Bild: Dechema

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Am 11. Juni 2018 ist es soweit: In Frankfurt öffnet die Achema ihre Messehallen und Vortragsräume. Rund 3800 Aussteller und 167.000 Teilnehmer werden auf der Weltleitmesse der Prozessindustrie erwartet. Die alle drei Jahre stattfindende Veranstaltung zieht ein internationales Publikum an: Bei der letzten Messe 2015 waren rund 100 Nationalitäten vertreten. Die Veranstalter sind optimistisch, denn die Stimmung in den Kernbrachen ist gut. „Wir halten uns mit Prognosen meist etwas zurück“, sagt Thomas Scheuring, Geschäftsführer bei der Dechema Ausstellungs-GmbH. „Aber wir sehen in einigen Ausstellungsbereichen wie der Automation, in der Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik, aber auch in der mechanischen Verfahrenstechnik ein deutliches Wachstum, das zu positiven Erwartungen Anlass gibt.“

Ausstellerplan, Grafik: Dechema
46 Prozent der Aussteller kommen aus Deutschland, 32 Prozent sind aus dem EU-Ausland, fünf Prozent aus Amerika. Die restlichen 17 Prozent der Nationalitäten verteilen sich auf Asien, Afrika und Australien. Grafik: Dechema

Als Weltleitmesse hat die Achema den Anspruch, zu zeigen, welche aktuellen und künftigen Entwicklungen die Branche beschäftigen. Bei einem Fachpressetag im März ließ sich bereits erahnen, was das beherrschende Thema sein wird: Wenig überraschend ist es die Digitalisierung, welche alle Branchen und Ausstellungsgruppen anscheinend am intensivsten beschäftigt – gleich ob im Labor, im Anlagenbau, im Packaging oder der Logistik.

Entsprechende Lösungen werden die Unternehmen auf der Ausstellung zeigen: Da gibt es Pumpen, die sich dank digitaler Schnittstellen per „Plug and play“ in die Anlage einfügen und ihren Zustand selbstständig beobachten. Kontroll- und Operationszentren werden heute so aufgebaut, dass sich die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine neu definieren.

Die Unternehmen behalten bei aller Begeisterung für die Vernetzung ihre traditionellen Entwicklungsziele im Blick: Komponenten, welche die Prozesseffizienz erhöhen, oder der Einsatz neuer Materialien stehen weiterhin auf der Agenda der Firmen, die Produkte oder Technologien für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie anbieten.

Bei der Ausstellung gibt es eine kleine Neuerung im Logistik-Bereich in Halle 1.1: Zur Pharmaverpackungs- und Lagertechnik kommen 2018 erstmals die Aspekte Intralogistik, Materialfluss, Nachverfolgbarkeit, temperaturkontrollierter Transport, intermodaler Transport und Supply Chain Management hinzu.

600 Vorträge und Diskussionen

Dechema Fahnen, Bild: Dechema/Helmut Stettin
Der Verein Dechema und die Dechema Ausstellungs-GmbH organisieren den Kongress und die Ausstellung alle drei Jahre. Bild: Dechema/Helmut Stettin

Die Achema ist aber nicht nur die Weltleitmesse der Prozessindustrie, sondern auch ein ausgewachsener Kongress: Den Besuchern werden rund 600 Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Plenarvorträge geboten, die Einblicke in aktuelle Forschung geben. Entwicklungen aus der Industrie und Markttrends werden in den sogenannten Praxisforen diskutiert. Sie finden jeweils in der Nähe der dazu passenden Ausstellergruppe statt. Das Praxisforum „State of the art in fluid handling“ beispielsweise wird in Halle 9.1 abgehalten (Raum Logos/Genius), wo auch Aussteller aus dem Bereich Pumpen, Kompressoren und Armaturen ihre Stände haben. An den ersten drei Messetagen orientiert sich das Kongressprogramm an folgenden Schwerpunktthemen:

  • Ressourcen: Am Montag geht es unter anderem um Rohstoffe, Kohlendioxid, die Chancen der Biomasse, Wasserkreisläufe und das Problem Umweltverschmutzung durch Plastik.
  • Digitalisierung: Am Dienstag erörtern und diskutieren Kongressteilnehmer neue Kundenanforderungen, die Auswirkungen der IT auf die Prozessindustrie, Automation und ihr Einfluss auf Geschäftsmodelle sowie Infrastruktur und Sicherheit.
  • Energie und Klima: Der Mittwoch ist Themen rund um Energiespeicherung, Kohlendioxid als Rohstoff und Energieeffizienz gewidmet.

An den anderen Tagen geht es dann bunt gemischt weiter.

Neue Produkte auf der Achema 2018

Aussteller, Quelle: Dechema
Die meisten Aussteller hat der Bereich Pumpen, Kompressoren und Armaturen. 2015 präsentierten sich hier 950 Unternehmen. Auf Platz zwei folgt die Labor- und Analysetechnik (669 Aussteller). Der drittgrößte Bereich sind die thermischen Verfahren (455 Aussteller).

Auf der Messe wird es einiges an neuen Produkten und Lösungen zu sehen geben. Zu den Ausstellern gehört beispielsweise Kaeser. Das Unternehmen zeigt auf der Achema 2018 in Halle 8.0 an Stand A4 die neue Container-Druckluftstation Contain-Air. Sie ist mit einem Schraubenkompressor der CSG- oder DSG-Serie mit integriertem Rotationstrockner ausgestattet und liefert ölfrei verdichtete Druckluft bei gleichzeitig geringem Platzbedarf. Da der Container überall auf einem Betriebsgelände platziert werden kann (nur ein ebener Boden ist notwendig), ist zum Beispiel die Investition in einen eigenen Kompressorraum nicht erforderlich.

Ebenfalls in Halle 8.0 stellt Allweiler, ein Geschäftsbereich von Circor, an Stand D63 das Condition und Operation Monitoring System IN-1000, das jetzt auch mit Atex-Zertifizierung für Ex-Zonen erhältlich ist. Der Hersteller entwickelte es speziell für diejenigen seiner Pumpen, die in betriebskritischen und umweltsensiblen Anwendungen der Verfahrenstechnik und der Chemie verwendet werden. Es lassen sich damit eine einfache Zustandsüberwachung, aber auch komplexe Überwachungstätigkeiten inklusive Operation Monitoring an mehreren Pumpen realisieren. Es wird jetzt mit den notwendigen Atex-Zertifizierungen geliefert, um das System in Atex-Zone 2, Class 1, Division 2 zu betreiben. Alle Komponenten, von den Sensoren über die Kabel bis hin zur Trennbarriere, sind für die Ex-Zone zertifiziert.

Parsum zeigt eine Inline-Sonde, mit der die Partikelgröße auch in großen Behältern während der Verarbeitung lückenlos ermittelt werden kann. Bei dem patentierten, faseroptischen Ortsfilterverfahren werden mit Hilfe eines Lasers die „Schatten-Signale“ einzelner Partikel erfasst und daraus die individuelle Geschwindigkeit sowie Sehnenlänge für jedes Teilchen und somit die Partikelgröße im Gefäß bestimmt. Die neue Inline-Messsonde IPP 75-S präsentiert das Unternehmen zusammen mit dem erweiterten Prozess-Interface und der neuen Messsoftware in Halle 4.1, am Stand E 7.

Ausstellung und Kongress zeigen: Für die Prozessindustrie ist die Digitalisierung wichtig, aber sie ist nicht alles.

 

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