Schutzschlauch falsch montiert, Bild: IHA
Der Blick in die neue DGUV-Regel 113-020 lohnt, damit Schutzschläuche, anders als hier, richtig montiert werden. Bild: IHA

Die Lebensdauer und der Sicherheitsanspruch von Hydraulik-Schlauchleitungen sind nicht nur von der Hydraulik-Flüssigkeit abhängig. Hier müssen Entwickler und Anwender viele Faktoren beachten, um für die anforderungsgerechte Anwendung und den anforderungsgerechten Einbau von Hydraulik-Schlauchleitungen zu sorgen.

Dafür wurden große Teile der BGR 237 — auch als DGUV-Regel 113-015 bekannt — übernommen, die bald zurückgezogen wird. Allerdings entwickelten die Verfasser der Novelle die Regel inhaltlich weiter, sodass nun weiterführende praktische Hilfestellungen gegeben werden können. Das betrifft zum einen Arbeitgeber, die hier wirksame Maßnahmen finden, wie Gefährdungen durch Hydraulik-Schlauchleitungen minimiert werden können. Diese sollten in der Gefährdungsbeurteilung dokumentiert werden.

Peitschenhiebe vermeiden

Auch die Angaben zur Vermeidung von Peitschen wurden weiterentwickelt. Fangschutzeinrichtungen sollen laut DGUV-Neuerung unbedingt nachträglich nach den beiliegenden Montagevorgaben montiert werden. Sie sind Sicherheitsbauteile nach MRL 2006/42/EG und werden entsprechend gesondert in den Verkehr gebracht. Deshalb müssen sie über eine CE-Kennzeichnung, eine Konformitätserklärung und Betriebsanleitung verfügen. Das gilt wiederum nicht bei bereits in Maschinen installierten Teilen. Hier ist das Sicherheitsbauteil bereits Bestandteil der CE-Konformität der Maschine.

Test von Hydraulik-Schlauchleitung 1SN DN 12, neues Schlauchmaterial, Betriebsdruck 160 bar, Prüfdruck 320 bar, mind. Berstdruck 640 bar. Schlauchleitung ohne Schutzschlauch hält bis 800 bar dicht. Geborsten bei ca. 820 bar, explosionsartiger Ölaustritt. Video: fluid

Den richtigen Schutzschlauch wählen

Ausreißsicherung an Hydraulikschlauchleitungen, Bild: IHA
So wird es gemacht: Damit der Schlauch nach dem Ausreißen nicht peitscht, sollte eine Ausreißsicherung angebracht werden. Bild: IHA

Neu ist auch der Schutz gegen Hydraulik-Flüssigkeitsstrahlen, wie sie bei Leitungsbruch und Leckage vorkommen können. Hier gibt es anwendungsgerechte Hinweise, damit der Ausfall einer Hydraulik-Schlauchleitung durch einen austretenden Flüssigkeitsstrahl nicht zur Gefahr für Leib, Leben und Umwelt wird.

In manchen Fällen ist es bekanntlich nicht möglich eine Schutzabdeckung anzubringen. Deshalb finden Entwickler und Anwender in der DGUV 113-020 Hilfestellung zur richtigen Auswahl, Dimensionierung und zu Montagekriterien von Schutzschläuchen. Die Montagekriterien sind hier besonders erwähnenswert, denn die Erfahrung zeigt, dass Schutzschläuche an vielen Hydraulikanlagen im Einsatz schlicht falsch montiert wurden. Oftmals werden die Schutzschläuche dabei zu eng dimensioniert oder aber die offene Montage wird im Vorfeld nicht berücksichtigt. Die Folge: Die Schutzschläuche erfüllen nicht die notwendigen Schutzanforderungen.

Augen auf bei montierten Schläuchen

Vorsicht ist auch bei montierten Schutzschläuchen geboten, die werksseitig direkt mit der Schlauchfassung der Hydraulik-Schlauchleitung verpresst wurden. Hier liegt in den meisten Fällen kein geprüftes System mehr vor, wie es in den einschlägigen Normen gefordert wird. Auch wenn es um die „Prüfung der Kombination von Hydraulik-Schlauch und Armatur“ geht, finden Ingenieure ausführliche Hilfe in der neuen DGUV-Regel. Um die Sicherheit der Verbindungen zu erhöhen, wurde deshalb der Abschnitt „Auswahl, Bestellung, Herstellung und Kennzeichnung“ deutlich erweitert. Es lohnt sich also auf den Seiten der DGUV einen Blick in die neue Regel 113-020 zu werfen. ssc

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