Employer Branding wird für Zeppelin Baumaschinen zum strategischen Hebel im Wettbewerb um Fachkräfte. Im Fokus stehen Authentizität, Sichtbarkeit und langfristige Bindung.
Leone Schweibenz, Senior Employer Branding und Recruiting Managerin bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH.Fotoloft Erfurt)
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Summary:
Zeppelin Baumaschinen sucht weiterhin Fach- und Führungskräfte, vor allem im technischen Bereich und für 35 Niederlassungen in Deutschland. Senior Employer Branding und Recruiting Managerin Leone Schweibenz erklärt, wie das Unternehmen Bewerber über Karriereseiten, Social Media, Events, Messen und Empfehlungsprogramme erreicht. Entscheidend seien authentische Arbeitgeberkommunikation, klare Versprechen und die Bereitschaft, Recruiting-Kanäle ständig zu prüfen.
In Zeiten des Fachkräftemangels und eines sich
wandelnden Arbeitsmarktes stehen Unternehmen mehr denn je vor der
Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und
langfristig zu binden. Dabei spielen strategische Personalgewinnung und ein
starkes Employer Branding eine zentrale Rolle. Wie gelingt es Unternehmen, sich
als attraktive Arbeitgeber zu positionieren? Welche Maßnahmen sind besonders
wirksam, um Talente anzuziehen und zu halten? Diesen Fragen gehen wir im Gespräch
mit Leone Schweibenz nach. Als Senior Employer Branding und Recruiting
Managerin bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH kennt sie die aktuellen
Entwicklungen und Herausforderungen aus erster Hand und gibt spannende
Einblicke.
Was versteht man unter Employer Branding?
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Ganz allgemein bezeichnet Employer
Branding die strategische Positionierung eines Unternehmens als attraktiver
Arbeitgeber – sowohl intern gegenüber den eigenen Mitarbeitenden als auch
extern gegenüber potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Das Ziel von
Employer Branding ist, ein positives, glaubwürdiges und differenziertes
Arbeitgeberimage zu schaffen. Dazu gehört konkret, Talente anzuziehen, also
das Recruiting, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden
sowie die Unternehmenskultur zu stärken.
Wie setzt man diesen Anspruch in der Praxis um
beziehungsweise welche Elemente umfasst das Employer Branding genau?
Die Außendarstellung und die gelebte Realität im Unternehmen müssen übereinstimmen. Nur so kann man Fachkräfte auch halten.Art-spiral-stock.adobe.com mit KI)
Ein wesentliches Element ist der Aufbau,
das Stärken und Pflegen einer authentischen Arbeitgebermarke. Dazu zählen als
Kernpunkte die Identität des Unternehmens – also wer sind wir wirklich als
Arbeitgeber –, für welche Werte stehen wir, welcher Führungsstil wird bei uns
gelebt, aber auch Aspekte nach dem Sinn der Arbeit, den Benefits und der
Kultur. Ganz wichtig ist dabei tatsächlich die Authentizität. Nach allgemeinen
Erhebungen kündigen 18 Prozent der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
den ersten hundert Tagen, da das neue Unternehmen oder die neue Aufgabe doch
nicht ihren Vorstellungen entspricht. Da-mit das nicht passiert, man also die
richtigen Fachkräfte gewinnt und hält, muss man als Arbeitgeber halten, was man
verspricht, eben authentisch sein. Die Außendarstellung und die gelebte
Realität im Unternehmen müssen übereinstimmen.
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Wie macht man das?
Das wesentliche Schlagwort ist hier
„Versprechen“ – im Fachjargon die Employer Value Proposition. Also ganz klar
deutlich zu machen, was wir als Arbeitgeber bieten und was wir von den
Mitarbeitenden erwarten. Große Bedeutung kommt bei dem gesamten Prozess der
Kommunikation zu. Die Frage ist, wie zeigen wir uns und unsere Stärken in der
Öffentlichkeit. Das betrifft natürlich unsere Karriereseiten: Es geht darüber
hinaus, dass diese modern und leicht im Netz auffindbar, also SEO-optimiert, sind.
Es umfasst Social-Media-Auftritte, Print- und Jobanzeigen. Zentral sind
authentische Einblicke der Mitarbeitenden. Was viele Unternehmen dabei
vergessen: den Fokus auf einen echten Querschnitt zu legen, also auf alle
Rollen, Funktionen und Persönlichkeiten im Unternehmen. Da muss man auf jeden
Fall multimedial sichtbar sein und kontinuierlich am Ball bleiben. Denn das ist
nicht endgültig. Das kann man nicht einmal aufsetzen und dann ist es damit
getan. Das ist eine fortwährende Reise ohne Pause, aber mit einem klaren Ziel.
Werden angesichts der wirtschaftlichen Situation
überhaupt Arbeitskräfte gesucht?
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Momentan stagniert der Markt eher und man
sieht wenig Wechselbewegungen. Das betrifft sowohl offene Stellen als auch
wechselwillige Arbeitnehmer. Es werden auch weniger Ausbildungsstellen
angeboten, was dazu führen wird, dass den Unternehmen in vier Jahren
Nachwuchskräfte fehlen werden. Diese Entwicklung hat man schon nach der
Coronakrise beobachten können. Eine Ausnahme bildet der technische Bereich.
Auch Zeppelin sucht hier nach wie vor deutschlandweit für seine 35
Niederlassungen Fach- und Führungskräfte. Gefragt sind dabei Azubis und
Fachkräfte als Land- und Baumaschinenmechatroniker. Dabei haben wir auch ganz
gezielt technisch versierte Arbeitskräfte aus verwandten Bereichen wie
Nutzfahrzeugmechatroniker im Auge. Für diese haben wir ein spezielles
Quereinsteigerprogramm entwickelt. Und selbstverständlich suchen wir bereits
für das kommende Ausbildungsjahr Azubis, sowohl für den gewerblichen als auch
für den kaufmännischen Zweig.
Unternehmen sollten bereit sein, sich nicht perfekt zu zeigen. Das finden die meisten Menschen sympathisch.N Hiramanpeopleimages.com-stock.adobe.com
Was tut Zeppelin konkret, um neue Arbeitskräfte zu
gewinnen?
Wir versuchen, auf relevanten Kanälen
Aufmerksamkeit für uns als Arbeitgeber und als Marke zu generieren. Eine
zunehmend größere Rolle spielen dabei die sozialen Medien. Neben den
klassischen Karriereseiten versuchen wir auch, unsere Zielgruppe auf den
entsprechenden Events zu erreichen. So waren wir beim TraktorPulling oder den
PS-Days vertreten. Das sind tolle Veranstaltungen für Technikbegeisterte und
Maschinenfreaks – also genau die Leute, die wir suchen. Ein wichtiger Baustein
sind auch Job- und Schulmessen, auch hier sind wir ganz nah dran an unserer
Zielgruppe. Darüber hinaus sind Fachmessen, wie die bauma oder die Nordbau,
wichtige Ereignisse, auf denen wir unsere Botschaft platzie-ren können.
Selbstverständlich beteiligen wir uns an den jährlichen Girls’ und Boys’ Days
zur Nachwuchsgewinnung. Wir bieten natürlich zudem in allen Bereichen für
Interessierte auch Praktika – und wenn es nur für einen Tag ist, um einen
ersten Eindruck zu gewinnen. Und natürlich haben wir ein internes Empfehlungsprogramm,
denn gute Mitarbeitende kennen oft andere gute Mitarbeitende. Genau das meine
ich, wenn ich sage, wir müssen multimedial aufgestellt sein. Es gibt nicht den
einen richtigen Weg, sondern es geht darum, überall präsent und sichtbar zu sein.
Welche Kanäle „bespielt“ Zeppelin?
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Wir sind auf einem guten Weg, uns immer
besser multimedial aufzustellen. Dabei stellen wir unser Vorgehen stets auf
den Prüfstand, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen. Das
betrifft auch die Dienstleister, mit denen wir zusammenarbeiten. Für das
datenbasierte Recruiting schalten wir Jobanzeigen auf Stepstone und Indeed. Ein
weiterer wichtiger Kanal ist das Online Performance Recruiting, da schalten wir
Anzeigen auf Plattformen wie Meta und Google. Neuerdings haben wir auf unserer
Zeppelin Website einen eigenen Karrierekanal. Auf einer weiteren Homepage
äußern sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt – wie wir ticken,
welche Benefits wir bieten und vieles mehr. Auch hier gilt, was ich oben schon
betont habe: Das muss authentisch sein. Unser Ziel ist es, hier mittelfristig
jeden Standort zu repräsentieren.
Welche Bedeutung haben Social-Media-Kanäle?
Wenn ich mich dort nicht präsentiere, bin
ich quasi unauffindbar. Wenn wir ein Restaurant suchen, schauen wir nicht nur
auf die Website oder Bewertungen, sondern immer öfter auch auf Instagram. Wie
sieht das Essen aus, das Ambiente, wer geht dort hin? Genau so funktioniert es
auch bei Unternehmen. Auf Social Media sehen Menschen die echten
Mitarbeitenden, spüren die Atmosphäre und bekommen ein Gefühl dafür, ob sie
dazu passen würden. Es geht um Echtheit und Transparenz. Social Media ist längst
kein nettes Extra mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner
Arbeitgeberkommunikation.
Was können Bauunternehmen tun, um Fachkräfte zu
gewinnen?
Mutig sein, bloß nicht verkopfen. Bei
diesem Prozess gilt „Learning by Doing“. Das bedeutet auch, mal neue Wege zu
versuchen. Dabei auch den Mut haben, nicht alles zu kontrollieren, wenn sich
beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den unterschiedlichen
Kanälen äußern. Auch hier gilt, Authentizität ist wichtiger als der perfekte
Auf-tritt. Wichtig erscheint mir, die gewählten Prozesse, Wege und
Dienstleister permanent kritisch zu prüfen. Denn Personalgewinnung und das Halten
der Mitarbeitenden ist ein ständig fortlaufender Prozess. Das, was heute
funktioniert, kann morgen schon nicht mehr „Best Practice“ sein.
Können Sie da ein konkretes Beispiel nennen?
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Ein gutes Beispiel ist die Art und Weise,
wie sich Unternehmen auf Insta-gram präsentieren. Noch vor zwei Jahren mussten
die Videos High End sein, absolut perfekt. Das zieht heute nicht mehr. Jetzt
ist eher der Mix gefragt. Natürlich gibt es noch die professi-onellen
Darstellungen, aber viel besser kommen die selbstgedrehten, lustigen Videos an.
Da sind dann auch der Schnitt oder das Licht nicht perfekt, aber es wirkt
authentisch. Unterneh-men sollten eben auch bereit sein, sich nicht perfekt zu
zeigen. Das finden die meisten Men-schen sympathisch, schließlich ist kein
Mensch perfekt, jeder hat seine Ecken und Kanten. Und hier schließt sich der
Kreis. Man muss seinen Werkzeugkasten stets anpassen und kri-tisch
hinterfragen, ob die gewählten Mittel und Kanäle noch die richtigen sind. Denn
das Employer Branding ist, wie bereits gesagt, eine nie endende Reise – ohne
Pause, aber mit klarem Ziel.
FAQ: Employer Branding bei Zeppelin
• Was bedeutet Employer Branding bei Zeppelin? – Employer Branding beschreibt die strategische Positionierung von Zeppelin als attraktiver Arbeitgeber nach innen und außen.
• Warum ist Employer Branding für Zeppelin wichtig? – Es soll Talente anziehen, Mitarbeitende binden und die Unternehmenskultur stärken.
• Welche Kanäle nutzt Zeppelin für Employer Branding? – Zeppelin setzt auf Karriereseiten, Social Media, Jobplattformen, Online Performance Recruiting, Events, Fachmessen und Empfehlungsprogramme.
• Welche Fachkräfte sucht Zeppelin über Employer Branding? – Besonders gefragt sind technische Fachkräfte, Azubis sowie Land- und Baumaschinenmechatroniker.
• Welche Rolle spielt Social Media im Employer Branding? – Social Media macht Mitarbeitende, Atmosphäre und Unternehmenskultur sichtbar und gilt als zentraler Bestandteil moderner Arbeitgeberkommunikation.