Prüfgerät, Bild: Eaton

Im Einsatz: dynamische Prüfung von Federelementen. Bild: Eaton

Federelemente sind ein entscheidendes Bauteil für den Fahrkomfort und die Fahrsicherheit von Kraftfahrzeugen. Ein renommierter Automobilhersteller testet die Komponenten daher in seinem Forschungszentrum auf Herz und Nieren. Das Unternehmen betreibt dort eine Vielzahl von hochmodernen Prüfständen, darunter auch ein Hexapod-Prüfstand: Hier werden Kennlinien von Federelementen sowie ihre Übertragungsfunktionen ermittelt. Gleichzeitig können auf dem Prüfstand auch Dauer-Vibrationstests durchgeführt werden.

Eatons Aeroquip, Bild: Eaton
Eatons Aeroquip bietet Flexibilität bei der Installation. Bild: Eaton

„Das Konzept der Hexapoden erlaubt dynamische Bewegungen in allen sechs Freiheitsgraden und damit eine realitätsnahe Simulation von Umgebungsbedingungen wie auch die Erzeugung von definierten Schwingungen zur Bestimmung von Bauteileigenschaften“, erklärt Claudia Giesser-Meyer, Marketingleiterin bei Ölhydraulik Hagenbuch, dem Hersteller des Hexapod-Prüfstandes.

Die 1955 gegründete Firma ist ein traditionelles Schweizer Familienunternehmen aus Ebikon im Kanton Luzern. Die rund 50 Mitarbeiter beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der Antriebstechnik durch Ölhydraulik. Die in den Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen fließen direkt in den Bau der Hexapoden ein. Hagenbuch baut Ausführungen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche – zum Beispiel als Schwerlastplattfom für die Montage von Flugzeug-Baugruppen, zur Simulation von Schiffsbewegungen in Schleppkanal oder als Shaker und Simulationssystem.

Vibration, Torsion und hohe Drücke

Beim Einsatz im Forschungszentrum des Kfz-Herstellers sorgt der Hexapod für sehr flexibel einstellbare Belastungen, denn Kräfte und Wege können einzeln programmiert werden. „Auf dem Hexapoden können Federelemente mit einer Frequenz von bis zu 100 Hertz getestet werden“, erklärt Daniel Roher, Leiter des Servicecenters bei Hagenbuch. „Zudem kann die obere Plattform zur unteren um bis zu 90 Grad verdreht werden.“ Dabei laufen die Tests über mehrere Wochen, 24 Stunden am Tag. Das bedeutet nicht nur für die getesteten Federelemente hohe Belastungen, sondern auch für die Bauteile des Hexapoden selbst. Besonders für die Hydraulikschläuche, über die die sechs Antriebs-Zylinder mit Öl versorgt werden, sind das anspruchsvolle Einsatzbedingungen.

„Der Hexapod verfügt über sechs Freiheitsgrade, die Antriebe bewegen sich also in jede Richtung. So ist es unvermeidlich, dass die Schläuche einer Torsion ausgesetzt sind“, sagt Rohrer. Bei Standard-Hydraulikschläuchen bedeutet das eine stark verkürzte Lebensdauer.

„Zudem ist der Bauraum im Hexapoden sehr beengt, und natürlich darf der Schlauch kein Bauteil des Hexapoden touchieren, da er sonst sehr schnell verschleißen würde. Wir benötigen also einen Schlauch, der möglichst geringe Biegeradien zulässt. Und er muss Drücke von bis zu 200 bar aushalten“, beschreibt Daniel Rohrer die weiteren Einsatzbedingungen.

Technik im Detail

Schlauch Typ GH793

Aufbau: synthetische Gummiseele, Zwei-Draht-Geflecht

Temperaturbereich: -40 °C bis +127 ° Celsius

Innendurchmesser:19 Millimeter

Arbeitsdruck: bis zu 276 bar

Biegeradius: minimal 200 Millimeter

Anwendungen: Hydrauliksysteme auf Mineralölbasis, Wasser-Emulsionen und für allgemeine Anwendungen

Besonderheit: synthetische Dura-Tuff-Gummidecke

Flexibler Gummischlauch mit geringen Biegeradien

Aeroquip-Schlauch, Bild: Eaton
Der Aeroquip-Schlauch zeichnet sich durch seine Temperatur- und Druckfestigkeit aus. Bild: Eaton

Schon seit vielen Jahren – vom ersten gebauten Hexpoden an – setzt Ölhydraulik Hagenbuch auf die High-Performance-Schläuche der Aeroquip Triple Crown Palette von Eaton. Nicht nur, weil das Unternehmen seit mehr als 40 Jahren Händler von Eaton ist. „Zu Beginn unserer Hexapod-Entwicklung haben wir uns mit den Spezialisten von Eaton zusammengesetzt, und gemeinsam den für diese Anwendung geeignetsten Schlauch ausgewählt. Seitdem arbeiten wir grundsätzlich mit Schläuchen vom Typ GH793.“

Dieser Schlauch mit synthetischer Gummiseele und einem Zwei-Draht-Geflecht als Druckträger zeichnet sich durch seine Temperatur- und Druckfestigkeit aus. Konkret ist er in einem Temperaturbereich von -40°Celsius bis +127° Celsius einsetzbar. Mit einem Innendurchmesser von 19 Millimetern, wie er auch von Hagenbuch unter anderem eingesetzt wird, ist er für einen Arbeitsdruck von bis zu 276 bar ausgelegt. Dabei bietet der GH793 als Gummischlauch eine hohe Flexibilität: Der minimale Biegeradius für den 19-Millimeter-Schlauch liegt bei 200 Millimetern.

Der Schlauch ist grundsätzlich für Hydrauliksysteme auf Mineralölbasis sowie Wasser-Emulsionen und für allgemeine Industrieanwendungen konzipiert. Zusätzlichen Schutz bietet die synthetische Dura-Tuff Gummidecke: Sie ist wesentlich abriebfester als herkömmliche Gummidecken. Die hohe Leistungsfähigkeit stellen die Schläuche schon unter Beweis, bevor sie zum Kunden gelangen: Statt mit 200.000 Impulszyklen wie bei den Standardschläuchen, testet Eaton die Aeroquip Triple Crown Schläuche mit bis zu einer Million Impulszyklen.

Doch ein Schlauch ist nur so gut, wie sein Anschluss. Die Hydraulik-Experten von Hagenbuch setzen daher den GH793 mit TTC-Armaturen ein: Diese Armatur ist einteilig, Nippel und Fassung sind also auf einem Körper, und wird ohne Schälen verpresst. „Die Armatur ist schnell verpresst und sehr bedienerfreundlich“, meint Rohrer. „Wir hatten auch mit Drehverschraubungen experimentiert, um die Torsion zu reduzieren, aber die sind zu groß, sodass wir sie nicht in den Hexapoden hätten einbauen können. Zudem ist der Widerstand vielfach zu groß.“

Noch mehr Tipps zur Wahl des richtigen Hydraulikschlauchs und andere praxisnahe Ratschläge finden Sie hier in unserer Rubrik "Tipps & Tricks".

Bewährt in punkto Lebensdauer und Dichtheit

Mit der Kombination Aeroquip Triple Crown GH793 und der TTC-Armatur hat Hagenbuch eine Lösung gefunden, die dank der Flexibilität der Schlauchleitungen auch in dem sehr kompakten Bauraum des Hexapoden verlegt werden kann.

Der Prüfstand ist jetzt seit rund einem Jahr nahezu täglich bei dem Automobil-Hersteller im Einsatz. Das Fazit von Daniel Rohrer: „Wir haben in punkto Lebensdauer und auch Dichtheit sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit den Schläuchen haben wir keine Probleme, trotz der hohen Anforderungen.“ fa

 

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