Vega Grieshaber, Vegapuls 64

Mit dem Vegapuls 64 können Medien mit geringen Reflexionseigenschaften, also kleinen Dielektrizitätszahlen, deutlich besser gemessen werden, als mit bisherigen Radarsensoren. Bild: Vega Grieshaber

Radarfüllstandmessgeräte haben in vielen Industriesegmenten Messlösungen wie elektromechanische Lotsysteme oder Ultraschallgeräte abgelöst. In der Regel gilt: Je größer der Dynamikbereich bei Radarsensoren, desto breiter das Einsatzspektrum der Sensoren und desto höher die Messsicherheit.

Der neue Radarfüllstandssensor Vegapuls 64 von Vega Grieshaber ist laut Unternehmensangaben mit keinem bisherigen Radarsensor für Flüssigkeitsanwendungen vergleichbar. Dies zeige sich darin, dass mit dem Vegapuls 64 Medien mit geringen Reflexionseigenschaften, also kleinen Dielektrizitätszahlen, deutlich besser gemessen werden könnten, als mit bisherigen Radarsensoren. Aber auch bei Schaum, extrem turbulenten Füllgutoberflächen, Kondensat oder Anhaftungen an der Antenne misst der Vegapuls 64 durch die höhere Messsicherheit zuverlässiger. Die Genauigkeit liegt bei plus-minus zwei Millimetern, selbst bei einem Messbereich von dreißig Metern.

 

Neue Ära in der Radarmesstechnik

Vega Grieshaber, Vegapuls 64
Dank seiner kleinen Antenne – der Durchmesser der kleinsten Ausführung ist nicht größer als ein Ein-Euro-Stück – und des daraus resultierenden kleinen Prozessanschlusses ist der Vegapuls 64 auch für baulich beengte Verhältnisse eine interessante Alternative. Bild: Vega Grieshaber

Schon vor achtzehn Monaten hatte Vega Grieshaber den Vegapuls 69, ein Radarfüllstandmessgrät zur kontinuierlichen Messung von Schüttgütern, eingeführt. Auch dieser misst statt der bis dahin weit verbreiteten Frequenz von 26 Gigahertz, mit einer um den Faktor 3 höheren Sendefrequenz. „Der Markt gibt diesem technologischen Trend Recht – seit der Markteinführung wurden über 10.000 Füllstandsensoren des Typs Vegapuls 69 installiert“, beschreibt Jürgen Skowaisa, Produktmanager Radarmesstechnik bei Vega Grieshaber, die Erfolgstory der Sensoren mit deutlich erhöhter Frequenz.

 

Bisher galt: Bei einem Radarsensor mit 26-Gigahertz-Sendefrequenz und einer Antennengröße von achtzig Millimetern beträgt der Öffnungswinkel etwa zehn Grad. Beim Vegapuls 64 liegt bei dieser Antennengröße der Abstrahlwinkel bei nur noch drei Grad. Dadurch kann der Sensor selbst in Behältern mit Einbauten oder bei Anhaftungen an der Behälterwand sicher eingesetzt werden. Der Strahl geht durch die deutlich bessere Fokussierung an solchen Hindernissen einfach vorbei. Störsignale, die bisher nur mit einer zusätzlichen Störsignalspeicherung ausgeblendet werden konnten, spielen für eine zuverlässige Messung kaum noch eine Rolle. „Zudem ist es möglich, eine wesentlich kleinere Antenne einzusetzen. So sind Prozessanschlüsse mit einer Antennengröße von nur Dreiviertel möglich – dies entspricht gerade mal der Größe eines Euros“, nennt Skowaisa weitere Vorteile. Durch die neue Technik lässt sich der Füllstand außerdem sehr nah am Behälterboden ermitteln. Dies eröffnet neue Perspektiven bei der Ermittlung des Füllstandes in kleinen Behältern, aber auch beim Ermitteln der Restmenge in Großtanks mit Treibstoffen.