Die maritime Zulieferindustrie bleibt auf Wachstumskurs
Die maritime Zulieferindustrie setzt ihren Wachstumskurs fort. 2025 legten Umsatz und Auftragseingang deutlich zu, während Exportgeschäft, After-Sales und neue maritime Technologien weitere Impulse liefern.
Redaktion FLUIDRedaktionFLUID
Restauriertes Schiff auf einer Werftsweany-stock.adobe.com
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• Die maritime Zulieferindustrie verzeichnete 2025 ein durchschnittliches Umsatzplus von 5,2 % und einen um 5 % höheren Auftragseingang.
• Rund 90 % der befragten Unternehmen erwarten mittelfristig eine positive oder stabile Marktentwicklung.
• Die Branche beschäftigt mit Stand Juni 2026 rund 65.000 Menschen, 0,4 % mehr als im Vorjahr.
• Wachstumspotenzial sieht die Branche unter anderem in Asien, in der Transformation der Schifffahrt sowie im Ausbau der deutschen Verteidigungsfähigkeit.
Die maritime Zulieferindustrie blickt auf ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. „Für 2025 wurde ein durchschnittliches Umsatzplus von 5,2 % verzeichnet. Damit hat die Branche ihre erfreuliche Entwicklung trotz globaler Herausforderungen und einem wettbewerbsintensiven Umfeld fortgesetzt“, erläutert Martin Johannsmann, Geschäftsführer der SKF Marine GmbH und Vorstandsvorsitzender der AG Marine Equipment and Systems des VDMA. „Die Exportquote liegt wie im Maschinen- und Anlagenbau insgesamt bei 80 %. Auch die Aussichten bleiben erfreulich: Rund 90 % der befragten Unternehmen bewerten die mittelfristige Marktentwicklung positiv oder rechnen mit stabilen Ergebnissen. Nach vier Wachstumsjahren ist auch eine gleichbleibende Erwartung als sehr gutes Signal zu werten.“
After-Sales-Geschäft bleibt auf konstant hohem Niveau
Der After-Sales-Anteil erreichte einen Wert von 25 % am Umsatz. Dieses Niveau unterstreicht die Bedeutung von Service- und Wartungsleistungen im Gesamterfolg der Unternehmen und hebt die langfristige Zusammenarbeit mit den Auftraggebern der internationalen Schifffahrt hervor.
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Beschäftigung: Solides Wachstum und sichere Arbeitsplätze
Mit 65.000 Beschäftigten (Stand: Juni 2026) verzeichnet die Branche ein leichtes Plus von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die prozentuale Steigerung zwar unter dem Umsatzwachstum, zeigt jedoch eine positive Entwicklung auf und spiegelt gleichzeitig die erreichten Produktivitätszuwächse wider.
Auftragseingang: Hohe Nachfrage treibt Branche weiter an
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Besonders hervorzuheben ist das deutliche Wachstum im Auftragseingang: Im Jahr 2025 konnte ein durchschnittliches Plus von 5 % (Vorjahr: 4,6 %) erzielt werden. „Für das laufende Jahr zeichnet sich laut Einschätzung der teilnehmenden Unternehmen ein konstanter oder zunehmender Auftragseingang ab“, sagt Sebastian Meise, Geschäftsführer VULKAN Kupplungs- und Getriebebau Bernhard Hackforth GmbH & Co. KG.
Wettbewerbsfähigkeit am Standort steigern und Position in Asien ausbauen
Um die starke Position auf dem Weltmarkt zu festigen und auszubauen, setzt die Branche auf strategische Schwerpunkte:
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Perspektive EU: Für die Zulieferindustrie ist eine zuverlässige Zusammenarbeit der europäischen maritimen Wirtschaft von besonderer Bedeutung, da fast 50 % des Umsatzes mit Kunden und Partnern in Europa generiert werden.
Positionierung gegenüber China: In China werden circa 60 Prozent aller Schiffe gebaut. Um faire Wettbewerbsbedingen in diesem wichtigen Markt zu gewährleisten, erwartet die Branche von der Politik ein entschlosseneres Vorgehen gegen Wettbewerbsverzerrungen wie Subventionen und staatlich gesetzte Local-Content- Vorgaben. Um die Anhängigkeit von einzelnen Ländern zu verringern, ist für die Unternehmen der Blick in andere Märkte wichtig. Südkorea steht an zweiter und Japan an dritter Stelle der Schiffbaunationen. Darüber hinaus wachsen auch andere asiatische Märkte, wie beispielsweise Indien, was zur Diversifikation beiträgt.
Verbesserung der Standortbedingungen: Um als deutsche Zuliefererindustrie wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Reformen dringend notwendig. Der Standort Deutschland hat ein enormes Kostenproblem, insbesondere bei Personal, Energie und Steuern. Darüber hinaus entstehen erhebliche Belastungen durch die Vielzahl von Regularien, sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene.
Transformation der Schifffahrt als Markttreiber: In der Schifffahrt sind nachhaltige und effiziente Technologien immer mehr gefragt. Dies ist ein entscheidender Wachstums- und Innovationsmotor und darf nicht durch zögerliche Politik ausgebremst werden. Maritime Zulieferunternehmen entwickeln neue Antriebslösungen, intelligente Systemintegration und digitale Services, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch den ökologischen Fußabdruck der Branche deutlich reduzieren.
In Deutschland wird stark in den Auf- und Ausbau der Verteidigungsfähigkeit investiert. Der sogenannte „Kurs Marine 2035“ bildet die steigenden Bedarfe der Marine ab. Auch hier werden wir in den kommenden Jahren deutliche Zuwächse in der maritimen Zulieferindustrie verzeichnen.
„Durch unseren Vorsprung bei innovativen und effizienten Lösungen können wir als Branche auch international punkten und erfolgreich sein“, betont Sebastian Meise. „Um diesen Vorteil zu erhalten, benötigen wir aber ein verlässliches Umfeld im eigenen Land sowie freien Handel und faire Wettbewerbsbedingungen auf den internationalen Märkten.“ „Wir brauchen in Deutschland und Europa vor allem Maßnahmen zur Stärkung der eigenen maritimen Wettbewerbsfähigkeit. Zu den konkreten Maßnahmen zählen die konsequente Senkung der Belastungen der Unternehmen, aber auch die Förderung von Forschung, Entwicklung, Bildung und Digitalisierung“, ergänzt Martin Johannsmann.
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Quelle: VDMA, bearbeitet von: Sabine Königl
Was Sie zum Thema maritime Zulieferindustrie wissen müssen
Wie stark ist die maritime Zulieferindustrie 2025 gewachsen? Der durchschnittliche Umsatz stieg 2025 um 5,2 %, der Auftragseingang um 5 %.
Wie bewertet die maritime Zulieferindustrie ihre weitere Entwicklung? Rund 90 % der befragten Unternehmen erwarten mittelfristig eine positive oder stabile Marktentwicklung.
Welche Bedeutung hat der Export für die maritime Zulieferindustrie? Die Exportquote liegt bei 80 %, während fast 50 % des Umsatzes mit Kunden und Partnern in Europa erzielt werden.
Welche Märkte sind für die maritime Zulieferindustrie besonders wichtig? Neben Europa spielt vor allem Asien eine zentrale Rolle, insbesondere China, Südkorea, Japan und zunehmend Indien.
Welche Wachstumstreiber sieht die maritime Zulieferindustrie? Genannt werden nachhaltige und effiziente Technologien, neue Antriebslösungen, digitale Services sowie steigende Bedarfe im Bereich der Marine.