Temperier-Schnellverschlusskupplung, Bild: Lüdecke

Diese Temperier-Schnellverschlusskupplung bietet Schutz vor unbeabsichtigtem Entkuppeln durch eine automatische Sicherheitsverriegelung. Bild: Lüdecke

Die steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Fertigungsmaschinen und Werkzeugen übertragen sich natürlich auch auf die Armaturen, die diese mit der Energiezufuhr verbinden. Dies sind, zum einen, die immer größer werdenden Einsatztemperaturen, mit denen die Kunden die Hersteller konfrontieren. Diese Tendenz zeigt sich speziell bei Schnellverschlusskupplungen für die Werkzeugtemperierung von Spritzgussmaschinen. Dichtungswerkstoffe und Klebstoffe, welche sich bisher im Einsatz bewährt haben, kommen an ihre Grenzen und müssen in Zusammenarbeit mit den Herstellern stetig weiterentwickelt werden.

Energieeffiziente Schnellverschlusskupplungen, Bild: Lüdecke
Energieeffiziente Schnellverschlusskupplungen reduzieren Kosten und erhöhen die Standzeiten und Lebensdauer von Maschinen und Anlagen. Bild: Lüdecke

Um diese Entwicklungen und Trends zu erkennen und kontinuierlich sichere und effiziente Lösungen anzubieten, verfügt Lüdecke über ein eigenes Testcenter für umfangreiche Produktprüfungen. Ob Druck-, Einbinde- oder Temperaturtests – eigens dafür ausgebildete Experten führen laufend im Haus spezifische Anwendungsprüfungen durch.

Seit diesem Jahr ergänzt ein neu entwickelter Hochtemperaturprüfstand das bestehende Testcenter. Mit diesem Prüfstand können Temperaturen bis 300 °C (Öl) bei einer gleichzeitigen Simulation von axialen Bewegungen der Schlauchleitungen getestet werden. Zudem lässt sich eine große Bandbreite an Temperaturzyklen zwischen 5 °C und 300 °C abbilden, um so die gesamte Belastbarkeit des Kupplungssystems analysieren zu können. Mit diesem Testcenter werden neue als auch bestehende Kupplungssysteme stets weiterentwickelt und verbessert.

Zum anderen steigt stetig die Nachfrage nach Armaturen für aggressive Medien und damit der Bedarf an Komponenten, die aus hochwertigeren Werkstoffen gefertigt werden. Hier ist vor allem Edelstahl zu nennen, das im Vergleich zu anderen Werkstoffen über eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit verfügt und somit die Prozesssicherheit bei kritischen Anwendungen deutlich verbessert.

Kupplungen und Armaturen aus Edelstahl, Bild: Lüdecke
Kupplungen und Armaturen aus Edelstahl eignen sich besonders für Anwendungen mit spezifischen Hygienevorschriften oder zum Fördern kritischer Medien. Bild: Lüdecke

Aus diesem Grund wurde für den Großteil des Produktprogramms bei Lüdecke ein umfangreiches Edelstahlprogramm in den verschiedensten Edelstahlqualitäten entwickelt. So wird ein Einsatz in den Bereichen Pharmazie, Chemie, Medizin, Prozess- und Lebensmitteltechnik problemlos gewährleistet. Dies erhöht jedoch den Aufwand an kontinuierlicher Technik- und Beratungskompetenz. Von Kundenseite wird künftig deutlich mehr Wert auf Qualität und Zuverlässigkeit gelegt als nur auf schnelle Preisvorteile, welche von preisgetriebenen Marktbegleitern generiert werden.

Im Allgemeinen steigen auch die Ansprüche an die Produktsicherheit. Einerseits muss natürlich die Armatur selbst, samt Einbindung, den wachsenden Druckbelastungen standhalten. Hier sind hydrostatische und dynamische Druckprüfungen unerlässlich. Andererseits ist sicherzustellen, dass Mensch und Maschine vor dem unbeabsichtigten Trennen einer Fluidleitung zuverlässig geschützt sind. Im Bereich der Temperiertechnik hat der Hersteller genau für diese Problemstellung die patentierte Temperier-Schnellverschlusskupplung TempSecure entwickelt. Diese verfügt über eine automatische Sicherheitsverrieglung und signalisiert mittels Farbkodierung, ob eine sichere Verbindung hergestellt ist. Der Entkupplungsvorgang wiederum erfordert eine bewusste manuelle Entriegelungsbewegung, um versehentliches Entkuppeln zu vermeiden. Auch im Bereich der Pneumatik steigt der Bedarf an Sicherheits-Entlüftungskupplungen, um Unfällen vorbeugen zu können und der Verantwortung für die betriebliche Sicherheit in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen.

Energieeffizienz als Wettbewerbsfaktor

Des Weiteren verschärft sich bei Pneumatik-Anwendungen das Bewusstsein bezüglich der Möglichkeiten der Reduzierung der Produktionskosten durch ein gut ausgelegtes Druckluftsystem. Wichtiger Bestandteil eines effizienten Druckluftnetzes ist die Verwendung energieeffizienter Armaturen. Sie ermöglichen einen maximalen Energiefluss von der Erzeugung der Druckluft im Kompressor bis hin zum Werkzeug. So ist ein Arbeiten mit niedrigerem Eingangsdruck realisierbar. Dies wiederum trägt entscheidend zu einer deutlichen Reduzierung der Energiekosten sowie einer Erhöhung der Standzeiten und Lebensdauer pneumatisch betriebener Maschinen und Werkzeuge bei.

Um diese zu gewährleisten, arbeitet Lüdecke kontinuierlich – in Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden – an der Entwicklung strömungsgünstiger Ventiltechnik, deren Leistungsfähigkeit an einem Prüfstand geprüft wird.

Diese beschriebenen Bereiche zeigen auf, wo die Trends und Anforderungen bei Kupplungssystemen im Markt liegen. Kompetente Beratung und der direkte Kontakt zum Hersteller sind nicht nur aus Sicht der oben beschriebenen Gründe unerlässlich. Auch neue Gesetzesverordnungen verstärken diesen Bedarf an Sicherheit und zuverlässiger Beratung seitens des Herstellers. Dazu trägt unter anderem das neue Gesetz zur Haftung der Ein- und Ausbaukosten maßgeblich bei. Bisher war der Händler nicht für die Ein- und Ausbaukosten haftbar, wenn er nicht mit nachweisbarer Absicht mangelhafte Ware geliefert hat. Ab 2018 haftet dieser jedoch immer. So ist es also wichtig, dass qualitativ hochwertige und normgerechte Ware zuverlässiger und greifbarer Lieferanten verkauft wird, auf die in solchen Fällen auch zurückgegriffen werden kann. wk

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