Vorbildliche Verrohrung in einer Hydraulikanlage - Bild: IHA

Vorbildliche Verrohrung in einer Hydraulikanlage: Rohre erlauben engere Biegeradien als Schläuche. Bild: IHA

Durch eine vernünftige und anforderungsgerecht hergestellte Bogenkonstruktion mit entsprechender Befestigung und Kräftekompensation kann man die Beweglichkeit und Elastizität einer Rohrleitung voll ausnutzen. Wichtig sind diese Rohrkonstruktionen unter anderem bei Maschinen, in denen sich trotz der geringen Bauhöhe Teile nicht unkontrolliert berühren dürfen.

Unrundheit bei Rohren - Bild: IHA
Das linke Rohr weist eine Unrundheit von acht Prozent auf. Am rechten Rohr kann man die massive Abweichung des maximal geforderten Wertes deutlich erkennen. Ergebnis: U = 16,7 %. Bild: IHA

Die Rohrleitungen werden auf verschiedenen Maschinen gebogen, zum Beispiel auf einer CNC-gesteuerten Dornbiegemaschine. Kleine bis mittlere Rohrdurchmesser kann der Anwender auch mit einer Handbiegevorrichtung in die gewünschte Form bringen. Durch das Biegen, unabhängig vom Herstellungsverfahren, wird die Form des Präzisionsrohres, das Gefüge und dementsprechend die Wandstärke in der Biegung des Rohres verändert, mal mehr, mal weniger. Deshalb ist es unbedingt notwendig, die sogenannte Unrundheit eines Hydraulikrohres nach dem Biegen zu prüfen.

Durch die Verwendung entsprechender Ausrüstung, zum Beispiel Dornbiegemaschinen, sowie die richtige Auswahl der Rohrwandstärken im Vorfeld reduziert sich die Unrundheit auf ein Minimum. Die einschlägigen Normen, zum Beispiel DIN EN 13480, fordern eine maximal zulässige Unrundheit unter zehn Prozent.

Nicht die Verbindung ist das Problem

Man bedenke, dass sich bei Überschreiten des maximalen Wertes nach dem Biegevorgang keine anforderungsgerechte Schneidringmontage oder andere sichere Rohrumformverfahren anwenden lassen.

Weiterbildung zum Thema

Rund um die Rohrtechnik
Die Internationale Hydraulik Akademie (IHA) bietet zum Thema Rohrtechnik verschiedene Seminare und Seminarmodule in Dresden sowie als Inhouse-Schulungen an, zum Beispiel:

  • Wartung und Instandhaltung hydraulischer Anlagen
  • Auslegung und Gestaltung von Rohr- und Schlauchleitungen
  • Vermittlung der Sachkunde zur Befähigten Person in der hydraulischen Leitungstechnik.

In diesen Kursen werden unter anderem der theoretische Umgang mit Berechnungsbeispielen und der praktische Umgang mit Rohrleitungen geschult. Die Schulungen dauern, je nach Anforderung, zwischen ein und drei Tage und können auch spezifisch nach Kundenwunsch aufgebaut werden. Die Teilnehmer erhalten zu jedem Seminar ein Zertifikat. Die Veranstalter legen Wert auf Praxisnähe, denn allen Trainern liegt die Sicherheit im Umgang mit Hydraulikanlagen am Herzen. Nähere Informationen unter: www.hydraulik-akademie.de

Es gilt auch hier der Grundsatz: Das schwächste Glied einer Rohrleitung ist das Rohr an sich und nicht die Verbindung. An der Außenseite der Biegung kann es durch das massive Überstrecken der Hydraulikrohrleitung und die dynamische Druckbelastung zu Rohrrissen kommen, die keinesfalls durch Schweißungen oder sonstige Verfahren verschlossen werden dürfen. Darauf wird in der DIN EN 13480 eindeutig hingewiesen. Weiterhin beschreibt die DIN EN ISO 4413 (Sicherheitstechnische Anforderungen), dass Bauteile zuverlässig und dem maximalen Druck standhalten müssen und nur in den festgelegten Grenzwerten eingesetzt werden dürfen. fa