Eine weitere Fehlerquelle: Zur Begrenzung der Drehzahl von Hydraulikmotoren oder der Ausfahrgeschwin­digkeit von Zylindern werden oft Blenden oder Drosseln in den Zulauf der Bauteile eingebaut, um eine Überlastung zu verhindern. Wird am Ventil des Load-Sensing-Systems ein zu großer Volumenstrom eingestellt, der am Verbraucher durch eine Blende auf einen kleineren Wert begrenzt wird, gibt die Meldeleitung einen falschen Lastdruck weiter. Die eigentliche Load-Sensing-Regelung wird so außer Funktion gesetzt und unnötig Energie verbraucht.

Parallelfunktion

Solange in einem Load-Sensing-System nur eine Funktion zur gleichen Zeit benutzt wird, wird die Druckdifferenz durch den Pumpenregler bestimmt. Bei der parallelen Aktivierung von Ventilen regelt die Pumpe auf den höchsten Lastdruck. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Druckdifferenzen über die Steuerkanten der Ventile. Es kommt zu einer Beeinflussung der Arbeitsgeschwindigkeit der Verbraucher mit kleineren Lasten. Abhilfe schafft die Verwendung von Individualdruckwaagen in jeder Sektion des Ventilblocks.

Aber auch dieses System ist nicht immer ideal. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise an einer Sektion ein hoher Druck, aber wenig Volumenstrom benötigt wird und zugleich an einer zweiten Sektion ein großer Volumenstrom bei niedrigem Lastdruck. In diesem Fall muss die Individualdruckwaage der zweiten Sektion einen großen Volumenstrom mit einer hohen Druckdifferenz drosseln. Dabei wird viel hydraulische Energie in Wärmeenergie umgewandelt. Sind solche Verhältnisse über einen längeren Zeitraum vorhanden, ist womöglich ein Zwei-Kreissystem sinnvoll.

Untersättigung im System

Übersteigt der Gesamtvolumenstrom der einzelnen Sektionen den zur Verfügung stehenden Volumenstrom der Pumpe, wird vorrangig der Verbraucher mit der geringeren Last versorgt. Abhilfe schaffen hier Systeme mit sozialer Verteilung. Der Volumenstrom wird bei allen Verbrauchern gleichmäßig reduziert. Dies lässt sich durch nachgeschaltete Druckwaagen realisieren. Diese Systeme sind aufwendiger.

Ein anderer Lösungsansatz wird bei elektrisch angesteuerten Ventilen verfolgt. Durch die Elektronik werden die Vorgabewerte des Bedieners mit dem zur Verfügung stehenden Volumenstrom verglichen. Bei möglicher Unterversorgung werden die Bedienervorgaben korrigiert. Bei solchen Systemen lassen sich auch Prioritäten vergeben. Die verschiedenen Regelkreise in einem Load-Sensing-System können auch zu Eigenschwingungen führen. Wenn die Grenzen bekannt sind, können Load-Sensing-Systeme effektiv eingesetzt werden. Besonders in mobilen Maschinen werden sie seit Jahren erfolgreich genutzt. ssc

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