Blick von oben in die Produktionshalle des französischen Sirup-Herstellers Monin in Bourges

Beim französischen Sirup-Hersteller Monin hat man sehr hohe Ansprüche an die Druckluftaufbereitung in der Produktion gestellt. - Bild: Beko

| von Felix Lauther

Der französische Siruphersteller Monin installierte am französischen Standort Bourges eine neue Druckluftaufbereitungseinheit von Beko. Die Anlage muss für den Premium-Siruphersteller höchsten Ansprüchen erfüllen. Sie gehen weit über die üblichen Anforderungen im Lebensmittelsektor hinaus.

Monin ist auf die Herstellung und Vermarktung von Sirupen, Likören und Fruchtpürees spezialisiert. Eine wachsende Nachfrage veranlasste das Unternehmen vor zwei Jahren, die historische Produktionsstätte in Bourges durch einen 20.000 Quadratmeter großen Neubau zu ersetzen. Dort werden auf sechs Produktionslinien täglich 150.000 Flaschen befüllt, was einem Ausstoß von rund 25 Millionen Einheiten pro Jahr entspricht. Die Produktionsanlagen wurden weitestgehend aus dem alten Werk übernommen. Die Druckluftstation allerdings absolvierte den Umzug nur, um fortan in Notfällen als Back-up für eine neu anzuschaffende Anlage zu dienen. „Ihre Leistung erfüllte nicht mehr unsere Anforderungen“, erklärt Camille Moreau, Leiterin Instandhaltung bei Monin.

Anforderungskatalog für das Druckluftsystem

Die Franzosen beauftragten die Firma MIB (Maintenance Industrielle du Berry), französischer Vertriebspartner von Beko Technologies, mit der Konzeption einer neuen Lösung für die Druckluftaufbereitung. Gewünscht war ein komplettes System einschließlich Trockner zur Aufbereitung eines maximalen Volumenstroms von 1.160 m³/h bei einem Mindestbetriebsdruck von 8 bar effektiv und einer maximalen Eintrittstemperatur von +38 Grad Celsius, um einen Drucktaupunkt (DTP) von -40 Grad Celsius zu erreichen. Zu den Anforderungskriterien im Vergleich mit der ausgedienten Anlage gehörten darüber hinaus niedrigere Betriebs- und Energiekosten. Im Sinne der Lebensmittelsicherheit war Druckluft von höchster Qualität gewünscht, was durch Messtechnik überwacht und rückverfolgbar gemacht werden sollte. In der Lebensmittelindustrie kommt Druckluft an verschiedenen Stellen der Prozesskette in direkten oder indirekten Kontakt mit den Produkten und sollte daher unbedingt frei von Feststoffen, Öl, Feuchtigkeit und Keimen sein.

Saubere Druckluft für die Sirup-Produktion

Bild vom Adsorptionstrockner Everdry in den Produktionsstrecke des Sirupherstellers Monin.
Der Adsorptionstrockner ist das zentrale Element der Druckluftaufbereitungsanlage beim Sirup-Hersteller Monin in Bourges (Frankreich).

Nach einer Analyse vor Ort installierten MIB und Beko 2018 eine maßgeschneiderte Druckluftaufbereitungsanlage. Die neue Station setzt sich aus optimal aufeinander abgestimmten Standardelementen zusammen. Ein ölfreier 110-kW-Kompressor mit variabler Drehzahl und Trockenschraube produziert die Druckluft. Herzstück der Aufbereitungsanlage ist der warmregenerierende Adsorptionstrockner Everdry FRA-Vplus Zero Purge. Bei diesem Modell erfolgt die Desorption im Gegenstrom zur Adsorptionsrichtung mit erhitzter Gebläseluft und die Kühlung im Gleichstrom. Dadurch entsteht kein Druckluftverlust für die Regeneration (Zero Purge).

Weitere Bestandteile der Druckluftaufbereitung sind eine Clearpoint-Filtrationseinheit bestehend aus einem Wasserabscheider, einem Ölabscheider und einem Staubfilter zum Entfernen von Wasser, flüssigem Öl sowie Feststoffverunreinigungen. Mehrere Bekomat-Kondensatableiter schleusen die Flüssigkeit aus dem Druckluftnetz.

Messtechnik für Volumenstrom und Druckluftverbrauch

Die Grundlage für wichtige Analysen und Dokumentationen ist Sensortechnik zur Erfassung des aktuellen Volumenstroms und des Druckluftverbrauchs. Der Durchflussmesser Metpoint Flm bietet eine präzise Endstellenüberwachung. Das Monitoring-System Metpoint OCV überwacht permanent den Restöldampfgehalt im Druckluftnetz und erreicht dabei eine Genauigkeit von circa einem Tausendstel mg/m³. So ist sichergestellt, dass die gesamte Druckluftaufbereitungskette keine Migration von Kohlenwasserstoffen in den Prozess zulässt.

Lebensmittelsicherheit durch saubere Druckluft

Inzwischen ist die neue Druckluftaufbereitungsanlage seit mehr als zwei Jahren in Betrieb. Camille Moreau ist mit dem Erreichten sehr zufrieden: „Volumenstrom, Druckluftverbrauch, Luftqualität – alles ist unter Kontrolle und rückverfolgbar.“ Sobald eine kritische Schwelle überschritten ist, wird eine Alarmmeldung ausgelöst. Die Informationen gelangen in Echtzeit zur Instandhaltungsabteilung und es können Korrekturmaßnahmen ergriffen werden. Durch Austausch des alten Trockners gegen einen warmregenerierenden Adsorptionstrockner spart Monin über 1 Million m³ Druckluft pro Jahr, was einem Geldwert von ungefähr 15.000 Euro entspricht. Die Qualität der Druckluft übertrifft sogar die Kriterien der Klasse 1/2/1 nach der ISO-Norm 8573-1 und erfüllt die bei dem Hersteller geltenden strengen Vorgaben.

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