Hauseigene Compoundierung.

Seit 2013 sammelt die Firmengruppe in der hauseigenen Compoundierung in Holdorf Erfahrungen mit der Wiederaufbereitung von Kunststoffen. (Bild: Pöppelmann)

Schutzelemente aus Kunststoff für empfindliche Bauteile in verschiedenen industriellen Bereichen, zum Beispiel in der Hydraulik und Pneumatik, sind in der Regel für eine einmalige Nutzung vorgesehen. Denn schon kleinste Verschmutzungen der Komponenten können große Schäden am Endprodukt verursachen.

Wie sich dennoch ein nachhaltigerer Umgang mit den Einmalartikeln realisieren lässt, zeigt Pöppelmann Kapsto: Die Division der Pöppelmann Gruppe aus Lohne ist Spezialist für Schutzkappen, Verschluss- und Blindstopfen, Griff- und Schraubkappen sowie individuell entwickelte Schutzelemente für Anwender aus zahlreichen Branchen, von der Automobilindustrie über Maschinenbau, Bauwesen, Elektronik, Hydraulik, Luft- und Raumfahrt, Pneumatik bis hin zur Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Die Produkte aus Kunststoff schützen empfindliche Komponenten während der Fertigung, des Transports und der Lagerung vor Verunreinigung und Beschädigung.

Auf einen Blick

Bei der Entwicklung von Schutzkappen und Schutzstopfen aus Kunststoff setzt Pöppelmann Kapsto auf Serienartikel aus Post-Consumer-Rezyklat (PCR) wie PCR-PE und PCR-PP. Zahlreiche Kappen und Stopfen aus dem Normprogramm sind inzwischen auch aus Post-Consumer-Rezyklat erhältlich. Alle neuen Normreihen werden standardmäßig als ressourcenschonende Alternative angeboten. Das überzeugte zahlreiche Anwender, die ­ihre Schutzelemente erfolgreich auf die ressourcenschonenden, kreislaufschließenden Varianten umstellten.

Die Pöppelmann-Gruppe aus Lohne mit ihren vier Divisionen engagiert sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Werkstoff Kunststoff. Deshalb hat sie über alle Geschäftsbereiche hinweg schon vor Jahren eine Nachhaltigkeitsoffensive gestartet. Damit will das Unternehmen dazu beitragen, eine Wende von der linearen Wegwerfgesellschaft zur ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft zu vollziehen:

Um die Entwicklung ökologisch sinnvoller, technisch umsetzbarer und wirtschaftlich vertretbarer Lösungen voranzutreiben, rief die Unternehmensgruppe im Jahr 2018 die Initiative Pöppelmann Blue ins Leben. Sie bündelt alle Aktivitäten der Gruppe, die sich mit der konkreten Umsetzung von kreislauffähigen Produktkonzepten befasst.

„Ein echter Kreislauf entsteht nur aus Rezyklaten, für die Post-­Consumer-Abfälle eingesetzt werden.“

Steffen kleine Stüve, Area Sales Manager, Pöppelmann Kapsto

Vorrang für PCR

Bei den Kreislaufkonzepten des Unternehmens spielt die Wahl des Materials eine wesentliche Rolle. In der nachhaltigen Nutzung von Kunststoffen setzt die Firmengruppe insgesamt – und damit auch der Spezialist für Schutzelemente – bewusst auf Post-Consumer-Rezyklate (PCR). PCR wird als Rezyklat aus benutzten Kunststoffprodukten gewonnen. Somit werden ausgediente Kunststoffartikel wiederverwertet statt entsorgt. Das Material bleibt also für die Nutzung in neuen Produkten erhalten, in diesem Fall sind diese Produkte Schutzelemente.

In der Compoundierung werden gebrauchte Kunststoffe wiederaufbereitet.
In der Compoundierung werden gebrauchte Kunststoffe zu Post-Consumer-Recycling-Material (PCR) beziehungsweise Post-Industrial-Recycling-Material (PIR) wiederaufbereitet. (Bild: Pöppelmann)

PCR aus eigener Herstellung

In der hauseigenen Compoundierung im Werk in Holdorf sammelt die Unternehmensgruppe seit 2013 Erfahrungen mit der Wiederaufbereitung von Kunststoffen. Hier werden PCR- und Post-Industrial-Rezyklate (PIR) hergestellt. Im Gegensatz zu PCR wird PIR aus recycelten Produktionsabfällen wie zum Beispiel Angüssen gewonnen, also Material, das noch nicht im Einsatz war. „Ein echter Kreislauf entsteht jedoch nur aus Rezyklaten, für die Post-Consumer Abfälle eingesetzt werden, beispielsweise aus dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne. Denn nur die Verwendung von PCR reduziert insgesamt die Menge an Rohstoffen, die neu gewonnen werden müssen. Daher empfehlen wir die Nutzung von Artikeln aus PCR, wenn dies technisch möglich ist“, erklärt Steffen kleine Stüve, Area Sales Manager bei Pöppelmann Kapsto.

Im Jahr 2020 war in den Werken der Unternehmensgruppe bereits die Hälfte des verarbeiteten Materials Recyclingkunststoff, der Anteil des kreislaufschließenden PCR betrug insgesamt knapp ein Drittel. Bis 2025 will die Gruppe den PCR-Anteil auf 50 Prozent steigern.

3.000 Kappen und Stopfen

Das Normteileprogramm von Pöppelmann Kapsto umfasst mehr als 3.000 unterschiedliche Kappen und Stopfen aus Kunststoff, die direkt ab Lager geliefert werden. Neben dem Standardprogramm entwickeln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem in Zusammenarbeit mit den Anwendern individuelle Schutzlösungen, darunter auch individuell entwickelte Thermoform-Trays. Mehr als 2.500 Personen arbeiten weltweit für das Unternehmen.

Bio-Kunststoffe im Vergleich zu PCR

Mit dem Einsatz von kreislaufschließendem PCR hat sich die Firma ausdrücklich gegen die sogenannten biobasierten Kunststoffe entschieden. Steffen kleine Stüve erläutert die Entscheidung: „Zu den biobasierten Kunststoffen zählen Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, etwa auf Stärkebasis aus Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr. Allerdings sind auch diese nachwachsenden Ressourcen nicht unbegrenzt verfügbar. Ihre Erzeugung verbraucht Böden und Dünger, häufig werden dabei Pestizide eingesetzt. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass nachwachsende Rohstoffe in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung treten.“

Darüber hinaus gibt es auch noch die sogenannten bio-abbaubaren Kunststoffe, die nicht zwingend biobasiert sein müssen. Diese benötigen allerdings viel Zeit für die Verrottung. Viele Sortieranlagen in Deutschland sind noch nicht darauf ausgelegt. So landen diese Produkte am Ende doch überwiegend im Restmüll. Das führt dazu, dass Produkte aus biologisch abbaubaren Kunststoffen nur einen Lebenszyklus durchlaufen.

Selbst das Bundesumweltamt sieht in dem Einsatz biologisch abbaubarer Kunststoffe keine Vorteile im Vergleich zu konventionellen oder biobasierten Kunststoffen und schreibt der mehrmaligen Nutzung von Kunststoff durch Recycling signifikante ökologische Vorteile zu. Aus diesen Gründen setzt Pöppelmann auf PCR und verwendet Kunststoffe, die bereits im Umlauf sind und für die damit keine neuen Ressourcen eingesetzt werden müssen.

Schutzelemente aus PCR.
Die Schutzelemente aus PCR von Pöppelmann Kapsto tragen das Umweltsiegel Blauer Engel. (Bild: Pöppelmann)

Schutzelemente aus PCR mit dem Blauen Engel

Der Einsatz von PCR mindert den CO2-Footprint bei der Entstehung eines Produkts, denn er wird damit auf mindestens zwei Lebenszyklen verteilt. Zahlreiche, seit Langem verfügbare Normreihen des Herstellers sind inzwischen als ressourcenschonende Alternative aus recyceltem Kunststoff erhältlich. Die Schutzelemente aus PCR können nach Gebrauch dem Kreislauf wieder komplett zugeführt werden. Die Artikel bestehen entweder aus PCR-Polyethylen (PCR-PE) oder PCR-Polypropylen (PCR-PP) und tragen das Umweltsiegel Blauer Engel. Die Firma baut die Schutzelemente-Normreihen aus kreislaufschließendem PCR kontinuierlich aus: Alle neu entwickelten Normreihen der Schutzkappen und Schutzstopfen werden standardmäßig in einem Material gefertigt, das aus 100 Prozent PCR im eingesetzten Kunststoff besteht.

Griffstopfen GPN 330 PCR-PE blue.
Der Griffstopfen GPN 330 PCR-PE blue eignet sich zum Schutz von Bohrungen und Innen­gewinden, zum Beispiel für Hydraulikgewindeöffnungen. (Bild: Pöppelmann)

Zur Anwendung für besonders empfindliche Bauteile im Bereich Hydraulik und Pneumatik hat der Schutzelemente-Spezialist im Rahmen der neuen Normreichen unter anderem den Griffstopfen GPN 330 PCR-PE, blue entwickelt. Er ist besonders für Bohrungen und Innengewinde geeignet, zum Beispiel für Hydraulikgewindeöffnungen (Hydraulikleitung mit Überwurfmutter).

Der Stopfen aus PCR besitzt flexible Schaftlamellen, die große Toleranzen überbrücken können. Er wird auf das Leitungsende geschoben, sodass sich die Überwurfmutter in die Lamellen drückt. Das sorgt für einen festen Sitz des Stopfens beim Transport und verhindert eine Verschmutzung der Öffnung. Der Griffstopfen wird eingesetzt, wenn sich kein Medium im System befindet. Sind die Bauteile mit Restöl behaftet, bieten sich andere Normreihen aus dem Standardprogramm an.

„Für unsere Kunden ist beim Einsatz der Schutzelemente aus PCR entscheidend, dass die Produktqualität keinen Unterschied zu Neuware aufweist.“

Rouven Südkamp, Projektleitung Normteile, Pöppelmann Kapsto.

„Für unsere Kunden ist beim Einsatz der Schutzelemente aus PCR entscheidend, dass die Produktqualität keinen Unterschied zu Neuware aufweist und die Eigenschaften der Kappen und Stopfen aus Recyclingmaterial, verglichen mit unseren Artikeln aus Neuware, unverändert bleiben. Damit brauchen unsere Anwender mit dem Umstieg auf PCR-Schutzelemente auch interne eingespielte Abläufe nicht zu verändern. Wer sich selbst von der Qualität überzeugen will, dem stellen wir gern Muster zur Erprobung bereit“, so Rouven Südkamp, Projektleitung Normteile bei Pöppelmann Kapsto.

„Unsere Kunden begrüßen die Möglichkeit sehr, auf ressourcenschonende Schutzelemente aus PCR umzusteigen, denn diese unterstützen sie dabei, auch ihre eigenen Umweltziele zu erreichen.“

Thorsten Koldehoff, globaler Vertriebs­leiter, Pöppelmann Kapsto

Wirtschaftliche Kreisläufe

Die kreislauffähigen Produktkonzepte haben bereits zahlreiche Anwender davon überzeugt, auf die ressourcenschonenden Artikel umzusteigen. In Kooperation mit ausgewählten Firmen erprobte der Hersteller alltagstaugliche Lösungen zur Sammlung gebrauchter Schutzkappen und Dichtstopfen bei den Anwendern. Die an Pöppelmann zurückgeführten Produkte werden zu PCR-Granulat verarbeitet, das dann wieder zur Herstellung neuer Schutzelemente aus Kunststoff zur Verfügung steht.

Bereits Ende 2020 hat das Unternehmen auf diese Weise einen Materialkreislauf in laufender Serie bei einem namhaften Automobilhersteller geschlossen. „Unsere Kunden begrüßen die Möglichkeit sehr, auf ressourcenschonende Schutzelemente aus PCR umzusteigen, denn diese unterstützen sie dabei, auch ihre eigenen Umweltziele zu erreichen“, meint Thorsten Koldehoff, globaler Vertriebsleiter bei Pöppelmann Kapsto.

Quelle: Pöppelmann GmbH & Co. KG

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