Kommunalfahrzeug, Bild: © Goss Vitalij - Fotolia.com

Das Universal-Bediengerät von Jetter ersetzt die gesamte Fahrzeuginstrumentierung und übernimmt gleichzeitig Steuerung und Anzeige der Arbeitsgeräte. Bild: © Goss Vitalij - Fotolia.com

Diese All-in-One-Lösung von Jetter sieht in der Fahrerkabine nicht nur deutlich schlanker aus, sie ist es auch: Bei Betrachtung der Gesamtsystemkosten ist das integrierte Konzept kostengünstiger als die heute noch verbreiteten Insellösungen mit vielen einzelnen Komponenten.

Stand der Technik zum Beispiel in Kommunalfahrzeugen sind ein einfacher Tachometer und Zusatzinstrumente für Drehzahl, Tankanzeige, Warnleuchten und Taster im Armaturenbrett, ein Joystick sowie ein kleines Bediengerät wie an der A-Säule für die Bedienung der hydraulischen Arbeitsfunktionen. Hinzu kommt noch das externe Steuergerät.

Geräte meist mit unterschiedlichen Subsystemen

Die Herausforderung für den Fahrzeughersteller: Diese Komponenten gehören zu ganz unterschiedlichen Subsystemen und Montagebaugruppen im Fahrzeug. In der Regel stammen sie auch von verschiedenen System-Lieferanten – der Tachometer meist vom Lenksäulen-Lieferanten. Bediengerät, Steuergerät sowie Joystick für das Arbeitsgerät sind entweder Zulieferteile oder Lieferumfang des Hydraulikherstellers.

Hartmut Rothweiler, Key Account Manager bei Jetter, erklärt: „Die mentale Hürde besteht darin, die verschiedenen Subsysteme als Einheit zu verstehen – schließlich bedient ja auch nur ein Fahrer alle Funktionen.“

All-in-One-Lösung in einem Gerät

Die gesamte Visualisierung und Steuerung in einem einzigen Gehäuse des Bediengerätes bietet Vorteile für Fahrzeughersteller und dessen Kunden:

  • bessere und klare Gestaltung des Innenraums mit einem zentralen Display
  • geringere Zahl an Einzelkomponenten und damit kürzere Montagezeit und niedrige Montagekosten
  • deutlich einfacherer Kabelbaum, einfachere Kabelverlegung und
  • leichte Diagnosefähigkeit sowie Fehlermeldungen und Anweisungen in Klartext.

Subsysteme vernetzen und automatisieren

Doch wie bringt man die verschiedenen hydraulischen, elektrischen und elektronischen Subsysteme zu einer funktionsfähigen Lösung zusammen und automatisiert diese?

Hersteller Jetter integrierte in das 407B-Gehäuse zum einen eine leistungsfähige SPS, die den externen Controller für die Steuerung der Arbeitsfunktionen überflüssig macht. Zum anderen zeigt das 7" große TFT-Display den Tachometer sowie weitere Rundinstrumente des Fahrzeuges an. Links und rechts vom Bildschirm befinden sich je fünf LED-Warnanzeigen, die unabhängig von der Elektronik ansteuerbar sind. Sie dienen als Warn- und Kontrollleuchten des Fahrzeuges und erlauben in Verbindung mit der Tachometerinstrumentierung den Einsatz des JVM-407B als vollwertiges Armaturenbrett.

Universal-Bediengerät JetViewMobile 407B, Bild: Jetter
Das Universal-Bediengerät JetViewMobile 407B ist eine All-in-One-Lösung und ersetzt ein konventionelles Armaturenbrett vollständig. Bild: Jetter

Aktiviert der Fahrer das Arbeitsgerät, werden Tachometer und Instrumente verkleinert oder die Werte in digitalen Ziffern angezeigt. Die nun verfügbare Fläche ist für die Anzeige des Arbeitsgerätes und dessen Funktionen reserviert. Die Umschaltung kann automatisiert, zum Beispiel über die Kriechgangschaltung, oder manuell erfolgen.

Für die Bedienung sind unterhalb des Displays vier beleuchtete Tasten sowie ein beleuchteter Push-Encoder vorgesehen. Auch ein kräftiger Signalgeber für Blinker und Warnblinker ist im Gehäuse integriert.

Für die Vernetzung und Kommunikation der verschiedenen Komponenten stehen bis zu drei CAN-Bus-Systeme (CANopen, SAE J1939, ISOBUS 11783) und ein E/A-Knoten zur Verfügung. Die SAE J1939-Schnittstelle stellt die fahrzeugseitigen Informationen zur Verfügung wie Motortemperatur, Batteriespannung, Fernlicht usw. Ob es sich bei dem Fahrantrieb um einen Dieselmotor oder einen hydrostatischen Antrieb handelt, ist dabei unerheblich.

Software-Programmierung inklusive

Die Programmierung des integrierten Controllers zur Steuerung der Arbeitshydraulik und die Programmierung des Displays übernehmen auf Kundenwunsch die Jetter-Entwickler. Mit dem Jetter-Dienstleistungspaket zur Software-Programmierung kann sich der Fahrzeughersteller auf das Design und die Anordnung „seiner Instrumente“ und die grafische Darstellung der Arbeitsfunktion konzentrieren.

Für Sonderfahrzeuge aller Art

Die möglichen Applikationen dieser Visualisierungs- und Automatisierungslösung finden sich in allen Sonderfahrzeugen, die als Geräteträger dienen, so zum Beispiel Fahrzeuge für den Winterdienst, für die Kleinkulturenpflege, Streuer, Mäher, Spritzen, Kipper, Schiffshafen- und Flughafen-Sonderfahrzeuge oder auch Fahrzeuge für innerbetriebliche Zwecke wie das Materialhandling.

Bediengerät mit Hand im Fahrzeug, Bild: Jetter
Das Bediengerät lässt sich in die Fahrzeuge individuell integrieren und anpassen. Bild: Jetter

Eine Einschränkung hinsichtlich der Zulassung dieser Sonderfahrzeuge auf öffentlichen Straßen gibt es: Die hier vorgestellte alleinige Tachometerinstrumentierung über das Display ist in der STVZO bis 40 km/h Höchstgeschwindigkeit zulässig. Bei höheren Geschwindigkeiten verlangt die STVZO ein zusätzliches Tachometer-Instrument.

Bei den meisten zuvor genannten Applikationen spielt diese Einschränkung jedoch keine praktische Rolle. In der bevorstehenden Neufassung der EU/ECE Nr. 46 für Rückspiegel werden auch Kamera-Monitor-Systeme als Ersatz für Spiegel zugelassen. Jetter hat schon heute mit einem Video-Eingang am Bediengerät darauf reagiert. Hartmut Rothweiler fasst das Konzept zusammen: „Am Ende müssen die vielen Elemente in der Fahrerkabine von nur einem Menschen kontrolliert und bedient werden. Das kann er am besten mit einem All-in-One-Bediengerät.“ hei