Messebauhalle, Bild: Mader

In 13 Metern Höhe werden die letzten Handgriffe für die Druckluftversorgung in der neuen Messebauhalle ausgeführt. Die Messebauhalle ist Teil des neuen Logistik-Zentrums von ebm-papst in Hollenbach. Bild: Mader

Mit der Arbeitsbühne 13 Meter hoch fahren, Maß für die passende Rohrlänge nehmen, wieder 13 Meter runter fahren, das verzinkte Rohr ablängen, Gewinde schneiden, wieder auf die Arbeitsbühne, 13 Meter hoch fahren, Rohr abdichten und Fitting anbringen, Maß nehmen, 13 Meter wieder hinunter fahren und das Spiel geht von vorne los.“ So wäre die Installation des Druckluft-Rohrleitungssystems für das 38.000 Quadratmeter große Lager- und Logistikzentrum in Hollenbach abgelaufen, hätten sich Markus Mettler, technischer Betriebsleiter und Umweltbeauftragter, und Markus Strecker, Schlossermeister in der hauseigenen Werkstatt, mit dem bis 2007 verwendeten Rohrleitungssystem aus verzinktem Stahl zufrieden gegeben. Den Status quo zu erhalten, „weil man es schon immer so gemacht hat“, gibt es bei den beiden nicht, die immerhin seit Jahrzehnten bei ebm-papst arbeiten.

Umbauten für die Effizienz-Kultur

RWA-Oberlichter, Bild: Mader
Im neuen Logistikzentrum wird Druckluft auch für die Steuerung der RWA-Oberlichter eingesetzt. Bild: Mader

„In allen vier Werken gehören Maschinenumzüge und Umbauten in der Produktion zu unserem Aufgabengebiet“, sagt Strecker, der mit 17 Kollegen auch für Reparaturen, Neuanfertigungen und das komplette Druckluft- und Abluftsystem an den drei Standorten von ebm-papst zuständig ist. Neue Produkte und regelmäßige Optimierung im Produktionsablauf gehören zur Tagesordnung und sind Teil der Effizienz-Kultur im Unternehmen. Was definitiv noch fehlte, war ein noch flexibleres und effizienter zu verlegendes Druckluft-Rohrleitungssystem. „Mit den bisherigen Rohrleitungssystemen mit Rohren aus verzinktem Stahl beziehungsweise aus Aluminium und Rohrverbindungen aus Kunststoff mussten wir entsprechend viel Zeit einkalkulieren. Wir hatten die Hoffnung, ein System zu finden, das sich nicht nur einfach und schnell installieren lässt, sondern auch unsere qualitativen Anforderungen erfüllt.“

Per Zufall erfährt Markus Mettler von Stefanie Kästle, Umweltbeauftragte bei Mader, vom Druckluft-Rohrleitungssystem Infinity des schwäbischen Druckluft- und Pneumatikspezialisten. Man kennt sich über die Klimaschutz- und Energie-Effizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft, kurz: Klimaschutz-Unternehmen, einer unternehmerischen Exzellenzinitiative für Klimaschutz und Energieeffizienz. Rohrleitungen aus Aluminium, dank spezieller Innenbeschichtung mit hohen Durchflussraten, Fittings aus Metall mit durchgängigem Verbindungssystem und vollem Durchgang, besonders einfache und schnelle Montage aller Elemente, sind nur einige Vorteile des neuen Systems. „Wir haben Infinity zunächst testweise bei Maschinenumzügen eingesetzt und dabei vor allem Rohrleitungen und Fittings mit einem Durchmesser von 25 und 30 Millimeter verwendet“, erklärt Strecker.

Der Anschluss an die beiden bestehenden Rohrleitungssysteme funktioniert einwandfrei und die Installation des neuen Systems ist einfach und schnell. „Rechnet man die Zeitersparnis beim Verlegen der Rohrleitungen mit ein, liegen wir mit Infinity deutlich unter den Kosten, die mit dem Vorgängerprodukt entstanden sind“, sagt Strecker. „Noch nicht einkalkuliert sind dabei die Vorteile in Sachen Energieeffizienz, die Infinity bietet. Durch die spezielle Innenbeschichtung der Alu-Rohrleitungen werden Ablagerungen und damit Druckverluste reduziert. Zudem bieten die Fittings vollen Durchgang, Verwirbelungen und Druckverluste werden auch hier vermieden“, sagt Kästle.

Schnelle Installation trotz Engpass

Infinity, Bild: Mader
Beim Anschluss neuer Montagelinien und Anlagen oder Maschinenumzügen kommt inzwischen nur noch Infinity zum Einsatz. So wird das alte Rohrleitungssystem Schritt für Schritt abgelöst. Mittelfristig soll auch die alte Ringleitung durch das Infinity-System ersetzt werden. Bild: Mader

Als Glücksfall erweist sich Infinity in der Vorbereitungsphase für die Erweiterung von Werk 4 in Hollenbach. Die personell schwierige Situation in Streckers Team im Jahr 2015 bereitet ihm angesichts der anstehenden Aufgaben großes Kopfzerbrechen. „Mit Infinity haben wir trotz des personellen Engpasses alle Maschinenumzüge und Neuinstallationen in der geplanten Zeit geschafft.“ Mindestens vier Mal schneller, sagt Strecker, laufe die Installation von Infinity im Vergleich zum alten verzinkten Druckluft-Rohrleitungssystem.

Ein Geschwindigkeitsvorsprung, der bei 1.800 Metern verlegten Infinity-Leitungen und rund 2050 eingesetzten Fittings, die allein von Streckers Team montiert wurden, immens ist. Überzeugt zeigt sich Strecker auch von der Qualität der Produkte: „Die Fittings aus vernickeltem Messing sind einfach robuster als die Rohrverbindungen aus Kunststoff, die wir bisher im Einsatz hatten.“ Für den Neubau des Logistik-Zentrums in Hollenbach, das aus der Cross-Docking Halle mit Hochregallager und einem zweiten Gebäude mit Verpackungslager und Messebau besteht, setzt Markus Mettler wie bisher, auf einen lokalen Partner für die Installation des Druckluft-Rohrleitungssystems. Alleine im Verpackungslager und dem Messebau wurden rund 600 Meter Infinity-Rohrleitungen verlegt. Und wie läuft die Installation der Rohrleitungen? „In einem Rutsch“, erzählt Markus Strecker. „Das Rauf und Runter mit der Arbeitsbühne entfällt. Alle benötigten Fittings und Rohre werden mitgenommen und dank des Akku-Rohrabschneiders können auch die Alu-Rohre in 13 Metern Höhe abgelängt werden.“ hei

 

Diese Themen interessieren Sie? Mit unserem wöchentlichen fluid-Newsletter sind Sie immer auf dem Laufenden.