWave der Ausschuss um mehr als zwei Drittel reduzieren. Die Sensoren
unterscheiden innerhalb von Millisekunden zwischen Produkt, Reinigungsmedium
und Mischphasen. Auch Molkereien und viele weitere Einsatzbereiche profitieren
von diesen Durchflussmessgeräten und reduzieren somit den Ausschuss erheblich.
Kundenprozess-Ebene
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New Food stellt eine nachhaltige Alternative zur
herkömmlichen Fleischproduktion dar. Die Kultivierung von Proteinen in
Bioreaktoren und Fermentern erfolgt mit deutlich geringerem Energieaufwand.
Damit qualitativ hochwertige Lebensmittel effizient hergestellt werden können,
müssen jedoch alle Regelkreise perfekt funktionieren. Bürkert hat hier zum
Beispiel die Firma DDE mit Sitz in Pune, Indien, mit einer Fluidiklösung unterstützt.
Hierfür war unter anderem auch eine Neuentwicklung von Rohrleitungs- und Instrumentenfließschemata
notwendig. Das indische Unternehmen DDE hat für ein Start-up in Kalifornien Seeding-Bioreaktoren
mit einem Fassungsvermögen von 20, 200 und 2.000
Litern sowie einen 10.000 Liter fassenden
Produktions-Bioreaktor entwickelt.
Bürkert hat die Firma DDE mit Sitz in Pune, Indien, mit einer Fluidiklösung unterstützt bei der Entwicklung verschiedener Seeding-Bioreaktoren und eines 10.000 Liter fassenden Produktions-Bioreaktors.Bürkert Fluid Control Systems)
Industrie-Ebene
Ganze Industrien zu prägen oder neu aufzubauen, kann
ebenfalls einen massiven Einfluss auf nachhaltiges Wirtschaften haben. Ein
Beispiel ist grüner Wasserstoff. Bürkert ist überzeugt, dass dieser einen
relevanten Anteil an der Energiewende haben wird, wie für den industriellen
Einsatz in der Chemiebranche oder bei der Stahlherstellung. Hier unterstützt
Bürkert auf verschiedenen Ebenen mit Fluidiklösungen für die Infrastruktur in der
Forschung an Universitäten und in etablierten Unternehmen ebenso wie in Start-ups.
Anwendungsbeispiele sind mobile Wasserstofftankstellen, Methan-Plasmalyseure,
Elektrolyseure oder Prüfstände für Brennstoffzellen-Stacks.
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Geschäftsmodelle
Ein systemischer Ansatz im regenerativen Wirtschaften
eröffnet Unternehmen die Chance, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die
Kreislaufwirtschaft nicht nur praktikabel, sondern auch wirtschaftlich
attraktiv machen. So kann ein Produkt beispielsweise nicht nur pauschal bezahlt
werden, sondern auf Basis der tatsächlichen Einsparungen, die durch den Einsatz
des Produktes erzielt werden. Der Nutzer zahlt also nicht für das Produkt selbst,
sondern für den konkreten Nutzen, den es bringt. Bei diesem Geschäftsmodell bleiben
die Komponenten im Besitz der Fluidikexperten. Diese können nach Ende der
Einsatzzeit am besten beurteilen, wie mit ihnen weiter verfahren wird: Sind sie
nach Kalibrierung weiter nutzbar? Oder werden Komponenten in einzelne
Werkstoffe zerlegt, die sich weiterverwenden lassen? Es wird deutlich:
Unternehmerischer Erfolg muss heute auch im Sinne einer regenerativen,
nachhaltigen Wirtschaft betrachtet werden, dadurch ergeben sich viele neue
Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen und auf unterschiedlichsten Ebenen.
Quelle: Bürkert Fluid Control Systems
FAQ – Regenerative Wirtschaft bei Bürkert
Was bedeutet regenerative Wirtschaft bei Bürkert?
Bürkert versteht darunter einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur Umweltschäden minimiert, sondern aktiv zur Regeneration von Ökosystemen, Gesellschaft und Wirtschaft beiträgt. Ziel ist es, mit unternehmerischem Handeln positiven Einfluss auszuüben.
Warum reicht Nachhaltigkeit heute nicht mehr aus?
Nachhaltigkeit begrenzt häufig nur den Schaden. Regenerative Wirtschaft geht weiter: Sie schafft aktiv Mehrwert und trägt zur Wiederherstellung natürlicher, sozialer und wirtschaftlicher Systeme bei – ein Muss angesichts globaler Krisen.
Welche konkreten Maßnahmen setzt Bürkert um?
Bürkert hat unter anderem Biodiversitätsprojekte, Dekarbonisierungsstrategien, Energieflexibilisierung am Standort Criesbach sowie weltweite Mobilitätslösungen umgesetzt. Zudem werden Mitarbeitende aktiv eingebunden und lokale Partnerschaften gefördert.
Wie integriert Bürkert die Sustainable Development Goals (SDGs)?
Ein interdisziplinäres Team hat alle 169 SDG-Unterziele auf doppelte Wesentlichkeit geprüft und daraus neun relevante Handlungsfelder für Bürkert abgeleitet. Diese bilden die Basis für konkrete Projekte und strategische Ausrichtung.
Wie profitieren Kunden von regenerativer Wirtschaft bei Bürkert?
Kunden profitieren durch energieeffiziente Komponenten, geringeren Ausschuss in Produktionsprozessen und durch Unterstützung bei der Umsetzung eigener Nachhaltigkeitsziele – etwa im Bereich grüner Wasserstoff oder Bioreaktoren.
Gibt es bereits sichtbare Erfolge?
Ja, erste Erfolge zeigen sich zum Beispiel in reduzierten CO₂-Emissionen, gesteigerter Energieeffizienz und wachsendem Kundeninteresse an regenerativen Lösungen. Langfristig soll sich dies auch wirtschaftlich in neuen Geschäftsmodellen auszahlen.
Wie unterscheiden sich die Ebenen des regenerativen Wirtschaftens?
Bürkert denkt in fünf Ebenen: Komponenten-, Applikations-, Kundenprozess-, Industrie- und Geschäftsmodell-Ebene. Auf jeder Ebene lassen sich konkrete Hebel identifizieren, um regenerativ zu wirken.
Was ist das langfristige Ziel von Bürkert?
Bürkert will durch kleine, systemisch durchdachte Schritte zum Vorbild für andere Unternehmen werden und aktiv zur Transformation der Industrie hin zu regenerativer Wertschöpfung beitragen.