Schnellkupplungen, Bild: Walther-Präzision

Unterschiedlich eingefärbte Führungsteile erleichtern die optische Zuordnung beim Schnellkuppeln. Bild: Walther-Präzision

Die versehentliche Vermischung von Substanzen kann insbesondere bei industriellen Mengen schnell gravierende Folgen haben. In einem Fall wurde bei der Reinigung eines Tanks für Natronlauge versehentlich tausende Liter Salpetersäure eingefüllt. Der Tank auf dem Betriebsgelände drohte zu zerbersten. Ein rechtzeitig ausgelöster Katastrophenalarm verhinderte Schlimmeres. Dennoch musste die Feuerwehr über 1000 Anwohner kurzzeitig in Sicherheit bringen. In einem anderen Fall wurde eine Ammoniaklösung versehentlich in ein Altölfass eingeleitet, worauf sich gefährliche Abluft bildete. Die Sicherheitskräfte waren gezwungen, die Halle zu evakuieren. Ein eigens angefordertes Entsorgungsunternehmen musste daraufhin das Gemisch mit Spezialgerät aufwendig abpumpen. Überall dort, wo chemische Fluide durch Rohre und Schläuche fließen, müssen die Verbindungsstücke eine besonders prüfsichere Dichtheit besitzen.

Clean-Break-Schnellkupplungen

RFID Grafik, Bild: Walther-Präzision
RFID im schematischen Aufbau. Bild: Walther-Präzision

Im Bereich industrieller Schnellkupplungssysteme sind daher „wasserdichte“ Lösungen gefragt. Walther-Präzision hat für diese Art kritischer Anwendungen eine Reihe von Sicherheitsarmaturen entwickelt, um Medienschnittstellen schneller und verwechslungssicher zu machen. So empfehlen die Kupplungs-Experten, mechanische, optische, elektronische oder eine Kombination dieser Kupplungen einzusetzen. Grundgedanke ist dabei das Poka-Yoke-Prinzip, also das Ausschließen von Fehlerhandlungen durch geeignete Vorkehrungen. Für Abfüllungsaufgaben in der chemischen Industrie sind zum Beispiel Clean-Break-Schnellkupplungen ein Mittel der Wahl. Diese Elemente zeichneten sich durch eine einfache und schnelle Kuppelfähigkeit aus.

Mechanische Kodierungen

Kupplungen Kodierung Grafik, Bild: Walther-Präzision
Mono-Kupplungen mit a) Formstück und b) Kodierung. Bild: Walther-Präzision

Die Clean-Break-Schnellkupplungen von Walther-Präzision besitzen unterschiedliche Ringdurchmesser, Schließ-Geometrien auf den Führungsteilen der Verschlusskupplung sowie eine mechanische Kodierung mit dem 2-Stift-Prinzip. So soll sichergestellt werden, dass Anwender nur die zueinander gehörenden Leitungsenden mit entsprechend passendem Durchmesser oder passender Schließung verbinden. Integrierte Stiftsysteme erlauben eine mehrfache mechanische Kodierung, um eine Verwechslung auszuschließen. Clean-Break-Schnellkupplungen der CN-Serie trennen und verbinden Leitungen, die saure oder basische Medien führen. Für besonders gefährliche oder anderweitig spezielle Fluide empfiehlt das Unternehmen Clean-Break-Kupplungen der Ball-Face-Serie in den Nennweiten 25 und 50 Millimeter. Auch diese BF-Kupplungen können mit einem mechanischen oder elektrischen Codiersystem ausgestattet werden, sodass Anwender Medienfehlleitungen ausschließen, wie das Unternehmen betont.

Verwechslungssicherheit durch RFID

Kupplung BF-Serie, Bild: Walther-Präzision
Clean-Break-Kupplung der BF-Serie gibt es in zwei Nennweiten. Bild: Walther-Präzision

Um Leitungsverwechslungen speziell in großen und komplexen Anlagen zu vermeiden, bietet das Unternehmen auch elektronische Prozess-Sicherungstechnik, beispielsweise RFID, an. Dabei identifiziert die RFID-Antenne in einer fest installierten Schnellkupplungshälfte (Festhälfte) nach vollständigem Kuppeln mit der anderen Kupplungshälfte (Loshälfte) den dort platzierten RFID-Transponder. Durch diese RFID-Transponder-Kodierung ist die Kupplungsstelle identifiziert und nachfolgende Abfüllprozesse können freigegeben werden. Der Anwender hat dann die Möglichkeit, den Transponder mit vielen relevanten Daten zu füttern und alle Füllvorgänge zu dokumentieren.

Walther-Präzision bietet als Hersteller Schnellverschlusskupplungen und Schnellverbindungslösungen für Pneumatik, Wasser- oder Öl-Hydraulik, Gase und sonstige Fluide an. Dazu gehören auch mehrere Produkte für Multikupplungstechnologien sowie Werkzeugwechsler für Industrieroboter. Einen Großteil seiner Entwicklungskapazität investiert das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Haan in anwendungsspezifische Projekte. Walther-Präzision nutzt dabei unter anderem eine durchgängige 3D-CAD-Software. Mit weiteren Software-Tools lassen sich Simulationen, wie zum Beispiel das Strömungsverhalten, die Auswirkungen dynamischer Belastungen sowie Bewegungsabläufe automatisierter Kupplungssysteme erstellen. fl

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