In einem Naturschutzgebiet bei Duisburg demontiert das Forstunternehmen E. Krobbach Hochspannungsmasten mit äußerster Präzision. Der Rückbau erfolgt unter strengen Umwelt- und Sicherheitsauflagen – unterstützt von schwerer Baumaschinentechnik.
Präzisionsarbeit bei Duisburg: Firmeninhaber Holger Krobbach (links) und der leitende Zeppelin Verkaufsrepräsentant Merid Jadadic (rechts).Zeppelin)
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An die knapp hundert Meter über dem Boden, wo der Wind
durch die Stahlträger pfeift und der Blick über den Rhein reicht, sind
Industriekletterer vom Forst-unternehmen E. Krobbach im Auftrag für das
Unternehmen Cteam in ihrem Element, um einen von rund 40 Hochspannungsmasten
für den Energieversorger Amprion bei Duisburg zu demontieren. Konzentriert und
präzise leiten sie den Rückbau ein. Ein Job, der nichts für schwache Nerven
ist, sondern quasi unter Hochspannung erfolgt, auch wenn der Strom für die Rückbauarbeiten
abgeschaltet wurde. Bei den Arbeiten kann die Kolonne auf Cat
Baumaschinentechnik der Zeppelin Niederlassung Koblenz und sowie auf deren
leitenden Verkaufsrepräsentanten Merid Jadadic zählen.
Der Blick von der Helmkamera aus knapp hundert Metern Höhe.Zeppelin)
Umweltverträglichkeit steht im Vordergrund
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„Wir arbeiten in
einem Naturschutzgebiet. Eine Sprengung kommt da nicht infrage. Hier steht die
Umweltverträglichkeit im Vordergrund“, erklärt Firmeninhaber Holger Krobbach.
Wenn ein Mast Schritt für Schritt zerlegt und sein Fundament abgebaut wird,
soll nichts mehr davon übrig bleiben. Spurlos und möglichst rückstandsfrei
müssen die Arbeiten erfolgen.
Um den alten Mast, der durch einen neuen ersetzt wird, zu
Fall zu bringen, ist er an einem 650-Tonnen-Autokran befestigt. Kletterer
durchtrennen erst die Mastspitze mit einer Flex, dann die sechs Traversen und
später geht es an den Stamm, der Stück für Stück entfernt wird. Jedes Stück
wird mithilfe des Autokrans von oben nach unten auf eine Fläche, ausgelegt mit
Vlies, gehoben. An die 500 Kilo wiegen Mastspitze und 900 Kilo die Traversen,
die am Kran-haken hängen. In Empfang nimmt sie ein Cat Kettenbagger 324DLN oder
ein Cat 313 mit einer Cat Schere. Diese drückt und zerlegt die Konstruktion auf
eine Größe, die in den daneben platzierten Container passt. Die Entsorgung der
Stahlträger ist strikt geregelt – jeder Container erhält eine Nummer, um die
Menge des zu entsorgenden Stahls pro Mast nachverfolgen zu können. Manche
Masten fußen auf teerhaltigen Bahnschwellen. Außerdem kann es vorkommen, dass
Masten einen grauen Farbton erhalten, der bleihaltig und heute längst nicht
mehr Standard ist. Zerschneidet der Bagger den Stahlträger, splittert
zwangsläufig die bleihaltige Beschichtung. Deswegen dient das Vlies auf der
Arbeitsfläche als Schutz und Vorsichtsmaßnahme, damit die Farbsplitter nicht
auf dem Boden landen, sondern hinterher eingesammelt und getrennt entsorgt
werden können.
Herkunftsnachweis für Kies
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Mit einem Hammer am
Bagger wird das rund 350 Kubikmeter große Fundament weggestemmt, abgebaut und
verfüllt. Auch für das Betonfundament gilt ein strikter Entsorgungsweg, nachdem
der Betonabbruch beprobt wurde. Um das entstandene Loch wieder aufzufüllen,
darf nicht irgendein Boden eingebaut werden, sondern nur der für die Region
typische. „Nehmen wir Kies aus der Region, müssen wir selbst dafür einen
Herkunftsnachweis erbringen und belegen, dass es ein Naturprodukt ist. Wird
Mutterboden eingebaut, muss dieser nach Bundesbodenschutzgesetz ebenso beprobt
werden“, veranschaulicht der Unternehmer den Aufwand. Der Rückbau erfolgt unter
Mitwirkung einer ökologischen Baubegleitung.
Im Zuge der Trassenarbeiten sind Flurschäden zu vermeiden.
Dafür werden entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vorab getroffen. Nicht nur die
Wege, sondern auch die landwirtschaftlichen Flächen werden mit Stahlplatten
beziehungsweise temporären Schotterflächen geschützt. Eingesetzte Baumaschinen
wie der Cat 324DLN oder der Cat 313 erhielten beispiels-weise Gummipads auf den
Kettenlaufwerken, um diese Stahlplatten befahren zu dürfen. „Dadurch verringert
sich der Bodendruck und es bleiben keine Spuren oder Abdrücke durch das
Fahrwerk zurück“, so Krobbach.
Mast in 3 Tagen demontiert
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Ein 650-Tonnen-Autokran holt eine Traverse herunter.Zeppelin)
In rund drei Tagen ist der Mast demontiert. 39 solcher
Masten hat das Team im Auftrag von Cteam in Summe vor der Brust – zwei von
ihnen erreichen eine Höhe von hundert Metern. „Im Bergischen Land haben wir
aber auch schon Masten mit 105 Metern rückgebaut“, berichtet der Firmeninhaber.
Mitunter wird auch ein Hubschrauber eingesetzt, wenn die Zugänglichkeit massiv
eingeschränkt ist. Muss im Vorfeld der Wegebau entlang der Leitungstrassen
erfolgen, kommen ebenfalls Cat Baumaschinen ins Spiel. Sie unterstützen auch
bei der Trassenpflege und helfen mit, wenn Übertragungsleitungen von Bäumen und
Sträuchern freizuschneiden sind.
„Für solche Arbeiten haben wir uns inzwischen bei
Energiedienstleistern und Leitungsbaufirmen einen Namen gemacht“, erklärt der
Geschäftsführer. Sein Betrieb, der einst mit Forstarbeiten begann, hat nicht
erst seit dem Aufkommen der Energiewende im Zuge neuer Leitungstrassen für
Energieversorger gut zu tun. Erfahrungen, die bei Arbeiten im Nieder- und
Mittelspannungsbereich gesammelt wurden, verhalfen 1971 zum ersten Auftrag für
RWE, dem weitere Aufträge folgten. Den Familienbetrieb, 1970 von Rudi und Edith
Krobbach gegründet, hat Sohn Holger Krobbach 1995 mit zehn Beschäftigten
übernommen. Der Kfz-Meister beschäftigt inzwischen 65 Mitarbeiter, die
Arbeiten für Energieversorger und Leitungsbaufirmen wie Mastdemontagen,
Flächenräumungen oder Grünflächenpflege ausführen.
Der Cat 324DLN zerlegt die Konstruktion für die Entsorgung.Zeppelin)
Kran steuern bei starkem Wind - nichts für schwache Nerven
Einer von 40 Hochspannungsmasten, den das Forstunternehmen E. Krobbach rückbaut.Zeppelin)
„Mit den Mitarbeitern von Cteam arbeiten wir gut zusammen.
Alle sind eingespielt. Falls nötig, hilft man sich gegenseitig“, beschreibt Krobbach die Zusammenarbeit. Was zählt ist, dass sich dabei jeder im
Team auf den anderen verlassen kann. Das gilt auch für den Kranfahrer. „Gerade
wenn etwas Wind weht, brauchen wir jemanden, der dann Ruhe bewahrt und den Kran
sicher steuert“, so Krobbach. Es gelten höchste Sicherheitsvorschriften
und -vorgaben – gegenseitige Rücksichtnahme ist Grundvoraussetzung bei diesem
Job. „Risiken müssen wir so gering wie nur möglich halten“, betont der
Unternehmer. Seit 2011 hat der Familienbetrieb eine
Arbeitsschutzzertifizierung, welche die Berufsgenossenschaft ausgestellt hat.
Sie muss Kunden wie den Energieversorgern vorgelegt werden. Jeder Mitarbeiter
muss zudem einen Sicherheitspass mit sich führen, wenn er an den
Leitungstrassen arbeitet. Darin ist aufgeführt, wann seine letzte ärztliche
Untersuchung stattfand. Elektrotechnische Unterweisungen, die bei Arbeiten
unter Hochspannungsleitungen nötig sind, müssen alle zwei Jahre wiederholt
werden. Auch andere Nachweise wie die Höhenrettung müssen immer wieder
er-neuert werden. Ebenso wie eine Unterweisung an den Maschinen, wie dem Cat
324DLN oder dem 313, die jeder braucht, der damit umgeht.
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FAQ zum Rückbau von Hochspannungsmasten
Wie erfolgt der Rückbau der Hochspannungsmasten? – Die Masten werden Schritt für Schritt zerlegt, mit einem Autokran abgehoben und am Boden zerkleinert und entsorgt.
Warum wird nicht gesprengt? – Da die Arbeiten in einem Naturschutzgebiet stattfinden und Umweltverträglichkeit im Vordergrund steht.
Wie werden Umweltauflagen eingehalten? – Durch Vliesflächen, getrennte Entsorgung, Materialproben und eine ökologische Baubegleitung.
Welche Technik kommt zum Einsatz? – Unter anderem ein 650-Tonnen-Autokran sowie Cat Kettenbagger 324DLN und Cat 313.
Wie lange dauert der Rückbau eines Mastes? – In der Regel rund drei Tage.