Fitnessgeräte, Bild: Festo

Fitnessgeräte-Hersteller gibt es viele. Jedoch sind es nur wenige, die gelenk- und muskelschonende Geräte mit pneumatischer Unterstützung produzieren. Bild: Festo

Vor allem in der Rehabilitation nach Unfällen und Operationen oder für ältere Menschen sind an die Muskelkraft adaptierbare Trainingsgeräte wie Beinpressen, Schulterpressen oder Kraftstationen, die Fitnessgeräte der Wahl, weil sie schonende, gleitende Bewegungen und Widerstände ermöglichen.

Pre-Assembly, Bild: Festo
Kundenindividuelles Pre-Assembly: Als fertiges Modul geliefert, steuern sie die pneumatischen Antriebe an. Bild: Festo

Sie lassen sich einfach einstellen und simulieren die natürliche Bewegung des Muskels, wenn er gegen einen Widerstand arbeiten muss. Diese weichen Bewegungen ohne Massenträgheitseffekt werden in den Trainingsgeräten des finnischen Herstellers HUR durch die Pneumatikprodukte von Festo ermöglicht. Der Widerstand im Gerät passt sich durch Druckluft an den Kraftverlauf der Muskulatur an – unabhängig von der Geschwindigkeit der Bewegung. Der Name der Firma steht für Helsinki University Research – und genau aus wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus entwickelten die Firmengründer die Trainingsgeräte. Sie gaben ihrem System den Markennamen Natural Transmission. Es ist das Ergebnis wissenschaftlich fundierter Produktentwicklung. Biomechanik-Experten zahlreicher Universitäten aus der ganzen Welt waren daran beteiligt. Das Unternehmen hat individuelle Gerätelösungen und Konzepte im Portfolio für die Physiotherapie, Reha-Kliniken, Seniorenheime, Fitness-Studios, Hotels und für Firmenfitness.

Pneumatik statt Gewichten vermeidet Massenträgheitseffekt

Beim effektiven Gerätetraining verändert sich der Kraftverlauf ähnlich der natürlichen, menschlichen Bewegung. Dies versuchen herkömmliche Trainingsgeräte mit Gewichtsplatten durch den Einsatz von Exzentern zu erreichen. Um das Gewicht zu Beginn und am Ende einer Bewegung zu beschleunigen beziehungsweise wieder abzubremsen, muss dabei zusätzliche Kraft aufgewendet werden.

Dieser Effekt verstärkt sich, je schneller sich die Gewichte bewegen. Die Kraftkurve an Gewichtstrainingsgeräten verändert sich daher in Abhängigkeit von der Übungsausführung. Die Folge ist kein optimaler Trainingseffekt, vor allem bei schnellen Bewegungen. Denn bei schnelleren Bewegungen wird die Belastung auf die Muskeln durch die Massenträgheit verzerrt. Dies hat negative Auswirkungen auf die Gelenke.

Der Widerstand im Trainingsgerät passt sich durch den Einsatz von Druckluft perfekt an den Kraftverlauf der Muskulatur an.“

Markus Högnäs, Werkleiter bei HUR

Doch gerade im Sport und im täglichen Leben sind schnelle Bewegungen und kurze Reaktionszeiten sehr wichtig. Das Unternehmen nutzt deshalb die Pneumatik und verzichtet gänzlich auf Gewichtsplatten. Das Ergebnis: Es tritt keine Massenträgheit auf. Das bietet entscheidende Vorteile – speziell für Reha-Patienten und Senioren.

Der Startwiderstand nahe 0 und die Steigerung des Widerstands in Schritten von 100 Gramm beziehungsweise – je nach Trainingsgerät – ein Kilogramm verhelfen gerade dieser Personengruppe zu schnell sichtbaren Erfolgen. So steigt die Motivation, das Training im Alltag dauerhaft zu integrieren.

Vorteil Pre-Assembly-Modul und Standardzylinder

Im Einsatz sind je nach Trainingsgerät bis zu sechs DSBC Standardzylinder mit geringer Reibung und damit geringer Geräuschentwicklung. „Das haben wir mit einem speziellen Lagerdeckel erreicht“, erklärt Markus Högnäs, Werkleiter von HUR in Kokkola. Die Ansteuerung der Zylinder übernehmen VUVG-Ventile. Diese liefert der Komponentenhersteller aus Esslingen mitsamt Drucksensoren und Druckregler auf einem Pre-Assembly-Modul vormontiert an die Finnen. Der Widerstand der Zylinder besitzt dabei eine niedrige Reibung, um für den Sportler oder Patienten ein feinfühliges und langes Trainieren zu ermöglichen.

Die Zylinder wurden mit zehn Millionen Zyklen getestet, ohne dass erwähnenswerte Anzeichen von Abnutzung festgestellt werden konnten. Alle pneumatischen Komponenten entsprechen dem Standard der ISO und VDMA. „Der Einsatz von industriellen Standardteilen mag vielleicht teurer sein, aber er garantiert, dass man weltweit überall Ersatzteile für einen angemessenen Preis in angemessener Zeit erhalten kann“, so der Werksleiter. Dies ist für den Anwender besonders wichtig, da 90 Prozent der jährlich 2500 gefertigten Trainingsgeräte in den Export gehen. ck

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