Hydraulikstopfen

Steckverbindungen in Hydraulikblöcken verhindern das Austreten von Prüföl, halten die Steckkupplung lackfrei und sind druck- und temperaturstabil. Bild: Pöppelmann

Heute sind wir als Partner in der Industrie gefragter denn je“, erläutert Christian Homrighausen, mitverantwortlich für die Projektierung abgestimmter Schutzelemente bei Pöppelmann. Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass der Trend nach wie vor zur Miniaturisierung geht und partikelanfällige Systeme keine Seltenheit mehr sind. „Mit unseren Produkten können wir wortwörtlich alles abdecken, was unsere Kunden aus dem Maschinenbau, der Hydraulik, der Fahrzeugtechnik, dem Bauwesen und der Elektroindustrie fordern.“

So beliefert Pöppelmann Kapsto mittlerweile international mehr als 11.000 Kunden aus allen Industriebereichen. Die Kappen und Stopfen des Unternehmens kommen vor allem während der Produktion, des Transports und der Lagerung von Produkten und Maschinen aller Art zum Einsatz; dabei optimieren sie die Prozesse und erhalten Funktionen und Werte.

„Die Anwendungsgebiete sind kaum eingrenzbar“, schildert Homrighausen. So können Komponenten von Kapsto unter anderem Leitungen verschließen, Gewinde vor Beschädigungen bewahren, Wellen lackfrei halten und das Eindringen von Partikeln in mükleine Öffnungen verhindern. „Sie können aber auch als Verletzungsschutz bei Profilrohren dienen oder Systeme druckdicht halten.“

Bereits in der Konstruktionsphase eines neuen Schutzelementes machen sich die Konstrukteure etwa Gedanken darüber, wie sich eine einfache Montage und Demontage sowie ein fester Sitz der Komponenten realisieren lässt. Rändel, Laschen und kurze Gewindegänge ermöglichen dem Anwender später eine gute Griffigkeit und Zeitersparnis bei der Bedienung. Ganz nach Anwendungsfall werden die Werkstoffe ausgesucht; es stehen unter anderem besonders robuste, temperaturbeständige, flexible und auch öl- oder kraftstoffresistente Materialien zur Verfügung.

Generell wird die Entwicklungszeit bei Pöppelmann durch den Einsatz modernster Technik deutlich verkürzt. Nach der computerbasierten Konstruktion erfolgt die Anfertigung von Prototypen über das sogenannte Rapid Prototyping. Dabei fertigt ein 3D-Drucker Werkstücke nach einem am Computer erstellten Modell – und zwar innerhalb weniger Stunden.

So stehen schon in den frühen Entwicklungsphasen Prototypen zur Verfügung, mit deren Hilfe letzte Korrekturen zuverlässig ermittelt werden können. Für Konstrukteure stehen die 3D-Daten aller gängigen Produktformate zum direkten Download zur Verfügung. „Der Kunde kann sehen und fühlen, ob das Produkt wirklich seinen Anforderungen und Vorstellungen entspricht“, sagt Homrighausen.

Anwendungsspezifisch entwickelte Sonderteile

3D-Druck

In der Entwicklungs- und Konstruktionsphase von kundenspezifischen
Schutzelementen macht das 3D-Print-Verfahren Ideen verständlich
und vor allem greifbar. Bild: Pöppelmann

Im Sortiment von Pöppelmann Kapsto finden sich zahlreiche Produkte, die als kundenspezifische Sonderlösung entwickelt, im Anschluss daran aber als Standard-Lösung in den allgemeinen Katalog aufgenommen wurden und nun allen Kunden zur Verfügung stehen. Wer also keine komplette Neuentwicklung benötigt, aber dennoch besondere Anforderungen hat, könnte im Kapsto-Sonderprogramm fündig werden. „Hier bieten wir rund 2000 Schutzelemente in speziellen Ausführungen an, die wir auftragsbezogen schnell und kostengünstig herstellen können“, erläutert Homrighausen. „Auch Sonderfarben und -materialien sind dabei kein Problem.“

QC-Stopfen

Zur Hannover Messe 2015 präsentierte Pöppelmann Kapsto einen neuen QC-Stopfen zum Verschließen medienführender Leitungen. Bild: Pöppelmann

Ein aktuelles Beispiel für solche Spezialteile sind Schutzelemente für Steckverbindungen in Hydraulikblöcken (STH). Diese Hydraulikstopfen sind dicht bis zu einem Überdruck von einem bar und bieten Schutz beim Waschen, Lackieren, Transportieren und Lagern der fertig bearbeiteten Hydraulikblöcke.

Auch bei hohen Wasch- und Lackiertemperaturen kann kein Hydraulik-Restöl austreten – die Lösungen gewährleisten also eine saubere Produktionsumgebung und damit ein einwandfreies Arbeitsergebnis.

Als Werkstoff wird ein besonders abriebfestes thermoplastisches Polyesterelastomer verwendet; so lässt sich eine Bildung von Spänen verhindern, die in die Bohrungen gelangen könnten. Entsprechend der STH-Steckverbindungen für die Hochdruckhydraulik sind die Stopfen in den Größen DN 6, 10, 12 und 16 erhältlich.

Die individuell gefertigten Elemente bewähren sich in der Steuer- und Antriebshydraulik in Arbeitsgeräten und Nutzfahrzeugen sowie in der allgemeinen Hydraulik. fa

Autor: Carsten Wehri, Pöppelmann

Das Unternehmen Pöppelmann

Hydraulikstopfen

Die unscheinbaren Helfer im Einsatz: Die Hydraulikstopfen verfügen über einen Griff für die schnelle Montage und überzeugen mit einem hohen Wirkungsgrad. Bild: Pöppelmann

Verschmutzungen vermeiden

Im Kompetenzbereich „KAPSTO“ bei Pöppelmann ist der Name Programm, denn hier dreht sich alles um KAPpen und STOpfen. Seit mehr als 50 Jahren ist die Sparte des Familienunternehmens aus dem niedersächsischen Lohne die treibende Innovationsschmiede rund um die kleinen, schützenden Helfer. Anfang der 1960er-Jahre wurden erstmals Schutzelemente zur Vermeidung grober Verschmutzungen konstruiert.

Über die Jahrzehnte baute Pöppelmann das Programm weiter aus, bis den Anwendern ein umfangreiches Standardprogramm mit Stopfen und Kappen für alle gängigen Norm- und DIN/ISO-Anwendungen zur Verfügung stand. Auch im Bereich der speziell abgestimmten Schutzelemente hat sich Kapsto einen Namen gemacht.