Matthias Tries, Tries Hydraulik-Elemente
Höhere Automatisierung und optimiertes Material sind die Trends bei Hydraulikventilen.“ Matthias Tries, Tries Hydraulik-Elemente (Bild: Tries)

„Insbesondere im Zusammenhang mit I4.0 wird das Thema speziell vor dem Hintergrund des Predictive Maintenance weiter getrieben. Hierfür muss die Kommunikationsfähigkeit der Komponente, Sensorik und der übergeordneten Steuerung gewährleistet sein“, meint Dr. Schuster von Argo Hytos. Das Thema der Energieeffizienz spiele bei allen Entwicklungen/Projektierung im Unternehmen eine maßgebliche Rolle, unabhängig davon, ob Komponente oder System. Miniaturisierung sei auch „Design to needs“ – das Produkt so zu gestalten, dass es die von der Applikation gestellten Forderungen erfüllt; dies hänge nicht zwangsweise immer mit den Abmaßen zusammen.

Insbesondere die Themen der gesteigerten Ansprüche hinsichtlich der Umweltbedingungen (Temperatur, Schmutz), gekoppelt an die spezifischen Forderungen der Applikation, seien vermehrt in die Entwicklungen bei Argo Hytos eingeflossen (wie etwa die direktgesteuerten Proportional-Druckreduzierventile PP2P3). Zum anderen hätten auch die Themen der Kommunikation, dezentrale Intelligenz und Feldbusfähigkeit Eingang in neue Produkte wie zum Beispiel das proportionale Wegeventil mit OBE-PRM9 gefunden.

Auch Ventilhersteller Hoerbiger arbeitet an multifunktionalen Ventilen und deren Industrie-4.0-Fähigkeit. Denn Ventile würden immer in Systeme eingebaut. Und diese Systeme müssten sich mit der und in die Produktions-Architektur Industrie 4.0 verbinden beziehungsweise einbinden. Weitere Trends seien Modularisierung, neue Werkstoffe, Energieeffizienz, Miniaturisierung oder digitale Ventile. Diese Trends schlügen sich auch in den Produkten nieder. Da die Ventile oft paarweise verbaut werden, sei es zudem wichtig, dass diese Ventile gleich schalten. Daher lege Hoerbiger den Schwerpunkt auf robustes Design, um wenig Streuung in den Schalthysteresen zu haben. Auch seien alle gleichen Ventile frei austauschbar. „Bei Serienanwendung ist für die Inbetriebnahme von zentraler Bedeutung, dass der physische Ventileinstellpunkt immer gleich ist, und dadurch die Inbetriebnahme mit der Steuerung einfach und wiederholt funktioniert“, betont Produktmanagement-Leiter Sevrain.

Auch bei Tries werden Trends wie multifunktionale Ventile, Modularisierung, neue Werkstoffe, Energieeffizienz und Miniaturisierung bei Neuentwicklungen mit einbezogen und umgesetzt. Einzig bei digitalen Ventilen hat das Unternehmen die Forschung gestoppt, da der Stand der Technik der Aktoren noch nicht soweit sei. „Wir hatten eine Zeitlang intensiv im Bereich der Digitalventile geforscht. Kamen jedoch zum Schluss, dass die Aktoren (die Ansteuerung) noch nicht soweit sind. Wie werden dieses Thema sicherlich wieder aufgreifen, wollen aber erst abwarten, wie sich die Technik hier weiter entwickelt“, blickt Matthias Tries in die Zukunft.

Wie wird sich die Ventiltechnik weiterentwickeln?

Wegeventil PRM9, Argo Hytos
Wegeventil PRM9: kommunikativ, da Feldbus-fähig mit dezentraler Intelligenz. (Bild: Argo Hytos)

„In zehn Jahren werden Ventile einfacher in der Projektierung, komfortabler bei der Inbetriebnahme, effizienter im Betrieb und mitteilungsfreudiger vor dem Servicefall sein“, wagt auch Dr. Haack einen Blick in die weitere Zukunft der Ventilentwicklung. Und wenn doch mal ein Servicefall anstünde, dann habe das Ventil seine Ersatzteile vielleicht schon ganz selbstständig bestellt.

„Das Zusammenspiel innerhalb eines hydraulischen Systems zwischen Ventil, Sensor und Steuerung gewinnt an Bedeutung. Dem muss die zukünftige Entwicklung Rechnung tragen“, meint Dr. Schuster von Argo Hytos. Die Komponente werde sich konstruktiv und funktional noch stärker auf die Anwendung ausrichten. Und sowohl in der Systemauslegung als auch in der Ventilkonstruktion sei mit kürzeren Entwicklungszeiten zu rechnen.

Schneller schaltend, kleiner trotz höherer Drücke sowie strömungsoptimiert gegebenfalls durch 3D-Druck sieht Matthias Tries das Hydraulikventil in zehn Jahren. Und Jean-Pierre Sevrain von Hoerbiger bringt es auf den Punkt: „Der Bedarf an Ventiltechnik wird fortbestehen, denn viele Hydraulik-Funktionen sind nicht anders machbar.“

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