Herstellung Rohr, Bild: Uponor

Die SACP-Technologie erlaubt bei Ringmaterial einen um 40 Prozent engeren Biegeradius und bei Stangenmaterial einen um 30 Prozent größeren Schellenabstand als bei herkömmlichen Verbundrohren. Bild: Uponor

Uponor ist ein weltweiter Anbieter von Systemen und Lösungen für die hygienische Trinkwasserversorgung, energieeffizientes Heizen und Kühlen und eine zuverlässige Infrastruktur. Das Unternehmen mit Sitz im südfinnischen Vantaa bei Helsinki ist in einer Vielzahl von Märkten im Bausektor aktiv – vom Wohnungs- und Gewerbebau bis hin zu Industrie und Tiefbau. Derzeit beschäftigt Uponor rund 3900 Mitarbeiter in 30 Ländern, die meisten davon in Europa und Nordamerika.

Seit einem Vierteljahrhundert gilt Uponor als Vorreiter in Sachen Verbundrohrtechnologie. Zentraler Produktionsstandort der gesamten Uponor Gruppe ist das Werk in Zella-Mehlis in Thüringen, an dem mehr als einhundert Mitarbeiter jährlich viele Millionen Meter Rohr für Trinkwasserinstallationen, Heizkörperanbindungen und Flächenheizungen produzieren. Im November 2015 ist dort der milliardste Meter Verbundrohr aus den Produktionsanlagen gelaufen. Zudem arbeiten die Uponor-Experten im Kompetenzzentrum stetig daran, Produkte und Fertigungstechnologien weiterzuentwickeln.

Neues Mehrschichtverbundrohr ohne Schweißnaht

Uponor-Uni-Pipe-Plus-Rohr, Bild: Uponor
Besonderheit von Uponor-Uni-Pipe-Plus ist, dass das Rohr mit einer extrudierten Aluminiumschicht ohne Schweißnaht auskommt. Bild: Uponor

Die neueste wichtige Entwicklung ist Uponor-Uni-Pipe-Plus, das erste Mehrschichtverbundrohr mit einer extrudierten Aluminiumschicht ohne Schweißnaht. Die von Uponor selbstentwickelte Technologie Seamless Aluminium Composite Pipe (SACP) erlaubt bei Ringmaterial einen um 40 Prozent engeren Biegeradius und bei Stangenmaterial einen um 30 Prozent größeren Schellenabstand als bei herkömmlichen Verbundrohren. Hauptvorteile sind Zeit- und Kostenersparnisse.

„Die nahtlose Produktion der Uni-Pipe-Plus-Rohre erhöht zum einen die Stabilität und Flexibilität des Rohrmaterials; zum anderen verbessert sie die Effizienz und Sicherheit bei Planung und Ausführung“, erklärt Albrecht Reeder, Produktmanager bei Uponor. „Die Rohre lassen sich in bewährter Weise mit den bestehenden Fitting-Systemen sowie Verteil- und Steigleitungen aus dem Uponor-Verbundrohrsystem verarbeiten.“

Sauberer Transport der Rohre dank Schutzelementen

Griffstopfen von Pöppelmann Kapsto, Bild: Uponor
Uponor setzt zur Abdichtung seiner Mehrschichtverbundrohre auf Griffstopfen von Pöppelmann Kapsto. Bild: Uponor

Uponor-Uni-Pipe-Plus ist in Nennwerten von 16 bis 32 Millimetern erhältlich und eignet sich universell für die Trinkwasserinstallation sowie für Heiz- und Kühlrohrnetze in den verschiedensten Gebäudetypen. Damit die hochwertigen Mehrschichtverbundrohre während des Transports nicht verunreinigen, sondern sauber beim Kunden angeliefert werden, verschließt Uponor jedes Rohr mit speziellen Schutzelementen von Pöppelmann Kapsto. Damit erfüllt Uponor die Vorgaben der Norm DIN EN 806-4, in der es zur Handhabung der Materialien heißt: „Rohre, Fittings und andere Bauteile müssen geschützt und sorgfältig behandelt und gelagert werden, um Beschädigungen zu vermeiden sowie Verunreinigung durch Schmutz, Baustoffe, Ungeziefer und sonstiges Fremdmaterial vorzubeugen.“

Bisher verwendete Uponor zum Verschließen der Verbundrohre größtenteils verschiedene Ausführungen der Kapsto-Normreihe GPN 310. Diese flachen, aus Polyethylen (PE-LD) hergestellten Griffstopfen lassen sich zum Schutz von Bohrungen und Innengewinden vielseitig einsetzen. Ihre flexiblen Lamellen erlauben es, große Toleranzen zu überbrücken. Ein handliches Griffstück auf der Oberseite vereinfacht zudem die Handhabung.

Griffstopfen sitzen sicher dank Lamellen

Für die neue Uni Pipe PLUS-Serie zog Uponor jedoch das Klemmverhalten der Baureihe GPN 330 vor. „Dieser Griffstopfen eignet sich hervorragend für Rohrleitungen mit Überwurfmutter: Er verfügt über spezielle Lamellen, die in das Gewinde einrasten und die Überwurfmutter am Leitungsende positionieren“, sagt Thorsten Koldehoff, Kapsto-Vertriebsleiter bei Pöppelmann. Da die längliche Grifflasche der Normserie GPN 330 jedoch nicht dem Design der von Uponor aktuell verwendeten Griffstopfen entsprach, entwickelten die Pöppelmann-Konstrukteure für den Kunden eigens eine Sonderausführung.

„Der bei Uponor für den Bereich Packaging zuständige Sourcing Specialist Stefan Wäldchen stellte unserem Außendienstmitarbeiter die Aufgabe, eine spezielle Ausführung für Leitungsrohre zu kreieren, die auf der einen Seite die Vorteile der bestehenden Kapsto-Normteile bietet, aber auch auf die Bedürfnisse von Uponor abgestimmt ist“, erzählt Koldehoff. Im stetigen Austausch mit dem Verbundrohrhersteller entstand ein individueller Griffstopfen, der das Klemmverhalten des GPN 330 mit dem flachen Grifflaschen-Design der Serie GPN 310 kombiniert.

GPN-330-Stopfen mit optimaler Klemmung

Abgedichtetes Rohr, Bild Uponor
Für die neue Rohrserie hat sich Uponor von Pöppelmann Kapsto einen speziell angepassten, ergonomischen Griffstopfen basierend auf den Baureihen GPN 310 und GPN 330 konstruieren lassen

Die Sonderentwicklung entspricht hundertprozentig den Anforderungen von Uponor: „Die GPN-330-Stopfen konnten bereits vorab eine optimale Klemmung aufweisen; die ersten Muster unserer Sonderlösung erfüllten unsere Vorstellungen in dieser Hinsicht in vollem Umfang“, lobt Uponor-Produktmanager Albrecht Reder. Der Weg für die Serienfertigung war damit frei.

Mit der Zusammenarbeit mit den Kunststoffexperten von Pöppelmann Kapsto ist man bei Uponor nicht erst seit diesem Projekt mehr als zufrieden: „Wir schätzen die Qualität und das klare, gut erkennbare Design der Produkte schon seit Jahren. Doch besonders auch die Zuverlässigkeit und die Lieferperformance von Pöppelmann macht das Unternehmen zu einem verlässlichen Partner“, lobt Reder. Die Entwicklung der Sonderausführung des Kapsto-Griffstopfens sei zügig und reibungslos verlaufen. hei

 

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