Gleitschalungsfertiger, Bild: Wirtgen

Hydraulik auf dem Vormarsch: In der neuen SP 60-Serie der Wirtgen Gleitschalungsfertiger werden mehr Features denn je hydraulisch betrieben; dank eines neuen Hydraulik-Konzeptes wird die Energie dabei erheblich effizienter genutzt und steht zudem für neue, zusätzliche Ausstattungsoptionen zur Verfügung. Bild: Wirtgen

Der Weltabsatz von Baumaschinen schwächelt. 2016 betrug das Minus ein Prozent, wie der Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen des VDMA ermittelte. „Am besten liefen die Märkte Europa und Indien; Russland und China konnten sich nach massiven Einbrüchen etwas berappeln und sahen wieder Wachstum“, erklärt VDMA-Referent Sebastian Popp. Trüber sah es in anderen Regionen aus: Während sich Nordamerika noch auf einem guten absoluten Level bewegte, lagen die Märkte Lateinamerikas bereits vor der Trump-Regentschaft am Boden. Auch der sonst baufreudige mittlere Osten kämpft. Dort macht die Ölpreisschwäche einen dicken Strich durch viele (Bau-)Rechnungen. Ebenso blieben die meisten Märkte in Fernost unter den Erwartungen.

In diesem schwierigen Umfeld konnten sich die deutschen Hersteller gut behaupten. Die Branche entwickelte sich überdurchschnittlich, der Umsatz wuchs 2016 um drei Prozent. Popp: „Das liegt vor allem an Europa und dem deutschen Markt, der sich nahe des Rekordniveaus von 2007 bewegt.“ Und so freut sich beispielsweise Michael Heidemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen, über einen neuen Verkaufsrekord im vergangenen Jahr in Deutschland. Vor allem die Bauma 2016 habe dazu massiv beigetragen. Einen wesentlichen Grund für die aktuell hohe Investitionsbereitschaft sieht Heidemann im Nachholbedarf auf Industrie-4.0-Niveau, Stichwort „digitales Eisen“. Für das laufende Jahr geht der VDMA von einer weiterhin leicht positiven Entwicklung aus. „Die Indikatoren zeigen für die meisten Märkte nach oben; allerdings nähern sich einige Märkte ihrem Sättigungsniveau.“

Etwas weniger optimistisch sieht das Frank Schlosser, Leiter Vertrieb und Marketing beim Zulieferer Weber-Hydraulik: „Hohe Lohnabschlüsse in der Branche belasten überproportional.“ Vor allem chinesische Anbieter würden zudem die Wettbewerbssituation verschärfen. „Sie drängen im reinen Komponentengeschäft auf die europäischen Märkte.“ Auch bei Bosch Rexroth sieht man die Lage zwiespältig: „Der Markt für mobile Anwendungen habe sich im zweiten Halbjahr 2016 zwar stabilisiert, „es ist jedoch keine durchgängige Erholung in Sicht“, wie Vorstandsmitglied Dr. Bertram Hoffmann zu Protokoll gibt. Leicht positiven Tendenzen und ansteigenden Auftragseingängen in einigen Regionen und Branchen stünde eine weiterhin instabile weltwirtschaftliche Lage entgegen.