Schlauchschelle

Typische Schlauchschelle. Bild: Hansa-Flex

Die richtige Auswahl bei Hydraulik-Schlauchschellen treffen – gar nicht so ohne. Denn es gibt einige Fallen, in die ein Anwender tappen kann. Um eine fehlerhafte Befestigung zu vermeiden, ist es ratsam, unbedingt einige Ratschläge bei der Verwendung der richtigen Schlauchfixierungen durch Schlauchschellen zu beachten.

Elastizität ist das Zauberwort bei der Schlauchbefestigung, der Schlauch muss sich bewegen können. Das betrifft sowohl die axialen Bewegungen der Hydraulik-Schlauchleitung als auch die Änderungen des Schlauchdurchmessers und der Schlauchwand unter dem Einfluss eines Druckverlaufs oder auch einer gezielt technischen Aufgabe, wie der Dämpfung von Drücken. Und es betrifft ferner die Beweglichkeit und das Krümmungsverhalten.

Rohrleitungsschelle

Typische Rohrleitungsschelle.
Bild: Hansa-Flex

Auch müssen Schlauchschellen die Eigenlasten von Leitung und Druckflüssigkeit sicher aufnehmen und unzulässige Zugbeanspruchungen oder Stauchungen auf die Hydraulik-Schlauchleitung verhindern.

Stimmt hier die Auswahl nicht, und wird die Schelle gar noch falsch angebracht, kann es zu vorzeitigen Ausfällen von Hydraulik-Schlauchleitungen führen. Und dies kann schlimmstenfalls sogar zu schwerwiegenden Sach- oder Personenschäden führen.

So sollten Schlauchschellen auf jeden Fall über glatte Innenflächen verfügen, und die Bohrung sollte beiderseits mit einer Phase versehen sein. Zudem muss der Bohrungsdurchmesser ausreichend bemessen sein, sodass der Schlauch zwar eine Führung erfährt, aber nicht in einem Festlager fixiert wird.

Rohrleitungsschellen

Unsachgemäße Befestigung von Hydraulik-Schlauchleitungen mittels Rohrleitungsschellen. Bild: Hansa-Flex

Hinsichtlich der Anordnung ist darauf zu achten, dass die Schlauchschellen möglichst an den geraden Schlauchabschnitten angebracht werden.

Denn die Umlenkung des pulsierenden Ölstroms bewirkt eine pumpende Bewegung des Schlauchbogens. Eine im Schlauchbogen angebrachte Schlauchschelle verursacht durch die Bewegung eine Scheuerwirkung auf der Schlauchaußenschicht, welche dadurch langfristig zerstört wird.

 

 

Seminare der IHA

Rohr- und Schlauchleitungen

Die Internationale Hydraulik Akademie IHA bietet zahlreiche Seminare rund um die Leitungstechnik an. Unter anderem:

  • Grundlagen der hydraulischen Leitungstechnik.
  • Befähigte Person der hydraulischen Leitungstechnik – Vermittlung der Fachkenntnisse gem. BetrSichV.
  • Workshop und Auffrischung für zur Prüfung befähigte Personen der hydraulischen Leitungstechnik gem. BetrSichV v. 01.06.2015 / TRBS 1203 Abs. 2.3.
  • Energieeffiziente Auslegung und Gestaltung von hydraulischen Rohr- und Schlauchleitungen.

Die Seminare finden an unterschiedlichen Veranstaltungsorten in Deutschland und Österreich statt. Das gesamte Seminarprogramm der IHA finden Sie im Internet unter: www.hydraulik-akademie.de

Keine Rohrleitungsschellen für Schläuche

Oftmals werden anstelle von Schlauchschellen auch Rohrleitungsschellen für die Befestigung von Hydraulik-Schlauchleitungen verwendet, was nicht dem Stand der Technik entspricht. Wie der Name schon sagt, sind diese für Rohrleitungen bestimmt. Denn bei einer Rohrleitungsschelle werden die beiden Hälften auf Block miteinander verschraubt, sodass die Spaltbreite gegen null geht. Die Schelle agiert als Festlager. Hinzukommen die Halterippen, die scharfen Körperkanten und die mangelhafte Durchmesserabstimmung, die einen Schlauch beschädigen können.

Hingegen sind bei der Befestigung von Rohrleitungen unbedingt Rohrleitungsschellen zu verwenden. So hat jede Rohrleitungsschelle eine charakteristische Aufnahmekraft, die als axiale Rohrhaltekraft bezeichnet wird. Diese spielt eine wichtige Rolle in Sachen Kompensation von Kräften und Bewegungen in Rohrleitungen. fa

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Autor : Daniel Werner, IHA

Autor Daniel Werner

Daniel Werner

Daniel Werner

Nach seiner Ausbildung zum Industriemechaniker der Fachrichtung Betriebstechnik hat er sich zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker weitergebildet und die Ausbildereignungsprüfung abgelegt.

Seinen beruflichen Werdegang begann Werner mit Aufbau, Montage, Wartung und Instandhaltung von Produktionsanlagen und Betriebsmitteln in der kunststoffverarbeitenden Industrie. In den Jahren 2010 bis 2012 war er bei der Unternehmensgruppe Hansa-Flex in der Abteilung Qualitätssicherung beschäftigt. Seit August 2012 ist er an der Internationalen Hydraulik Akademie IHA als Technischer Trainer tätig.