Hydrospeicher übernehmen wichtige Aufgaben in hydraulischen Anlagen vom Energiespeicher bis zur Notversorgung im Störfall. Für ihre zuverlässige Funktion ist der richtige Stickstoff-Vorspanndruck entscheidend. Mit den Druckaufnehmern PTRF und den entsprechenden Lesegeräten von Stauff lässt sich dieser Druck kontaktlos und sehr einfach ohne Druckverlust überwachen.
Boris MetteBorisMetteLeiter Marketingkommunikation Stauff Gruppe
Techniker führt mit einem Schütz-Druckmessgerät eine Dichtheitsprüfung an einem roten Gaszylinder in einer Laboranlage durch.Stauff)
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Hydrospeicher sind Druckbehälter, die Energie in Form von
komprimiertem Gas speichern und bei Bedarf wieder an das Hydrauliksystem
abgeben. Sie stabilisieren den Systemdruck, glätten Druckschwankungen, fangen
Druckspitzen, Vibrationen und hydraulische Stöße ab und sorgen so für einen
gleichmäßigen Betrieb. Darüber hinaus dienen Hydrospeicher dem
Volumenausgleich, indem sie Temperaturschwankungen oder auch durch Leckagen
entstehende Ungleichmäßigkeiten kompensieren. Sie decken kurzzeitige
Spitzenlasten und erfüllen eine wichtige Notfunktion bei Strom- oder
Pumpenausfall.
Damit diese Funktionen zuverlässig
erfüllt werden, muss der Stickstoff-Vorspanndruck innerhalb eines definierten
Bereichs liegen. Ein falscher Vorspanndruck kann zu Ausfällen,
Sicherheitsrisiken und hohen Folgekosten führen. Ist der Druck zu niedrig, sinkt
die nutzbare Speicherkapazität zum Ausgleich von Druckschwankungen oder
-spitzen. Die Pumpe muss dann öfter nachregeln, läuft häufiger an und
verschleißt entsprechend schneller. Besonders in der Mobilhydraulik führt das
zu Systemausfällen und Maschinenstillständen. Ist der Vorspanndruck hingegen zu
hoch, verringert sich das verfügbare Ölvolumen, sodass Druckspitzen schlechter
abgefangen werden. Das führt unter Umständen zu ungedämpften Stößen, die
beispielsweise in Pressen Werkstücke oder Maschinen beschädigen können. In
Windkraftanlagen führt die Destabilisierung des Hydraulikkreislaufs bei der
Rotorverstellung zu besonders hohen Stillstands- und Reparaturkosten. Unter
falschen Druckverhältnissen kann es je nach Speichertyp zu Membran- oder
Blasenschäden bis hin zum Totalausfall des Hydrospeichers kommen. In vielen
Anwendungen ist daher eine regelmäßige, zu dokumentierende Prüfung Bestandteil
der vorbeugenden Instandhaltung und oftmals durch Normen oder
Betriebsanweisungen vorgegeben.
Grenzen klassischer Prüfmethoden
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Hand hält ein Druckprüfgerät an das Ventil einer Druckgasflasche in einer Industrieumgebung.Stauff)
Üblicherweise wird der Vorspanndruck über
klassische Messwerkzeuge kontrolliert: Adapter, Schlauch und Manometer werden
an den Gasfüllanschluss des Speichers angeschlossen, der Druck wird abgelesen
und das Ergebnis manuell protokolliert. Jeder Anschluss bedeutet dabei eine
kurzzeitige Entlüftung am Ventil, bei der Stickstoff entweicht und der
Vorspanndruck schrittweise sinkt. Der Zeitbedarf pro Speicher liegt je nach
Zugänglichkeit und Dokumentationsaufwand bei typischerweise 10 bis 15 Minuten.
In Anlagen mit vielen Speichern führt dies zu erheblichen Stillstandszeiten,
während die Messgenauigkeit durch Ablesefehler, ungünstige Einbausituationen
oder fehlende Rückverfolgbarkeit der Daten eingeschränkt sein kann. Dies führt gelegentlich dazu, dass Anwender die Prüfung seltener
durchführen oder sie sogar vollständig einstellen. Die meisten Betriebe
beschäftigen kein für diese Art der Prüfung zugelassenes Fachpersonal.
Berührungslose
Überwachung mit PT‑RF
Stauff adressiert diese Schwachstellen
mit Speicheradaptern der Baureihen SBAA-P für Blasenspeicher und SDAA-P für
Membranspeicher in Kombination mit den Druckaufnehmern PTRF und einem
zugehörigen Lese- und Anzeigegerät. Der Adapter wird
einmalig durch geschultes Fachpersonal auf den Gasanschluss des Hydrospeichers
geschraubt. Das serienmäßige Füllventil bleibt am
oberen Anschluss in Betrieb und vorhandene Befüllgeräte können weiterhin wie
gewohnt genutzt werden. Seitlich am Adapter wird der kompakte PTRF Druckaufnehmer
montiert. Ohne dass sich der grundsätzliche Aufbau des Speichers ändert, ist
dieser nun dauerhaft mit einem Sensor für den Gasdruck ausgerüstet. Auch eine
Nachrüstung bestehender Anlagen ist damit ohne Eingriff in die Rohrleitung oder
den hydraulischen Teil des Systems möglich und lässt sich in regulären
Wartungsstillständen umsetzen. Die Druckaufnehmer decken die in der Hydraulik
üblichen Messbereiche von 0 bis 16 bar bis 0 bis 600 bar (relativ) ab und
erreichen dabei eine Messgenauigkeit von maximal ±0,5 Prozent des
Messbereichsendwerts. Damit lassen sich sowohl niedrige Vorspanndrücke in
kleineren Speichergrößen als auch hohe Drücke in anspruchsvollen
Hochdruckanwendungen erfassen. Durch die feste Zuordnung von Adapter und Sensor
zu einem konkreten Speicher entsteht eine dauerhaft messbare und eindeutig
identifizierbare Messstelle, die ohne zusätzliche Verschraubungen oder
Schläuche auskommt und mechanisch robust ist.
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Stauff SBAA-P Adapter mit PT-RF DruckaufnehmerStauff)
Funktionsprinzip der RFID-basierten Sensorik
Das Funktionsprinzip des PTRF Lesegeräts
basiert auf RFIDTechnologie: Das Lese und Anzeigegerät erzeugt beim Messen ein
hochfrequentes elektromagnetisches Feld, dessen Energie über die integrierte
Antenne kontaktlos in den Sensor übertragen wird. Der Druckaufnehmer benötigt
daher weder eine eigene Stromversorgung noch eine Kabelverbindung. Energie und
Daten werden während des Messvorgangs ausschließlich über das Funkfeld
übertragen. Nach Betätigung der Taste am Sensor erfasst dieser innerhalb von
etwa einer halben Sekunde den aktuellen Druck, moduliert die Messdaten in das
Feld und übermittelt sie zurück an das Handgerät, wo sie auf einem beleuchteten
Display angezeigt und gleichzeitig im internen Speicher abgelegt werden.
Neben dem eigentlichen Druckwert werden
bei jeder Messung weitere Informationen übertragen: Datum und Uhrzeit, Temperatur,
die eindeutige Seriennummer des jeweiligen Druckaufnehmers und damit indirekt
die zugehörige Messstelle. Dadurch entsteht eine klare Zuordnung von Messwert,
Speicher und Zeitpunkt, ohne dass der Bediener zusätzliche Angaben erfassen
muss. Mehr als 15.000 solcher Datensätze können im internen Speicher des
Lesegeräts abgelegt und später über eine USB-Schnittstelle an PC oder Notebook
übertragen werden. Die mitgelieferte Software erlaubt die Auswertung,
Archivierung und Weiterverarbeitung der Daten, etwa für Trendanalysen,
Wartungsprotokolle oder Auditnachweise.
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Praktische
Vorteile im Betrieb
Druckaufnehmer und Lesegerät von StauffStauff)
Im
Vergleich zur konventionellen Messung reduziert das System den Aufwand pro
Speicher deutlich, da kein Auf und Abschrauben von Messschläuchen erforderlich
ist und die Dokumentation automatisch erfolgt. Die berührungslose Abfrage
verhindert Druckverluste am Gasfüllventil und vermeidet damit eine schleichende
Absenkung des Vorspanndrucks durch häufige Prüfungen. Gleichzeitig sinkt das
Risiko von Leckagen oder Beschädigungen am Ventilsitz, da die Anzahl der
mechanischen Eingriffe reduziert wird. Für Betreiber mit vielen Speichern –
beispielsweise in Presswerken, Stahlwerken, großen Testständen oder
Windenergieanlagen – lassen sich Inspektionsrouten effizienter planen,
Messungen standardisieren und Wartungsintervalle anhand belastbarer Daten
definieren. Die eindeutige Identifikation jeder Messstelle über die
Seriennummer des Sensors schafft Transparenz über den Zustand der einzelnen
Speicher und unterstützt eine zustandsorientierte Instandhaltung. Auffällige
Speicher lassen sich frühzeitig erkennen, bevor Störungen oder
Sicherheitsrisiken auftreten, während unauffällige Speicher länger im Betrieb
bleiben können. Damit trägt das System dazu bei, die Verfügbarkeit
hydraulischer Anlagen zu erhöhen, Prüfaufwände zu senken und gleichzeitig die
Dokumentationspflichten gegenüber internen Richtlinien oder externen
Prüfinstanzen zu erfüllen, ohne den Charakter eines einfachen, robusten
Prüfwerkzeugs zu verlieren.
FAQ Vorspanndruck prüfen
Welche Aufgaben übernehmen Hydrospeicher in hydraulischen Anlagen? - Sie speichern Energie in Form von komprimiertem Gas, stabilisieren den Systemdruck, glätten Druckschwankungen, fangen Druckspitzen, Vibrationen und hydraulische Stöße ab und sorgen für einen gleichmäßigen Betrieb.
Warum ist der Stickstoff-Vorspanndruck so entscheidend? - Damit die Funktionen zuverlässig erfüllt werden, muss der Stickstoff-Vorspanndruck innerhalb eines definierten Bereichs liegen, da falsche Werte zu Ausfällen, Sicherheitsrisiken und hohen Folgekosten führen können.
Welche Nachteile haben klassische Prüfmethoden mit Manometer? - Jeder Anschluss bedeutet eine kurzzeitige Entlüftung am Ventil, bei der Stickstoff entweicht und der Vorspanndruck schrittweise sinkt, zudem entstehen Zeitaufwand, Stillstandszeiten und mögliche Ablesefehler.
Wie funktioniert die berührungslose Überwachung mit PTRF? - Das Lese und Anzeigegerät erzeugt ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld, dessen Energie kontaktlos in den Sensor übertragen wird, sodass Energie und Daten während des Messvorgangs ausschließlich über das Funkfeld übertragen werden.
Welche Daten werden neben dem Druckwert erfasst? - Übertragen werden Datum und Uhrzeit, Temperatur sowie die eindeutige Seriennummer des jeweiligen Druckaufnehmers und damit indirekt die zugehörige Messstelle.