HST-Kompressoren, Bild: Weidmüller

Die HST-Kompressoren (High Speed Turbo) rüstet Boge mit einem Industrie-4.0-Servicepaket zur intelligenten Auswertung von Betriebsdaten aus. Dadurch lassen sich im laufenden Betrieb Vorhersagen über einen anstehenden Wartungsbedarf treffen und Serviceeinsätze planen. Bild: Weidmüller

Weidmüller präsentierte auf der Hannover Messe 2018 eine Industrial-Analytics-Liveapplikation, bei der der Nutzen für Maschinenbauer und Endanwender direkt auf dem Messestand gezeigt wurde. Zum Einsatz kam ein Hochleistungskompressor vom Typ HST 220 (High Speed Turbo) des Kompressorenherstellers Boge. Dieser nutzt zur Aufdeckung von Fehlern und Betriebsanomalien die Industrial-Analytics-Software für vorausschauende Wartung von Weidmüller.

IPC am Kompressor, Bild: Weidmüller
Die Daten der Analytics Software werden direkt auf dem IPC am Kompressor verarbeitet. Die Visualisierung findet browserbasiert statt und kann auch auf einem Tablet angezeigt und ausgewertet werden. Bild: Weidmüller

Das Highlight der Liveapplikation war die Analyse von unmittelbar an der Maschine veränderten Parametern. So konnte unter anderem das Kühlsystem von Besuchern manipuliert werden, um Motorenprobleme zu simulieren. Die Analysesoftware von Weidmüller erkennt generell die geänderten Rahmenbedingungen innerhalb kurzer Zeit und kann durch einen speziellen Vorhersagealgorithmus eine durch die Manipulation geänderte Ausfallwahrscheinlichkeit vorhersagen sowie den Maschinennutzer vor dem Ausfall warnen. Dabei werden die Daten von der Analytics-Software offline, direkt auf dem IPC am Kompressor verarbeitet – eine Visualisierung findet browserbasiert statt, so dass sie auf verschiedenen Endgeräten auf dem Messestand eingesehen werden konnte.

Die neuen HST-Kompressoren stellen für Boge einen Meilenstein in der Weiterentwicklung der ölfreien Drucklufterzeugung der Klasse 0 dar. Zu den Anwendungsbereichen dieser Kompressoren gehören die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie, industrielle Lackierbetriebe sowie die Halbleiterproduktion. In allen Anwendungsbereichen haben Maschinenstillstände fatale Folgen. Die präventive Fehlervermeidung ist Voraussetzung für eine erhöhte Prozesssicherheit und ein optimales Energiemanagement beim Betreiber. Deshalb treibt Boge seine Strategie Druckluft 4.0 im Bereich Service und Wartung weiter voran.

Um mögliche Fehler und Betriebsanomalien aufzudecken noch bevor sie entstehen, setzt der Hersteller auf eine Software für Predictive Maintenance von Weidmüller. Diese Softwarelösung ist Teil von Boge Analytics, dem Industrie 4.0-Paket zur intelligenten Datenauswertung und -nutzung. Das Softwarepaket beinhaltet zudem die Remote-Monitoring-Lösung Boge Airstatus, das Continous Improvement Programme und das 24-Stunden Recovery.

Die Software zur vorausschauenden Wartung erkennt Fehler und kritische Abweichungen der technologischen Parameter frühzeitig. In die Datenauswertung fließen die Einsatzerfahrungen aller Druckluftlösungen des Anbieters ein. So können im laufenden Betrieb Vorhersagen über einen zukünftig anstehenden Wartungsbedarf getroffen und Serviceeinsätze optimal geplant werden. Betroffene Bauteile tauscht der Hersteller dann vor dem Eintritt eines prognostizierten Schadens aus. Eine kostenintensive Nachsorge und lange Stillstandszeiten gehören damit der Vergangenheit an. Mit Predictive Maintenance setzt das Unternehmen auf einen zentralen Werttreiber für eine Druckluftversorgung nach Industrie-4.0-Standards. Der Anwendungsfall auf der Messe war ein Praxisbeispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen Kunden und Anwendern bei Digitalisierungslösungen.

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