Neue Testumgebung für Wasserstofftechnologien

Hydrogen Innovation Center: Entwicklungs- und Testzentrum für Wasserstofftechnologien

Das Hydrogen Innovation Center startete in Chemnitz. Mit 84,4 Mio. EUR Förderung entstehen Entwicklungs- und Testkapazitäten für Wasserstofftechnologien, die vor allem KMU und Startups neue Wertschöpfungsfelder eröffnen sollen.

v. l. Karl Lötsch (Geschäftsführer HIC gGmbH), Michael Kretschmer (Ministerpräsident des Freistaates Sachsen), Prof. Dr. Thomas von Unwerth (Vorstandsvorsitzender HZwo e.V. | TU Chemnitz), Thomas Kralinski (Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz), Bettina Lauer ( Leiterin Bereich Innovative und klimafreundliche Mobilität im Bundesministerium für Verkehr), Sven Schulze (Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz)

• Das Hydrogen Innovation Center richtet sich insbesondere an KMU und Startups sowie Unternehmen aus Maschinen- und Anlagenbau und Zulieferindustrie.

• Das Zentrum startete 2025 in Chemnitz; das Forschungs- und Transferzentrum arbeitet bereits seit März 2025 als technologischer Dienstleister.

• Mietbare Wasserstofflabore, Teststände, digitale Zwillinge und Entwicklungsleistungen sollen Forschung und Entwicklung ohne eigene umfassende Infrastruktur ermöglichen.

• Das mit insgesamt rund 84,4 Mio. EUR geförderte Zentrum soll neue Wertschöpfungsfelder erschließen und den industriellen Strukturwandel unterstützen.

Mit dem offiziellen Kick-off nahm das Hydrogen Innovation Center (HIC) in Chemnitz seine Arbeit auf. Wie aus der Mitteilung des HIC hervorgeht, wird das Zentrum mit insgesamt rund 84,4 Mio. EUR gefördert. Im Mittelpunkt stehen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Startups, die bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder rund um Wasserstofftechnologien unterstützt werden sollen.

Die Ausgangslage betrifft vor allem Zulieferer sowie Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Sie stehen vor der Aufgabe, den Übergang in eine postfossile Wirtschaft zu bewältigen. Wasserstoff soll dabei nicht nur im Verkehr, sondern auch bei der Energieversorgung und in industriellen Prozessen eine Rolle spielen.

Sachsen verfügt laut Mitteilung über mehr als 700 Automobilzulieferer sowie Maschinen- und Anlagenbauunternehmen. Das HIC soll für diese industrielle Struktur als Katalysator fungieren und Unternehmen dabei unterstützen, zusätzliche Wertschöpfungsfelder zu erschließen.

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Ein Schwerpunkt liegt auf dem Mittelstand. KMU verfügen nach Angaben des HIC häufig nicht über ausreichende Ressourcen für eine eigenständige Forschung und Entwicklung im Bereich Wasserstoff. Hier setzt das Zentrum mit mietbaren Wasserstofflaboren und Testständen sowie Entwicklungsleistungen an. Dadurch soll Forschungsinfrastruktur auch für Unternehmen zugänglich werden, die keine entsprechenden eigenen Einrichtungen besitzen.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, erklärt: „Sachsen ist führender Standort für Wasserstofftechnologien und mit dem Hydrogen Innovation Center in Chemnitz bauen wir diese Vorreiterrolle weiter aus. Wir stehen zu unserer Tradition als Automobil- und Maschinenbauland: Indem diese Schlüsselindustrien an Wasserstoff anknüpfen können, machen wir sie zukunftssicher. Genau deshalb beteiligt sich der Freistaat mit rund 14,5 Millionen Euro an dem Aufbau des Hydrogen Innovation Centers, weil es für Wertschöpfung, neue Märkte und erfolgreiche Transformation im Freistaat steht.“

𝗪𝗮𝘀 𝗲𝗻𝘁𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝗖𝗮𝗺𝗽𝘂𝘀 𝗶𝗻 𝗖𝗵𝗲𝗺𝗻𝗶𝘁𝘇?

In einer Fachsession wurden alle vier Standorte des Nationalen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff vorgestellt.

Das HIC ist einer von vier strategischen Standorten des nationalen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff. Gemeinsam erhalten die vier Standorte bis zu 290 Mio. EUR Bundesförderung. In Chemnitz entsteht auf einem 37.000 m² großen Technologie-Campus eine nach Angaben des HIC europaweit einzigartige Entwicklungs- und Testumgebung für Wasserstofftechnologien.

Ein zentraler Bestandteil ist bereits in Betrieb: Das HIC Forschungs- und Transferzentrum arbeitet seit März 2025 als technologischer Dienstleister. Zu seinen Kernaufgaben gehören die Entwicklung und der Aufbau digitaler Zwillinge von Stacks und Systemen sowie eine virtuelle Testumgebung. Unternehmen können diese als unabhängige Entwicklungsplattformen einsetzen.

Zum Leistungsangebot gehören darüber hinaus die Entwicklung, Simulation und Spezifikation von Stacks, Systemen und Komponenten. Hinzu kommen Prozessanalysen, Machbarkeits- und Marktstudien sowie Patentrecherchen für Wasserstofftechnologien. Damit stehen entsprechende Entwicklungsleistungen bereits zur Verfügung.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sagt: „Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe werden – neben der Elektromobilität – eine tragende Säule einer nachhaltigen Mobilität sein. Mit dem Start des Hydrogen Innovation Center in Chemnitz entsteht eines von vier Innovations- und Technologiezentren, die wir gezielt fördern. Damit beschleunigen wir den Wandel der Zulieferindustrie hin zu klimafreundlichen Antrieben. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen eröffnen sich hier hervorragende Chancen für Forschung, Entwicklung und Innovation. Das Bundesministerium für Verkehr unterstützt dies mit rund 70 Millionen Euro.“

𝗛𝘆𝗱𝗿𝗼𝗴𝗲𝗻 𝗜𝗻𝗻𝗼𝘃𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗖𝗲𝗻𝘁𝗲𝗿 𝘀𝗼𝗹𝗹 𝗧𝗿𝗮𝗻𝘀𝗳𝗲𝗿 𝗯𝗲𝘀𝗰𝗵𝗹𝗲𝘂𝗻𝗶𝗴𝗲𝗻

Das Konzept des HIC verbindet Entwicklungsinfrastruktur mit dem Transfer in industrielle Anwendungen. Gerade mittelständische Unternehmen sollen dadurch schneller auf Forschungs- und Entwicklungsressourcen zugreifen können. Für Startups aus dem Bereich Wasserstofftechnologien soll das Zentrum zudem Ansiedlungsbedingungen schaffen und damit die Entstehung neuer Arbeitsplätze in der Region fördern.

Thomas Kralinski, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, erklärt: „Das HIC ist von nun an das H in Chemnitz! Mit dem Hydrogen Innovation Center entsteht im industriellen Herz Sachsens ein Technologiezentrum auf Weltniveau. Es bietet Unternehmen – vor allem dem Mittelstand – ideale Voraussetzungen, um neue Produkte zu entwickeln und zu kommerzialisieren. Damit schaffen wir die Grundlage dafür, dass unsere Wirtschaft auch zukünftig weltweit Kunden mit innovativen und nachhaltigen Technologien begeistern kann.“

Der Wasserstoff-Campus reicht dabei über die eigentliche Entwicklungs- und Testumgebung hinaus. Chemnitz’ Oberbürgermeister Sven Schulze sagt: „Mit dem Hydrogen Innovation Center entsteht auf dem Wasserstoff-Campus Chemnitz ein Zukunftsort mit rund 70.000 m² Raum für Unternehmen und Forschung im Bereich Wasserstoff. Hier verbinden wir Lehre, Forschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung bis hin zur Wertschöpfung – und schaffen damit ein Alleinstellungsmerkmal für Chemnitz. Besonders der geplante Elektrolyseur mit lokalem Wasserstoffnetz zeigt, wie eng Innovation und praktische Anwendung hier Hand in Hand gehen werden. Vielen Dank an alle Beteiligten, die dieses Projekt möglich gemacht haben.“

𝗪𝗶𝗲 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝘃𝗼𝗺 𝗛𝗜𝗖 𝗽𝗿𝗼𝗳𝗶𝘁𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 𝘀𝗼𝗹𝗹𝗲𝗻

Für Unternehmen reicht das Angebot nach Angaben des HIC von ersten Machbarkeitsprüfungen über Komponentenentwicklung und Systemintegration bis zur Qualifizierung. Im Zentrum steht dabei die Möglichkeit, Entwicklungs- und Testkapazitäten zu nutzen, ohne eine vollständige eigene Forschungsinfrastruktur aufbauen zu müssen.

Karl Lötsch, Geschäftsführer der HIC gGmbH – Hydrogen Innovation Center, erläutert: „Mit dem HIC öffnen wir ab heute dem Mittelstand die Tür zu neuen Wasserstoffmärkten. Als erstes Zentrum in Deutschland, das konsequent auf die Bedürfnisse von KMU ausgerichtet ist, bieten wir in Chemnitz eine europaweit einzigartige industrielle Entwicklungs- und Testumgebung. Unternehmen können bei uns Komponenten entwickeln, integrieren, testen und bis zur Marktreife qualifizieren –gestützt von einem Netzwerk aus 160 Partnern aus Industrie und Forschung. Wir machen Hightech greifbar – mit industrienahen Services von der Komponentenentwicklung über Systemintegration bis zur Qualifizierung. Ich lade insbesondere KMU und Startups ein, mit uns schon jetzt Projekte zu starten – vom ersten Machbarkeitscheck bis zur Serienreife.“

Getragen wird das Zentrum vom Technologiecluster HZwo e.V. Der Verein treibt seit 2017 die Entwicklung einer sächsischen Wasserstoffwirtschaft voran und vereint mehr als 160 Partner aus Industrie und Forschung. Zum Netzwerk gehören auch die TU Chemnitz und mehrere Fraunhofer-Institute.

𝗔𝘂𝘀𝗯𝗶𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴, 𝗙𝗼𝗿𝘀𝗰𝗵𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗜𝗻𝗱𝘂𝘀𝘁𝗿𝗶𝗲 𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻 𝘃𝗲𝗿𝗯𝘂𝗻𝗱𝗲𝗻

Neben Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur gehört die Fachkräfteausbildung zum Umfeld des Projekts. An der TU Chemnitz startete ab dem Wintersemester 2025/26 der neue Masterstudiengang „Wasserstofftechnologien“.

Prof. Thomas von Unwerth, Vorstandsvorsitzender des HZwo e.V. und Vertreter der Technischen Universität Chemnitz, sagt: „Mit dem HIC leisten wir einen wichtigen Beitrag, die Wasserstoffwertschöpfungskette in Deutschland voranzutreiben und damit bei Klimatechnologien künftig eine führende Rolle einzunehmen. Die Wasserstoffwirtschaft wächst aber auch nur mit den richtigen Fachkräften. Deshalb schaffen wir in Chemnitz eine europaweit einzigartige Verbindung von Ausbildung, Forschung und Industrie – von der Meisterklasse bis zum Masterstudiengang. Unsere Ausbildungslabore und die enge Einbindung der TU Chemnitz stellen sicher, dass Theorie und Praxis Hand in Hand gehen. So sichern wir die Talente, die nicht nur den deutschen Mittelstand, sondern auch Europas Wasserstoffmärkte von morgen gestalten werden. Und wir zeigen: Aus Deutschland heraus können wir im internationalen Wettbewerb ganz vorne mitspielen.“

Auch Dagmar Fehler, CEO und Sprecherin der NOW GmbH, hebt den Transfergedanken hervor: „Die Innovations- und Technologiezentren Wasserstoff sind ein zentrales Instrument, um Forschung in marktfähige Produkte zu überführen und dabei Zulieferindustrien entlang der Wertschöpfungskette einzubinden. Das nun eröffnete Hydrogen Innovation Center in Chemnitz ist ein Paradebeispiel genau dafür: Es ermöglicht gerade kleinen und mittleren Unternehmen erstmals Zugang zu modernsten Laboren, Testständen und Entwicklungsplattformen und zeigt eindrucksvoll, wie durch starke Netzwerke Synergien entstehen, die den Technologiestandort Deutschland im internationalen Wettbewerb stärken. Als NOW GmbH, die die Förderrichtlinie im Auftrag des BMV koordiniert, begrüßen wir diese Entwicklung ausdrücklich – denn so entstehen Zukunftstechnologien ‚Made in Germany‘, die Batterielösungen, da wo nötig ergänzen und so den Weg zu einem nachhaltigen Verkehrssystem ebnen.“

𝗪𝗲𝗹𝗰𝗵𝗲 𝗥𝗼𝗹𝗹𝗲 𝘀𝗽𝗶𝗲𝗹𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗶𝗻𝗱𝘂𝘀𝘁𝗿𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲 𝗣𝗿𝗼𝗱𝘂𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻?

Für die industrielle Nutzung von Wasserstoffsystemen spielt auch deren wirtschaftliche Produktion eine Rolle. Hier setzt die Referenzfabrik.H2 des Fraunhofer IWU gemeinsam mit Industriepartnern an.

Prof. Welf-Guntram Drossel, 1. stellvertretender Vorstand des HZwo e.V. und geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, erklärt: „Wirtschaftliche Anwendungsfelder für Wasserstoff können sich nur etablieren, wenn es gelingt, die Kosten der Wasserstoffsysteme substanziell zu senken. Dafür entwickelt die Referenzfabrik.H2 des Fraunhofer IWU gemeinsam mit Industriepartnern neue Lösungen für eine industrielle Massenproduktion und setzt diese sukzessive um. Durch das HIC wird dieser Prozess bedeutsam intensiviert. Dadurch werden nicht nur dringend notwendige Kompetenzen und Infrastrukturen schneller in Prozessketten integriert, sondern auch neue nachhaltige Geschäftsfelder für die Unternehmen aufgebaut. Gemeinsam wollen wir mit dem HIC Chemnitz als innovativen Schrittmacher und prominenten Ankerpunkt für Wasserstofftechnologie entwickeln.“

Das Hydrogen Innovation Center soll damit eine zentrale Rolle im industriellen Strukturwandel Sachsens übernehmen. Die Verbindung aus Laboren, Testständen, Entwicklungsplattformen, Industriepartnern und Forschungseinrichtungen ist darauf ausgerichtet, traditionelle Industriezweige mit neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten der Wasserstoffwirtschaft zu verbinden.

Die Förderung des Projekts beträgt insgesamt 84.398.790,54 EUR. Sie stammt vom Bundesministerium für Verkehr und vom Freistaat Sachsen. Sachsen kofinanziert das Vorhaben mit rund 14,5 Mio. EUR. Fördermittel werden zudem im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

Quelle: Hydrogen Innovation Center, bearbeitet von: Sabine Königl

Was Sie zum Thema Hydrogen Innovation Center wissen müssen

Was ist das Hydrogen Innovation Center? Das HIC in Chemnitz ist ein Entwicklungs- und Testzentrum für Wasserstofftechnologien mit besonderem Fokus auf KMU und Startups.

Welche Angebote stellt das Hydrogen Innovation Center Unternehmen bereit? Zum Angebot gehören unter anderem Wasserstofflabore, Teststände, digitale Zwillinge, Simulationen, Machbarkeitsprüfungen, Komponentenentwicklung, Systemintegration und Qualifizierung.

Wie hoch ist die Förderung für das Hydrogen Innovation Center? Die Förderung beträgt insgesamt 84.398.790,54 EUR. Rund 14,5 Mio. EUR davon steuert der Freistaat Sachsen bei.

Welche Rolle spielt das Hydrogen Innovation Center für KMU? KMU sollen Forschungs-, Entwicklungs- und Testkapazitäten nutzen können, ohne eine vollständige eigene Forschungsinfrastruktur aufbauen zu müssen.

Wie verbindet das Hydrogen Innovation Center Forschung und Industrie? Das HIC verknüpft Entwicklungs- und Testinfrastruktur mit industriellen Anwendungen und einem Netzwerk aus mehr als 160 Partnern aus Industrie und Forschung.