Drei Unternehmen

Von li. nach re.: Die Geschäftsführer Dr. Christoph Fleig (Volz), Jörg Deutz (Stauff) und Heinz-Werner Störmer (Voswinkel) bündeln die Kräfte ihrer Unternehmen.

In diesem Unternehmensverbund bündeln wir alle Fähigkeiten, um die Verbindungstechnik gemeinsam entscheidend voran zu bringen“, erklärt Jörg Deutz, Geschäftsführer der Stauff-Gruppe. „Unser Ziel ist es, langfristig sämtliche Komponenten rund um die Hydraulikleitung aufeinander abzustimmen. Das bedeutet für unsere Kunden zunehmend vereinfachte Montage, höhere Betriebssicherheit und damit einhergehend ein deutlich geringerer Wartungsaufwand.“

Heinz-Werner Störmer, Geschäftsführer von Voswinkel, betont: „Wo mit Komponenten verschiedener Lieferanten gearbeitet wird, bleibt die Verantwortung für die Sicherheit beim Kunden. In unserem Unternehmensverbund kommen drei ausgewiesene Spezialisten mit Herstellerkompetenz für die Verbindungstechnik zusammen, deren enge Zusammenarbeit dem Kunden Dichtheit garantiert.“

Die drei Unternehmen

Gemeinsam stärker

  • Walter Stauffenberg, Stammsitz der Unternehmensgruppe Stauff in Deutschland, ist einer der führenden Hersteller und Lieferanten von Leitungskomponenten und Hydraulikzubehör, besonders bekannt für die Stauff-Schelle, die weltweit als Synonym für sichere Rohr- und Schlauchbefestigung gilt.
  • Bereits 2012 hat sich die Werdohler Unternehmensgruppe an Volz beteiligt. Die Volz-Gruppe ist ein international bekannter Hersteller hochwertiger Rohr- und Schlauchverbindungen in Stahl und Edelstahl. Hintergrund der Beteiligung war das eigene Stahl-Rohrverschraubungsprogramm Stauff Connect, das Stauff zusammen mit Volz entwickelt hat und das in weiten Teilen am Hauptsitz des Unternehmens im schwäbischen Deilingen gefertigt wird.
  • Im April dieses Jahres hat Stauff außerdem das in Meinerzhagen ansässige Unternehmen Voswinkel übernommen. Voswinkel ist einer der weltweit fünf größten Hersteller von Schnellverschlusskupplungen und entwickelt und produziert darüber hinaus ein umfangreiches Programm an Schlaucharmaturen – insbesondere für den Hochdruckbereich – sowie kundenspezifische Rohrleitungen.

„Wenn drei Hersteller ihre Engineering-Kompetenz zusammenbringen, entsteht ein enormes Innovationspotenzial“, unterstreicht auch Dr. Christoph Fleig, Mitgesellschafter und Geschäftsführer der Volz-Gruppe. „Das hat sich schon bei der gemeinsamen Entwicklung des Rohrverschraubungsprogramms Stauff Connect aus Stahl gezeigt, welches wir heute in weiten Teilen in Deilingen fertigen. Unser Ziel ist es nun, gemeinsam die Entwicklung der Edelstahl-Verbindungstechnik weiter voranzutreiben.“

Für Voswinkel ist der Kauf durch die Stauff-Gruppe ein „Glücksfall“: „Mit etwa 40 Millionen Euro Umsatz stehen wir aktuell sehr gut da, hätten aber enorm in die weitere Internationalisierung investieren müssen, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben“, schildert Heinz-Werner Störmer die Sachlage. „Jetzt haben wir auf einen Schlag Zugriff auf das weltweite Vertriebsnetzwerk der Stauff-Gruppe erhalten.“

Bereits seit April werden Mitarbeiter der internationalen Stauff-Niederlassungen bei Voswinkel in Meinerzhagen geschult und zu Produktexperten qualifiziert. „Für unsere deutschen und europäischen Kunden ändert sich nichts. Hier vertreiben wir unsere Marke nach wie vor selbst.“ Das wird auch in Zukunft so sein.

Die Chemie stimmt

Jörg Deutz ist es wichtig, dass die individuellen Stärken jedes Verbundpartners erhalten bleiben und genutzt werden: „Hierin unterscheidet sich unser strategisches Denken von der Übernahmepolitik großer Konzerne. Uns geht es um die Weiterentwicklung der Verbindungstechnik und die Bündelung der Kompetenzen starker Mittelständler.“ Weder für Christoph Fleig, noch für Heinz-Werner Störmer wäre eine Integration in einen Konzern in Frage gekommen.

Christoph Fleig: „Zwischen Stauff, Volz und Voswinkel stimmt einfach auch die Chemie. In Werdohl, Meinerzhagen, Deilingen und an den weiteren Standorten der drei Unternehmen stehen die Mitarbeiter im Mittelpunkt. Diese gelebte Unternehmenskultur der Wertschätzung ist unserer Meinung nach die wichtigste Voraussetzung für innovatives Denken.“ Mit der durch den Verbund geschaffenen Innovationskraft wollen die drei Mittelständler gemeinsam den Schritt von der Verbindungskomponente zum Verbindungssystem mit Dichtheitsgarantie gehen. „Was im großen Konzern ein C-Teil ist, ist unsere Leidenschaft!“, sagt Fleig.

Autorin: Ingrid Fackler ist als Chefin vom Dienst für die Heftkonzeption verantwortlich.

 

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Jörg Deutz

Jörg Deutz, Geschäftsführer der Stauff-Gruppe. Bild: Stauff

Drei Fragen an Jörg Deutz, Stauff

Was versprechen Sie sich vom Zusammenschluss der drei Unternehmen?

Die Stauff Gruppe verfolgt mit dem Unternehmensverbund eine zukunftsorientierte Markt- und Produktstrategie: die Fokussierung auf die Sicherheit der gesamten Hydraulikleitung. Mit der Entwicklung und Herstellung von Stauff Connect und der Übernahme von Voswinkel sind wichtige Schritte getan.

Wie geht es jetzt weiter?

Ab jetzt gehen wir einen entscheidenden Schritt weiter: Wir werden die im Unternehmensverbund verfügbaren Komponenten – von der Verbindung und Befestigung bis zu Ventilen, Messtechnik und weiterem Zubehör in Stahl und Edelstahl – weiterentwickeln, systematisch aufeinander abstimmen und bei Bedarf Baugruppen anbieten.

Mit welchem Ziel?

Wir wollen neue Maßstäbe setzen. Der Fokus wird von der Verantwortung für die Sicherheit der einzelnen Komponente erweitert zur Verantwortung für die Sicherheit der gesamten Hydraulikleitung.

 

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Dr. Christoph Fleig

Dr. Christoph Fleig, Geschäftsführer der Volz-Gruppe

Drei Fragen an Dr. Christoph Fleig, Volz

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit ehemaligen Marktbegleitern?

Der Unternehmensverbund ist die Kooperationsform der Zukunft, von der nicht nur auf lange Sicht die Verbindungstechnik profitieren wird, sondern schon jetzt ganz unmittelbar die Kunden jedes einzelnen Partners.

Welche besonderen Features bringt Ihr Unternehmen in den Verbund mit ein?

Unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung, wie zum Beispiel Prüfeinrichtungen kommen allen Verbundpartnern zugute. So können wir etwa unseren Prüfstand, in den wir immerhin eine halbe Million Euro investiert haben, besser auslasten.

Werden Sie sich weiterhin auf Ihre Kernkompetenzen fokussieren?

Volz wird sich mit der gegenseitigen Unterstützung im Verbund auf die Weiterentwicklung seines Edelstahl-Programms konzentrieren. Unser Ziel ist es, unsere Position als Experten in diesem Bereich weiter auszubauen.

 

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Heinz-Werner Störmer

Heinz-Werner Störmer, Geschäftsführer von Voswinkel

Drei Fragen an Heinz-Werner Störmer, Voswinkel

Was hat Ihr Unternehmen veranlasst, an Stauff zu verkaufen?

Die Übernahme von Voswinkel durch die Stauff-Gruppe ist für uns und unsere Kunden in jeder Hinsicht ein großer Gewinn: Über das weltweite Stauff-Vertriebsnetz sind unsere Produkte innerhalb kürzester Zeit international verfügbar, und zwar nicht nur als Handelsware, sondern mit dem gleichen hohen Beratungsniveau, für das wir im deutschsprachigen Raum mit unserer bewährten Mannschaft auch in Zukunft stehen werden.

Bleibt Voswinkel als Marke bestehen?

Wir wollen unsere Kunden keinesfalls verunsichern. Künftig wird Stauff das Label Voswinkel weltweit mit vertreiben; denn als starke Produktmarke werden wir auf jeden Fall bestehen bleiben.

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Der Unternehmensverbund mit Stauff und Volz bietet uns zudem die Chance, die Verbindungstechnik ganz neu zu denken. Stauff, Volz und Voswinkel werden herausragende Komponenten Schritt für Schritt zu Systemen mit Dichtheitsgarantie weiterentwickeln.

Das Unternehmen Stauff

Für die Mobil- und Stationärhydraulik

STAUFF Portfolio

Mit seinen Produkten setzte das Unternehmen Stauff 2014 über 202 Millionen Euro in 18 Ländern und mit 1150 Mitarbeitern weltweit um. Bild: Voswinkel

In der Mobil- und Industriehydraulik spielen Stauff-Produkte eine tragende Rolle. Das Gesamtprogramm umfasst:

  • Stauff-Schellen: Komponenten und Systeme zur schnellen, einfachen und sicheren Befestigung von Rohren, Schläuchen, Kabeln und anderen Bauteilen mit Aussendurchmessern bis 1016 mm / 40.00 inch.
  • Stauff-Test: Messkupplungen, Messschläuche, Messgeräte und Zubehör zur leckagefreien Drucküberwachung, Systementlüftung und Probenentnahme in der Fluidtechnik.
  • Filtration Technology: Filtergehäuse und -systeme für die Installation im Vollstrom und im Nebenstrom von Hydraulik- und Schmierölanlagen; Umfangreiches Programm an Ersatz-Filterelementen aus eigener Fertigung.
  • Diagtronics: Analoge und digitale Messgeräte zur Überwachung der wichtigsten Parameter in der Mobil- und Industriehydraulik: Druck, Differenzdruck, Temperatur, Volumenstrom, Füllstand, Verschmutzung und vieles mehr.
  • Hydraulikzubehör: Zubehör für den Tank-, Behälter-, Aggregate- und Getriebebau in der Industrie- und Mobilhydraulik: Niveau- und Temperaturanzeiger, Einfüll- und Belüftungsfilter, Saugkörbe, Rückstromverteiler und vieles mehr.
  • Ventile: Manuell betätigte Kugelhähne und Stromventile für den Leitungseinbau, Plattenaufbau und Steuerblockanbau zum präzisen Drosseln und sicheren Absperren fluider Medienströme.
  • Fluid Connectors: Rohrverschraubungen der Serie Stauff Connect entsprechend DIN 2353 / ISO 8434-1; SAE-Flanschverbindungen nach SAE J 518 C bzw. ISO 6162-1/2; Zahnradpumpenflansche nach deutschen und italienischen Standards.

Das Unternehmen Voswinkel

Armaturen, Kupplungen und Rohrleitungen

Voswinkel-Produkte kommen zum Einsatz, wenn es um die Übertragung oder den sicheren Transport von flüssigen oder gasförmigen Medien geht. Zum Produktportfolio gehören:

Voswinkel Produkte

Das Unternehmen Voswinkel erwirtschaftete 2014 mit Schlaucharmaturen, Kupplungen und Rohrleitungen einen Umsatz von 37 Millionen Euro. In dem deutschen Unternehmen sind 220 Mitarbeiter beschäftigt. Bild: Stauff

Armaturen:

  • Interlock-Armaturen mit mobiler oder angedrehter Ausreißsicherung
  • Edelstahl-Ausführung für Beständigkeit gegen Korrosion und aggressive Medien
  • für verschiedene Schlauchausführungen
  • speziell für hohe Impulse konstruiert und ausgelegt.

Kupplungen:

  • Steck-Kupplungen in Push-Pull-Ausführungen
  • Steck-Kupplungen flachdichtende Ausführung
  • Steck-Kupplungen Edelstahl flachdichtende Ausführung
  • Multi-Kupplungen flachdichtend
  • Verschluss-Kupplungen für hydraulische Bremsanlagen
  • Schraub-Kupplungen
  • Schraub-Kupplungen flachdichtende Ausführung
  • Rohrleitungs-Kupplungen leckagearm
  • Schraub-Kupplungen für den Hammerbetrieb.

Rohrleitungen

 

Das Unternehmen Volz

Rohre und Schläuche verbinden

Volz Produkte

Die Volz-Gruppe ist in acht Ländern vertreten und setzte 2014 mit ihren Rohrverschraubungen und Schlaucharmaturen 33 Millionen Euro um. Bild: Volz

Es gibt nur eine Handvoll Hersteller, die das Marktsegment der Rohrverschraubungen und Schlauchverbindungen für hydraulische Anlagen bedienen. Allerdings fertigt die Volz-Gruppe Produkte sowohl in Stahl als auch in Edelstahl. Neben den Lösungen für Rohrverschraubungen und Schlauchverbindungen hat sich Volz als Produzent im Bereich der Kugeln für Kugelhähne einen Namen als Marktführer gemacht.

Edelstahl-Programm in 1.4571 (316Ti):

  • Schlauchnippel, Fassungen und Adapter sowie 24°-DIN-Rohrverschraubungen und 37°-JIC-Verschraubungen
  • Low-Friction-Edelstahl-Muttern
  • Adapter
  • Rückschlagventile.

Stahl-Programm:

  • DIN-Rohrverschraubungen mit Zink-Nickel-Oberflächenschutz und Druckstufen, die über die Normwerte hinausgehen
  • Große Auswahl an richtungseinstellbaren Schwenkverschraubungen
  • Rückschlagventile
  • Wechselventile.

Kugeln:

  • Kugeln für Kugelhähne von 8 bis 250 mm nach Kundenanforderung individuell gefertigt.