Gefährdungsbeurteilung für Hydraulik-Schlauchleitungen

Hydraulik-Schlauchleitungen: Sicherheit systematisch erhöhen

Hydraulik-Schlauchleitungen bergen bei Undichtigkeiten und Defekten Risiken. Eine fundierte Gefährdungsbeurteilung schafft die Basis für Schutzmaßnahmen, Prüfzyklen und nachhaltigen Austausch.

Alle druckführenden Hydraulikschlauchleitungen im direkt zugänglichen Bereich müssen abgeschirmt sein. Hier wäre also ein Berstschutz nachzurüsten.

• Arbeitgeber müssen Gefährdungen beim Einsatz von Hydraulik-Schlauchleitungen beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen ableiten.

• Die DGUV-Regel 113-020 liefert Hinweise für Gefährdungsbeurteilung und sicheren Umgang, wird in betrieblichen GBU jedoch häufig nur teilweise berücksichtigt.

• Eine fundierte GBU berücksichtigt unter anderem Rutschgefahr, Peitschen und Öleinspritzung unter die Haut sowie geeignete Prüf- und Schutzmaßnahmen.

• Ein darauf aufbauendes Schlauchmanagement kann Sicherheit und Nachhaltigkeit erhöhen sowie optimierte Auswechselintervalle und damit Kostenreduzierungen ermöglichen.

Die Betriebssicherheitsverordnung fordert unter § 3 Gefährdungsbeurteilung folgendes vom Arbeitgeber: "Der Arbeitgeber hat vor der Verwendung von Arbeitsmitteln die auftretenden Gefährdungen zu beurteilen (Gefährdungsbeurteilung) und daraus notwendige und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Das Vorhandensein einer CE-Kennzeichnung am Arbeitsmittel entbindet nicht von der Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung."  

Im Allgemeinen wird dies auch beachtet und umgesetzt. Doch wie sieht es im Speziellen aus? Denn gerade beim Thema Hydraulik-Schlauchleitungen wird oft etwas stiefmütterlich damit umgegangen. Obwohl es die DGUV-Regel 113-020 gibt, die dem Arbeitgeber wichtige Hinweise zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und zum sicheren Umgang mit Hydraulik-Schlauchleitungen gibt, wird in den im Betrieb vorhandenen Gefährdungsbeurteilungen (im nachfolgenden Text kurz: GBU) oft nur in Teilbereichen darauf eingegangen. Nicht selten findet man allgemeine Texte („dürfen nicht scheuern“, „alle 6 Jahre austauschen“, „müssen regelmäßig geprüft werden“ usw.) aber konkrete Hinweise zu Schutzmaßnahmen fehlen. Außerdem wird auf die Folgen einer Undichtigkeit (z.B. Rutschgefahr) oder eines Defekts (Peitschen, Öleinspritzung unter die Haut) nicht ausreichend hingewiesen.

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Dies liegt erfahrungsgemäß daran, dass die GBU oft von einem externen Berater erstellt wird, der sicherlich ein Profi in seinem Bereich ist, jedoch kein Spezialist für Hydraulik-Schlauchleitungen. Ich habe selbst vor vielen Jahren ein Seminar zur BGR237, dem Vorgänger-Dokument der DGUV-Regel 113-020, besucht und muss zum schon sagen, dass ich sehr viel über DGUV-Regeln im Allgemeinen gelernt habe, vom Dozenten, einem Sicherheits-Ingenieur, aber immer wieder gefragt wurde, ob ich nicht den Teilnehmern etwas zu seinen (Schlauch-) Mustern sagen könnte. Dies hat mir damals gezeigt, dass der Dozent zwar wirklich gut in den rechtlichen Themen war, jedoch kein Profi für Hydraulik-Schlauchleitungen. So haben wir aber beide etwas aus diesem Tag mitgenommen, eine klassische Win-Win-Situation.  

Aufgrund der vielen Nachfragen unserer Kunden, wie sie denn am besten die Anforderungen der 2008 erschienen BGR237 umsetzen können, ohne dabei wahllos Schlauchleitungen zu tauschen und enorme Kosten zu erzeugen – ganz abgesehen von der fehlenden Nachhaltigkeit – hat es sich dann ergeben, dass wir ab Erscheinen dieser Regel (und nach dem Besuch des o.g. Seminars und der damit verbundenen Erfahrungen) die ersten Sicherheitsseminare durchführen und anschließend nach und nach die Gefährdungsbeurteilungen für Hydraulik‑Schlauchleitungen sowie die darauf basierenden Sicherheitsberatungen und Unterweisungen umsetzen durften. 

Wie die Anlagenpraxis Optimierungspotenziale zeigt

Ziel war schon damals, die Sicherheit beim Umgang mit Hydraulik-Schlauchleitungen zu erhöhen, Schutzmaßnahmen festzulegen, Prüfumfänge und Prüfzyklen zu ermitteln und nachhaltig und sinnvoll auszutauschen. Spannend sind immer die Vorgespräche, in denen es in der Regel heisst „haben wir, brauchen wir nicht“ – bis wir dann gemeinsam an die Anlagen gehen und schon beim ersten Blick kleine Optimierungen auffallen, die aber eine große Wirkung für die Erhöhung der Sicherheit haben. Gerade das Thema Rutschgefahr wird oft vernachlässigt oder unterschätzt und lässt sich mit einfachen Mittel beseitigen bzw. reduzieren. Spätestens nach diesem Praxisgespräch ergibt sich dann zumindest die Frage nach einem Angebot für eine GBU – und bis aus wenige Ausnahmen dann auch der entsprechende Auftrag zur Erstellung. Und im Idealfall ergibt sich aus einem gut geplanten Schlauchmanagement, dessen Grundlage eine GBU ist, die Optimierung der Auswechselintervalle und damit eine Kostenreduzierung bei gleichzeitiger Erhöhung der Sicherheit.

Denn für eine mögliche Verlängerung der empfohlenen Auswechselintervalle sind eine GBU mit Umsetzung der ermittelten Schutzmaßnahmen, die Anpassung der Prüfintervalle und vorhandene gute Erfahrungswerte beim Betrieb von Hydraulik-Schlauchleitungen die Grundlage. 

Wie sich die Gefährdungsbeurteilung weiterentwickelt

Diese GBU hat sich über die Jahre entwickelt, die Basis der ersten war damals die BGR237, 2017 kam dann die DGUV-Regel 113-020, eine wesentliche Optimierung der alten BGR, auf den Markt und somit entwickelte sich auch die Ausführung der GBU weiter, bald steht dann ein Update der aktuellen DGUV an (diese werden ja regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht) und dann wird sich auch die GBU wieder weiterentwickeln... nur das Ziel bleibt dasselbe: Erhöhung der Sicherheit beim Umgang mit Hydraulik-Schlauchleitungen bei gleichzeitigem nachhaltigen Einsatz.

Was Sie zum Thema Hydraulik-Schlauchleitungen wissen müssen

Warum brauchen Hydraulik-Schlauchleitungen eine Gefährdungsbeurteilung? Die GBU ermittelt konkrete Gefährdungen und bildet die Grundlage für notwendige und geeignete Schutzmaßnahmen.

Welche Gefahren bestehen bei Hydraulik-Schlauchleitungen? Genannt werden unter anderem Rutschgefahr durch Undichtigkeiten sowie Peitschen und Öleinspritzung unter die Haut bei Defekten.

Welche Rolle spielt die DGUV-Regel 113-020 bei Hydraulik-Schlauchleitungen? Sie gibt Arbeitgebern wichtige Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung und zum sicheren Umgang mit Hydraulik-Schlauchleitungen.

Wie beeinflusst eine GBU die Prüfintervalle von Hydraulik-Schlauchleitungen? Auf ihrer Grundlage lassen sich Schutzmaßnahmen, Prüfumfänge und Prüfzyklen festlegen und anpassen.

Können Hydraulik-Schlauchleitungen durch ein Schlauchmanagement wirtschaftlicher betrieben werden? Im Idealfall ermöglicht eine fundierte GBU optimierte Auswechselintervalle und damit eine Kostenreduzierung bei gleichzeitig höherer Sicherheit und nachhaltigem Einsatz.