| von Wolfgang Kräußlich
Messsystem mit Klappständer, Bild: Parker
Das Messystem bietet nicht nur praktische Details wie Klappständer, sondern ist auch modular erweiterbar. Bild: Parker

Nun also steht die nächste Generation in den Startlöchern. Service Master Connect nennt sich das Gerät und es ähnelt in Bauform und Baugröße dem Service Master Plus. Erste auffällige Neuerung ist das sieben Zoll große Touch-Display. Es erinnert nicht zufällig an ein modernes Tablet-Device.

Die Bedienung des Diagnose-Messgerätes wurde nun nicht wie früher an die Nutzerführung eines klassischen Mobiltelefons, sondern an die von Smartphones und Tablets angelehnt. Damit soll der Einsatz zukünftigen Nutzern so leicht und intuitiv wie möglich gemacht werden. Dass trotzdem ein paar klassische, taktile Tasten neben dem Display zu finden sind, ist ein Sicherheitsmerkmal: Gewisse Dinge wie der Start einer Messung müssen auch bei starken Vibrationen oder mit dicken Handschuhen zuverlässig durchführbar sein. Apropos Handschuhe: Das Touchdisplay ist kapazitiv, lässt sich also bequem und feinfühlig mit bloßen Händen bedienen. Sollen Handschuhe zum Einsatz kommen, gibt es spezielle Modelle mit beschichteten Fingerspitzen.

Vielfältigere Optionen

Abdeckungen der Steckverbindungen, Bild: Parker
Die Abdeckungen der Steckverbindungen lassen sich ebenso wie andere Verschleißteile einzeln nachbestellen. Bild: Parker

Auch unter der Haube hat sich einiges geändert. Doch zunächst das, was geblieben ist: Die automatische Sensorerkennung bei Parker-Sensoren ebenso wie die Erweiterbarkeit mit Eingangsmodulen. Doch hier kommen schon die Neuheiten. Die Optionen an Ein- und Ausgängen sind vielfältiger geworden. Das Messgerät ist in der Lage, unterschiedlichste elektrische Signale zu verarbeiten. Im Bereich der CAN-Bus-Technik sind das die bereits genannten Parker-CAN-Sensoren mit integrierter Sensorerkennung und automatischem Parametrieren des Messsignals und des Messbereiches – unabhängig ob Druck-, Temperatur-, Durchfluss- oder Drehzahlsensor. Daneben können marktübliche CAN-Sensoren autark vom Messgerät versorgt und deren Daten verarbeitet werden.

Darüber hinaus ist auch die Kommunikation mit einem CAN-System zum sogenannten Lauschen, also Messwerte anzeigen und Weiterverarbeiten, ohne aktiv in die Steuerung einzugreifen, möglich. Ein optionaler CAN-Monitor unterstützt bei der Anlage von CAN-Kanälen und bei der Auswertung von CAN-Bus-Nachrichten.

Multikonnektiv

Der Parker Service Master Connect ist als universeller Datenprofi einsetzbar. Er bietet ein enormes Spektrum an Anschlussmöglichkeiten und kann so eine zentrale Schnittstelle für den vielfältigen Datentransfer sein. Als individuelles Gateway ist das Gerät auch für temporäre Applikationen oder für Testzwecke im industriellen und mobilen Bereich geeignet. Natürlich hat das Gerät dafür USB- und LAN-Schnittstellen an Bord. Darüber hinaus sind aber je nach Modell auch drahtlose Kommunikationsverfahren verfügbar. Die kabellose Kommunikation erfolgt dann über WLAN, Bluetooth LE oder LTE. Der zudem eingebaute GPS/GNSS-Empfänger dient dem Tracking von Messpositionen, aber auch dem Diebstahlschutz. Das Update der Firmware ist manuell per USB oder bequem über das Internet möglich. Die gesamte Funktionalität lässt sich über die Webserver-Applikation auch vom Tablet oder PC aus bedienen.

Die neuen Möglichkeiten der Konnektivität sind vielfältig: Der Datenlogger kann Messungen in die Cloud senden und im Gegenzug Templates, Anleitungen oder Servicepläne von dort herunterladen. Viele Messmethoden respektive -funktionalitäten sind in der Software bereits vorkonfiguriert, etwa eine typische Start-Stop-Messung. Hinzu kommt eine Datenloggerfunktion sowie die Möglichkeit, über Canopen eine spannungslose Verbindung zu mobilen Maschinen herzustellen, um Messwerte wie Motortemperatur und -drehzahl oder Ladekapazität abzuhören und zu speichern.

Robust und wasserfest ist das neue Handheld-Gerät natürlich auch. Ein Aufsteller im Rücken, Vesa-genormte Gewinde für die Wandhalterung und ein Tragegurt für den Einsatz am Mann komplettieren das Paket. Damit kann der Servicetechniker IoT-taugliche Hardware auch in rauen Umgebungen immer am Mann haben.

 

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