Bild: Adobe Stock/ Andrey Armyagov

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Neben Kompressoren und Vakuumpumpen bekommen Drehkolben- und Schraubengebläse nicht immer die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Umfangreiche Studien befassen sich bereits mit den jeweiligen Märkten für Kompressoren und Vakuumpumpen. Was jedoch fehlt, ist eine dezidierte Analyse des Marktes für Schraubenverdichter und Drehkolbengebläse.

Für die Wasseraufbereitung sind Gebläse manchmal die bessere Lösung. Auch in anderen Bereichen könnten Kompressoren und Vakuumpumpen zugunsten von Drehkolbengebläsen und Schraubenverdichtern zurückgedrängt werden.

Hersteller sowohl von Vakuumpumpen als auch von Kompressoren drängen auf den Markt für Gebläse. Derzeit sind schon zwei Drittel der Vakuumpumpenhersteller, wie beispielsweise Atlas Copco (durch die Übernahme von Oerlikon Leybold, sowie der tschechischen Firma Lutos) oder Gardner Denver (durch eine Vielzahl lokaler Übernahmen) am Markt für Schraubenverdichter und Drehkolbengebläse vertreten. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei Kompressorherstellern wie Kaeser, Howden oder Ingersoll Rand.

Anwendungsbereiche der Gebläse

Die Stärke und Mannigfaltigkeit von Drehkolben- und Schraubengebläsen zeigt sich besonders in Industriebereichen wie der Abwasserbehandlung und kommunalen Wasseraufbereitung: Ob zum Rückspülen bei Sandfilteranlagen, zur Einführung von Blasluft in Kläranlagen, zur Trinkwassergewinnung durch Entsalzung, zur Abwasserentsorgung oder zur Oxygenisierung von Belebungsbecken, für all diese Anwendungen können Gebläse anstelle von Kompressoren oder Vakuumpumpen eingesetzt werden. Zudem können Gebläse als kostengünstige Alternative zur Erzeugung eines sogenannten Vorvakuums in mehrstufigen Vakuumpumpen verwendet werden.

Der einfache Grund dafür ist: Der für diese Anwendungen notwendige Differenzdruck ist so niedrig, dass eine Anschaffung teurer und energieintensiver Vakuumpumpen oder Kompressoren oft nicht rentabel ist.

Der Einsatz von technisch anspruchsvollen Vakuum- oder Kompressoranlagen erinnert in diesem Zusammenhang eher an das im Volksmund geläufige „mit Kanonen auf Spatzen schießen“. Sicherlich ist dies technologisch gesehen kein Nachteil, führt jedoch zu höheren Nebenkosten für die Anlagenbetreiber, die eigentlich vermieden werden könnten.

Grafik,  Bild: Research Solutions
Die Grafik veranschaulicht den Einsatz von Drehkolben- und Schraubengebläsen in der Wasseraufbereitung im Klärwerk: Nicht nur im Trübwasser- beziehungsweise Schlammvorlagespeicher, sondern auch in den (typischerweise) zwei Belebungsbecken werden Gebläse eingesetzt. Bild: Research Solutions

Zunehmende Bedeutung der Technik

Für die Zukunft lässt sich sagen: Im Lichte immer wichtiger werdender Energieeffizienz wird sich der Einsatz von Drehkolbengebläsen und Schraubenverdichtern deutlich verbreitern. Schon heutzutage kann der Einsatz von Drehkolbengebläsen die Energieeffizienz einer Wasseraufbereitungsanlage um bis zu 15 Prozent verbessern (im Vergleich zum Einsatz von Kompressoren oder Vakuumpumpen).

Setzt man in Zukunft jedoch anstatt der bisher weiter verbreiteten Drehkolbengebläse energieeffizientere Schraubenverdichter ein, kann dies die Betriebskosten einer Wasseraufbereitungsanlage weiter senken. Auf lange Sicht wird die Reduktino der Betriebskosten den höheren Anschaffungspreis von Schraubenverdichtern rechtfertigen. Die interessante Frage ist daher: Welcher Anteil der Drehkolbengebläse wird sich am Markt halten?

In Anbetracht dieser Entwicklungen werden sich sowohl Vakuumpumpenhersteller (wie beispielweise Pfeiffer, KNF Neuberger Agilent oder Flowserve, durch die Übernahme von SIHI), sowie Kompressorenhersteller (wie Bauer oder GE, durch die Übernahme von Baker Hughes) Strategien überlegen um auf den Markt für Gebläse vorzudringen.

Um damit erfolgreich zu sein, ist eine detaillierte Analyse des jeweiligen Marktes und aller jeweils vertretenen Hersteller notwendig. do

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