Staumauer

Bild: essencedesign, Lausanne

Stausee Lac de Dix
1961 fasste der Stausee Lac de Dix knapp 5,9 Millionen Kubikmeter Wasser. Heute sind es an die 400 Millionen. Denn das Wasser aus den benachbarten Tälern wird per Pumpen- und Stollensystem in den Stausee geleitet. Bild: essencedesign, Lausanne

Seit jeher kämpft der Mensch hier gegen Überschwemmungen und versucht die Kraft des Wassers zu nutzen. So entstand die größte Staumauer Europas.

Bis zu 3000 Menschen und fast 15 Jahre brauchte es, um den Bau der Grande Dixence zu beenden. 1951 begann man mit dem Bau der riesigen Staumauer, um das Wasser der Vispe und der Borgne zurückzuhalten. Es wurde auch höchste Zeit, denn die nur 15 Jahre zuvor erbaute Dixence-Staumauer wurde zu diesem Zeitpunkt vom See überflutet. Das Fassungsvermögen sollte bei 400 Millionen Kubikmeter Wasser liegen. Geologen, Hydrologen, Topographen und Ingenieure nahmen sich des Problems an.

Einerseits musste der bereits bestehende See mit der Dixence-Staumauer vergrößert werden, andererseits brauchte es ein Zuleitungsnetz zur Nutzung des Wassers aus dem Mattertal und den Tälern von Ferpècle und Arolla. Im Oktober 1954 arbeiteten rund 1600 Männer – Walliser, Schweizer und Italiener – gemeinsam am großen Bauwerk. Der Arbeitsrhythmus war intensiv: Elf Stunden pro Tag, zehn Stunden pro Nacht. Am 22. September 1961 war die Staumauer fertig, ganze drei Jahre vor Termin. Elf Jahre lang hatten knapp 3000 Menschen an der Mauer gearbeitet. Allein für die Staumauer brauchte es mehr als 1,3 Millionen Tonnen Zement. Eigens gebaute Luftseilbahnen beförderten die Menge von 200 Tonnen Zement pro Stunde in Gondeln mit einem Fassungsvermögen von 400 Kilogramm.

Die Strecke zwischen den beiden Felswänden des Val de Dix wurde mit Kabelkranen überbrückt, welche die Lasten zu jedem beliebigen Punkt der im Bau befindlichen Staumauer brachten. Dank der Tragfähigkeit der Kabelkrane konnten bis zu zwanzig Tonnen transportiert werden. Vor allem aber konnte der Beton unabhängig vom Wetter mit bemerkenswerter Präzision an die gewünschte Stelle gebracht werden. Obwohl die Talwände mehr als 700 Meter auseinander liegen, betrug die Toleranzgrenze 50 Zentimeter.