Not-Knopf mit Hand, Bild: © Fokussiert, Fotolia

Bei einem harten Not-Stopp muss die Mechanik mehr leisten als gedacht. Bild: © Fokussiert, Fotolia

Eine schwache Mechanik ist vor allem für Menschen ein Risiko, die unter den schwebenden Lasten arbeiten. Bühnenbetreiber können jetzt mit einem neuen mobilen Messgerät die tatsächlichen Lasten messen und die betroffenen Hochleistungswinden wirtschaftlich nachrüsten. In umfangreichen Versuchen auf Testständen und in zwei Theaterhäusern hat Rexroth systematisch die realen Kraftverläufe gemessen, die bei einem harten Not-Stopp auf die Konstruktionen einwirken.

Load Limiter, Bild: Bosch Rexroth
Die autonome hydraulische Einheit Load Limiter reduziert schlagartige Belastungen unter die Normvorgabe. Bild: Bosch Rexroth

Die Realwerte überschritten bei einem Not-Stopp der Kategorie Null die zweifache Nennbelastung um bis zu 75 Prozent. Schon ab der halben Nenngeschwindigkeit wurde die übliche Bemessungsgrenze der doppelten Nennbelastung bei installierten Winden überschritten und das so deutlich, dass die Ingenieure aus Sicherheitsgründen davon abgesehen haben, Tests bei voller Geschwindigkeit durchzuführen. Äußerlich nicht sichtbar kann es durch die hohen Belastungen zu strukturellen Gefügeveränderungen und letztlich zum Lastabsturz infolge eines abrupten Sprödbruchs kommen.

Belastungen mobil messen

Die Messungen erfolgten mit dem neu entwickelten mobilen Messgerät Stage Guard von Rexroth. Herzstück ist ein hochsensibler Beschleunigungssensor, der die Testwerte drahtlos übermittelt. Eine validierte Software berechnet daraus die einwirkenden Faktoren Kraft, Geschwindigkeit, Weg und Stoß. Zeigen die Messungen, dass die realen Lasten deutlich höher sind als die rechnerisch dokumentierten, stehen die Bühnenbetreiber in der Pflicht. Sie müssen entweder die mechanische Konstruktion auf die tatsächlichen Lasten aufwändig anpassen, die Winden umrüsten oder die zulässigen

Geschwindigkeiten und Lasten entsprechend der Messergebnisse verringern. Dazu bietet Rexroth zwei Möglichkeiten an: Die autonome hydraulische Dämpfungseinheit Load Limiter gewährleistet, dass beim Not-Stopp sowohl die zweifache Nennbelastung als auch die maximale Beschleunigung von 2g zu keiner Zeit überschritten werden. Bei hydraulisch angetriebenen Winden können Betreiber die üblicherweise eingesetzten passiven Logikschaltungen durch neue Ventile mit aktiver Logik ersetzen. Einstellbare Bremsrampen verzögern dabei deutlich weicher. Sie verhindern schlagartige Belastungen bei Not-Stopp und schonen somit die Mechanik. hei

 

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